Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

03November
2012

Schweineöhrchen auf chinesische Art

Rambotan binden wir zu Bündeln zusammenDurian-König der Früchte

Von quirligen Kinderstimmen (Cousins von Chris) aufgeweckt, begann unser Tag um Ortszeit 9:30h. Was dieser Tag für neue Erfahrungen mit sich bringen sollte, ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Bereits 10:15h wurden wir noch ohne Frühstück im Magen von einem Freund der Familie abgeholt. Dieser stellte und vor die Wahl, bei McDonalds oder echt chinesisch zu frühstücken. Mutig und offen wie wir sind, haben wir uns selbstverständlich die asiatische Kost gewählt. Gemeinsam mit dem Freund und dem Bruder des Freundes ging es an einen Ort, an dem es Essen gibt, der aber kein Restaurante ist- man sieht, Fachwörter liegen uns nicht so gut. Von schwarzem Tee und sogenannten „Dumplings“ und Baozi (Teigtaschen mit Kräuterfleischfüllung) wurde unser
Hunger gestillt. Doch der Tisch füllte sich immer weiter mit chinesischen Spezialitäten. Mal mehr spicy, mal weniger, mal mehr tomatig, mal mehr…, mal mehr Shrimps, mal pork, mal Hühnerfüße, es gab einfach alles. Hühnerfüße?! Jawohl, es hat sich niemand verlesen. Selbstverständlich wurden jene auch probiert, die Begeisterung hielt sich jedoch bei uns in Grenzen. Doch dies war nicht der letzte kulinarische Hochgenuss an diesem Tag. Mehr dazu später.

Nach einer halsbrecherischen Fahrt, die uns regelmäßig in Schweiß ausbrechen ließ (trotz der eiskalten Klimaanalage), quer durch den Dschungel, vorbei an Warnschildern vor Elefanten und Affen die uns vom Straßenrand zuwinkten, erreichten wir die Farm des Freundes.

Im tropischen Regen (es ist gerade Regenzeit, deshalb fiel er länger als sonst aus), machten wir uns in quitschgelben Gummistiefeln auf, um die Fauna und Flora zu erkunden. „Hier seht ihr die 9$ Fische und hier die 2000$ Fische“. Vielerlei Früchte entdeckten wir und bekamen alles erklärt. Rote Bananen, Papaya, Mango,Limetten, Kokosnüsse, Ananas, welche deren Namen wir vergessen haben und vor allem unsere Favoriten: Rambutan und „the king of fruits“ – Durian. Für alle, die diese Früchte nicht kennen: Erste sieht aus, wie eine Kastanie, nur mit weichen Stacheln und in rot statt grün, schmeckt so ähnlich wie Litschi. Durian ist gewissermaßen nur was für Einheimische, für andere eher (… sehr) gewöhnungsbedürftig.  Die Größe hat sie etwa gleich einer Kokosnuss und in Form und Farbe ähnelt sie wiederum einer Kastanie. Ihr charismatischer Charme liegt in ihrem betörenden Duft, der schon von weitem zu erriechen ist und in ihrer eigenartigen matschig- weichen Konsistenz im Inneren- nur für Fachleute! Zu diesen gehören wir nicht, wie wir nach einer kleinen Probierportion feststellen mussten. Natürlich saßen wir nicht nur dumm rum, sondern haben auch mit angepackt: Bündel aus Rambutan
geschnürt und massenweise Limetten gepflückt (ok, um ehrlich zu sein: es waren
10, 3 von ihnen waren reif (mit viel Fanatasie :D))- könnte uns später vielleicht in Neuseeland erneut begegnen, wer weiß?

Immer noch am Regnen ging es mal wieder in ein Nichtrestaurante, wo weitere Spezialitäten auf uns warteten:

1) Carlsberger Bier

2)  Reisnudeln

3)  Hühnchen aus dem Holzkohleofen

4)  Schweinsohren (nicht die Süßen vom Bäcker!)

5)   Frische Kokosnussmilch und -fleisch

Wie lieferten nach Beendigung des Mahls die Früchte der Farm dem Händler aus und durften überall naschen („it’s all natural“- sagte er und warf die Plastiktüte auf den Boden!).

Mit schlechten Gewissen über den bereits gefüllten Magen mussten wir beim Abendessen zu Hause ein Veto einlegen- doch bekanntermaßen ist aufgeschoben nicht aufgehoben! In Malaysia isst man quasi rund um die Uhr (trotzdem bleiben alle schlank! Wie kann das sein?!). Um 23 Uhr wurde das „supper“ eingefahren: Sate- Spieße mit Reis, Gurkenscheiben und der unwiderstehlichen Sate-Soße.  Eine letzte kulinarische Finesse erwartete uns trotz vorausgeschrittener Zeit- ein Babyfisch im Mutterleib des Mamafisches! Plötzlich kullerte da ein längliches Ei (es sah für uns aus wie ein Embryo) aus dem Fisch raus, den Christabel aß. Hilfe! „ Wir essen das hier mit!“, hörten wir nur und Christabel biss ab- „ a little bit dry“. Okay, putzen wir uns also nochmal die Zähne…

P.S.: Das Handy tauchte morgens wieder auf, wo es davor die
Zeit verbracht hatte, ließ sich nicht klären. Hingegen wurde das Geheimnis um
den Verbleib des verlorenen Rucksacks gelüftet: Er hatte Deutschland nicht
verlassen und fristete sein Dasein weiterhin in Frankfurt. Mal schauen, wann er
uns einholt!

Lecker! Frische Kokosnussmilch!sateeee!