Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

18Februar
2013

Wai-O-Tapu

Künstlich ausgelöster Lady Knox Geyser Vor der Artist's Palette Links: Champagne Pool, rechts: Artist's Palette Devil's Bath Mud Pool

Um 7.30 Uhr klingelte der Wecker, denn für die heutige Aktion mussten wir schon etwas früher raus. Nach dem Müsli-Frühstück ging es auch schon direkt los. Knapp 30km südlich von Rotorua erreichten wir unser Ziel: Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. So, nun wisst ihr, wofür die Tickets, die wir gestern gekauft hatten, bestimmt waren. Außer uns hatten noch viele andere Touris den Weg hierher gefunden. Zuerst stand auf dem Programm: 10.15 Uhr, Lady Knox Geyser bricht aus. Wir saßen auf einer Tribühne und lauschten erwartungsvoll der Einführung, in der es um die Entdeckung dieses Thermalgebiets durch prisoners ging. Sie hatten sich nach der Arbeit in den heißen Quellen gewaschen und so durch Zufall den ersten Ausbruch ausgelöst, da ihre Seife die Wasseroberflächenspannung gelöst hatte und so zwei Wasserschichten aufeinandertrafen, von der eine ganz heiß und die andere kalt gewesen war, die nur so die Energie nach oben freilassen konnten. Dies wurde heute nachgestellt und so spritzte kurze Zeit später eine ca. 15m hohe Wasserfontäne in den Himmel. Bald (nach 15 Sek.) war das ganze Spektakel auch schon wiedervorbei. Also löste sich die Versammlung auf, um zum richtigen Eingang des Parks zu fahren. So auch wir. Nur, dass wir etwas später ankamen. Was war passiert? Nein, keine Panik, nichts Dramatisches. Uns ist nicht etwa aufgefallen, dass die Kühltasche irgendwo zurückgeblieben ist, und ebenso wenig hat sich jemand von uns im heißen Wasser des Geysirs verbrüht. Es gab nur ein kleines Meet & Greet mit unserem Auto und einem Wicked-Camper-Bus. Die sind aber vor dem grünen Busch mit ihrer wilden dunkelgrünen Bemalung auch sehr gut getarnt. Da kann es mal passieren, dass man einen von ihnen beim rückwärts Ausparken übersieht. Erst ein kurzes dumpfes *Bumm* zeigte uns, dass es sich nicht um Farne hinter uns handelte. Schnell und unkompliziert wurden nun Kontaktdaten ausgetauscht und ein aufmunterndes „Shit happens! Let’s see the thermal springs!“ des Fahrers des Mietwagens später befanden wir uns auf dem Weg zum anderen Parkplatz. Wie gut, dass es Versicherungen gibt, die kleine Beule kein großes Problem ist und unser Auto eine fette Stoßstange besitzt, die sich somit durchsetzen konnte. Nun aber ab in die Natur!

Der beißende Geruch nach faulen Eiern leitete uns den Weg zu den ersten kollabierten Kratern. Tief unten in den Erdlöchern brodelte es gehörig und die gelben Felsen zeigten uns, dass dies nicht gerade der lebensfreundlichste Ort ist. Wer will schon in einer „Hexenküche“ wohnen?! An Matschlöchern, kochenden Seen und weiteren Kratern vorbei, erreichten wir den Champagne Pool und die anliegende Artist’s Palette. Beide tragen ihre Namen zu Recht. Unter dem aufsteigenden Dampf des Ersteren, erkennt man das perlend klare Wasser, das wirklich etwas des leckeren Getränks hatte und die Artist’s Palette ist ein flaches Gewässer, das tatsächlich alle möglichen Farben enthält: grün/gelb (acid-sulphate), orange (antimonic/arsenic), grau (carbon) und viele weitere Farben. Unsere Chemiekenntnisse wurden nach langer Zeit mal wieder auf die Probe gestellt, wir versagten. Sorry, Herr Kompa, Frau Lutz, Herr Dirnberger und Frau Gemein…Schon beeindruckend, was die Natur alles zu bieten hatte. Den Abschluss des Rundweges bildete „Devil’s bath“, ein giftgrüner See, der zwar echt krass aussah, von dem wir uns aber doch schnell wieder verabschiedeten. Der Teufel jagte uns zwar keine Angst ein, aber der Gestank war nicht länger zu ertragen.

Es war inzwischen 14 Uhr, wir lungerten noch eine Weile im Souvenir-Shop herum und gingen dann zum Auto, wo es erst einmal Mittagessen gab: Käsebrote mit Tomaten aus Tauranga. Wir fuhren noch ein kleines Stück, bis wir am Mud pool ankamen, einem See voller Schlamm, der teilweise ganz schön hoch in die Luft geschleudert wurde.

Nun stand uns aber der Sinn mal wieder nach schwefelfreier Luft und wir begaben uns auf den SH5 in Richtung Taupo. Wir machten Halt bei den Aratiatia rapids, ein Staudamm, wo man einen Fluss mit extremen Stromschnellen erleben kann. In der brüllenden Hitze wanderten wir zu zwei Lookouts und fuhren dann in die Stadt, wo wir direkt am See parkten. Am anderen Ufer kann man schon die Vulkane des Tongariro National Parks sehen. Über allem thront der Schicksalsberg aus “Herr der Ringe“. Ist das der richtige Name? Wir sind da nicht so die Experten. Wir unternahmen einen kurzen Walk durch die City, fanden den Kathmandu, der leider schon geschlossen hatte, grübelten eine ganze Weile, ob wir ins Kino gehen sollten (wir gingen nicht) und kühlten uns stattdessen in den Kühlregalen des Pak’n Save ab. Herrlich!

Abends sahen wir den Sonnenuntergang überm Lake Taupo und die in blau getauchten Berge. Nun bereiten wir unseren Reis mit Spinat und Soße zu, danach werden wir uns noch einen Blockbuster in unserem privaten Heimkino anschauen.Lake Taupo