Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

03Januar
2013

Der magische Kiosk

Zur Arbeit fuhren wir nicht mit unserem Auto, sondern zusammen mit Ben und Harald. Wir waren zwar ein bisschen wehmütig, aber es war trotzdem die Erfahrung wert, denn wie so oft machten wir neue Entdeckungen aus dieser neuen tiefer gelegten Perspektive. Zum Beispiel entdeckten wir den Ort, an dem wir bestattet würden, falls die Mandarinenarbeit für uns psychisch und physisch nicht mehr tragbar sein sollte.

Heute sind wir sind wir dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, denn wir ertranken fast in Verzweiflung und Regen. Wenigstens konnten wir zwei Minütchen oder so unter den Bambusstämmen verweilen um den heftigsten Regenfällen zu entgehen, was jedoch nicht so angenehm war, da der kalte Wind uns um die nackten Beine wehte. Wie froh wir waren, als wir endlich klatschnass in die Mittagspause gehen konnten. Zum Glück heiterte uns ein lustiger Anblick auf, Florian drückte es in etwa so aus: “Quand il mange…son nez et la bouche sont déformés! Noooo!!!“ Soll heißen: Wenn er kaut, verändert sich sein komplettes Gesicht, unter anderem wird die Nase vom Mund verschlossen, sobald die vom Unterbiss geprägten Zähne aufeinander treffen. Gut gelaunt ging es in die zweite Hälfte und wir beendeten unsere Arbeit gewissenhaft und konzentriert. Zurück fuhren wir wieder mit dem fremden Auto, und wer hätte es gedacht? Auch hier benahmen sich die Menschen, allerdings die auf den Vordersitzen, wie im Kindergarten. Zuerst machten sie waghalsige Überholmanöver, bei denen uns fast das Herz stehen blieb, wir ließen Jil und Leo mit ihrem Auto hinter uns, genauso wie die Italiener. Ohne Hupkonzert ging natürlich nichts! Wir erinnerten uns so wieder an das Gefühl, wenn man beim Beschleunigen in seinen Sitz gedrückt wird, weil das in unserem Auto nicht möglich war. Als wir schließlich doch noch irgendwie am Hostel ankamen, die Überraschung: Ungläubig starten wir auf den Parkplatz vor dem Hostel. Erst nach einem zweiten Blick trauten wir unseren Augen. Da stand tatsächlich unser blaues Dummerchen! Was bedeutete das? Wieso war das so schnell wieder da? Mike hatte erst heute Morgen den Schlüssel in die Werkstatt gebracht und jetzt war es schon wieder hier. Entweder ist es wieder ganz, oder es war einfach schrottreif und der Mechaniker wollte so etwas nicht länger vor seinen Toren stehen haben.“ Das macht dann 350$“, eröffnete uns der liebe Mike. Gut, dass das irony war. Seinen gewöhnungsbedürftigen englischen Humor werden wir wohl nie verstehen! 95$ legten wir auf den Tisch für neue Kontakte um die tolle Second-hand-Batterie herum, welche nämlich total verrostet waren. Wie auch immer, Hauptsache, der Van war wieder fahrtüchtig!

Euphorisch machten wir uns zunächst mit Michèl auf den Weg, um noch die letzten Besorgungen für Florians Geburtstag  zu machen. Die Gelatine gab`s natürlich nicht beim Four Square trotz Ankündigung, also kauften wir zuerst die Flip-Flops und andere Kleinigkeiten beim Warehouse. Auf dem Rückweg schlug Michèl noch vor beim kleinen Kiosk auf der anderen Straßenseite nach der Gelatine zu fragen. In so einem klitzekleinen Laden? Aber warum nicht? In down-under ist doch alles anders. So fanden wir dann überraschenderweise doch noch Gelatine in Pulverform.

Die Geburtstags-Joghurttorte schien ein Erfolg zu werden. Mit einem vielversprechenden Rezept aus dem Internet machten wir uns ans Werk. Erst buken wir den Boden, schnitten ihn nachher in zwei Teile und belegten den ersten mit Kiwi. Darüber kam die erste riesige Schicht an Joghurt-Schlagsahne-Gelatine-Masse. Hmmm…schon ein bisschen fester. Egal. Zweiten Boden drauf, wieder weiße Schicht und zu guter Letzt die Erdbeeren. Die Form mussten wir notgedrungen mit Alu-Folie erweitern, sodass sie doppelt so hoch wie zugelassen war. So eine wunderschöne Torte kann doch nur gut schmecken! Warum mussten wir nur noch bis morgen mit dem Probieren warten?

Zum Abendessen sollte endlich mal wieder unsere Lust auf Fleisch gestillt werden. Im üblichen Stress wegen der Schließung der Küche, bereiteten wir uns zu fünft Cordon bleu und Kartoffelecken zu. Es schmeckt immer so gut, wenn wir nicht alleine kochen. Wie kommt das?

Den Abend verbrachten wir damit Blogeinträge zu schreiben und gingen mal wieder viel zu spät ins Bett.