Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

23März
2016

Auf den Spuren unserer Selbst

Von einer erholsamen ersten Nacht auf Reisen konnten wir nicht gerade sprechen. Auch wenn man sich ganz bequem hinlegen konnte, die durch die Klimaanlage hervorgerufenen eisigen Temperaturen ließen es nur schwer zu einzuschlummern. So waren wir noch ziemlich übermüdet, als wir in Picton ans Land gingen. Anderthalb Stunden hatten wir noch bis unser Autoverleih öffnen würde, so setzten wir uns noch in die Eingangshalle des Bluebridgeanbieters und schliefen noch ein wenig. Als wir um 7:40 Uhr hinaustraten, sahen wir zum ersten Mal die Landschaft der Südinsel. Einfach umwerfend! Sie kam uns mit ihren saftig grünen Bergen noch viel beeindruckender vor als damals!

Wir schleppten uns und viel Gepäck zu Rent-a-car, also dieses Laufen ist echt nichts für uns, gut dass wir bald wieder einen fahrbaren Untersatz haben. Und was für einen! Da deutete die nette Dame doch tatsächlich auf einen blauen Toyota, welcher von nun an uns dienen sollte!  Ein blauer Toyota, genau wie damals! Was für ein gutes Zeichen. Einen Unterschied bemerkten wir hingegen schnell: „Das ist da winzig!“, riefen wir, als wir uns hineinzwängten. Ja, es gab kein Bett, keinen Vorraum, keine Geheimtür, aber immerhin einen Kofferraum in den unsere Rucksäcke passten und eine Rückbank als weiteren Stauraum. So konnte die Reise losgehen.

Durch wundervolle Landschaften, wandt sich die Straße sich die Straße hinüber zu unserem ehemaligen Wohnsitz und hindurch durch ehemalige Arbeitsplätze, die vineyards in Blenheim. Voller Entzücken sahen wir den Bahnhof wo wir uns jeden Morgen in die Autokolonne einreihten, den Park, wo wir in sportlichem Übermut joggen waren, den Campinglatz, wo wir Pancakes gemacht hatten. Doch wo war der Pak’nSave? Wir waren uns nicht mehr sicher und probierten einen Weg aus und siehe da, bald leuchtete es uns gelb entgegen! Unser Pak’nSave! Dann der Schock! Aaaah, war das teuer! So dauerte unser Einkauf an die zwei Stunden, bei jedem Produkt gewissenhaft überlegt, ob es wirklich notwendig sei. Zwei schöne Essenskisten zieren nun unsere Rückbank. Nun konnte die Sightseeing-Tour durch Blenheim weitergehen, die Muller Road stand auf dem Programm, unser altes zu Hause. Nichts hatte sich verändert, stellten wir fest, als wir auf der anderen Straßenseite im Auto saßen und wie Spione hinüberstarrten.

Nun hatten wir genug in Erinnerung geschwelgt, wir wollten Neues! Unsere lange Anfahrt zum Kepler Track begann nun. Und wie sie begann! Neuseeland ist einfach so wunderschön! Die steile, karge, trockene Berglandschaft, die wir auf Serpentinen durchquerten nahm uns schon den Atem. Das Ganze dann noch in Kombination mit dem blauen Meerwasser, das an der Küste auf die Felsen stieß und sich in einer weißen Gischtwolke in die Lüfte erhob – ein Traum! Wir suchten uns einen nettes Plätzchen mit Meerblick, um ein zweites Mittagessen zu uns zu nehmen, dieses Mal Baguette.. Wir passierten Kaikoura und schließlich wurden wir so müde, dass wir eine weitere Pause zum Schlafen einlegten. Das TKKG-Hörspiel und der prasselnde Regen wiegten uns in den Schlaf, doch vermissten wir, vor allem unsere Beine, die gerne ausgestreckt werden wollten, ein großes Bett im Rückraum des Autos.

Wieder wach schafften wir noch die ganze Strecke bis hinter Christchurch, was auch daran lag, dass wir dadurch, dass wir zelten in der Schlafplatzwahl eingeschränkt sind und es ewig dauerte bis wir etwas Geeignetes fanden. Ein Rastplatz an der zu unserer Verwunderung recht stark befahrenen Straße war der ausgewählte Spot. Trotz Wind schafften wir es unser Zelt aufzubauen, doch ganz überzeugend war seine Form am Ende nicht. Das müssen wir noch üben. Nun wurde der Gaskocher zum ersten Mal erprobt. Das Anmachen könnte noch etwas schneller gehen, doch der Couscous-Salat, der am Ende herauskam, schmeckte hervorragend. Zum Abend schauten wir noch den Film, den Chris in wundervoller Weise aus den Videos der letzten Reise gezaubert hatte. Schließlich kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke, gut geschützt vor dem Wind und Regen.

Wenn Autisten einkaufen gehenCouscous im neuen Super-Topf