Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

09März
2013

Am Wochenende gibt es keine Jobs

Nachdem wir unser Auto umgeparkt hatten, direkt vor die Musiktoiletten, begannen wir mit der Jobsuche. Zuerst versuchten wir Claire zu erreichen, den Vineyard-Kontakt, den wir von Ale bekommen hatten. Wir sprachen auf die Mobilbox und gingen dann in die Bücherei, um im Internet nach Jobangeboten in der Gegend Ausschau zu halten. In Blenheim beginnt jetzt die Harvestingsaison auf den Vinyards, darum sollte es eigentlich nicht so schwer sein, Arbeit zu finden. Doch sowohl im Internet, als auch der Zeitung, fanden wir nicht sehr viele Angebote, die auf uns passten. Mit gerade mal zwei Telefonnummern im Gepäck verließen wir anderthalb Stunden später die Bibliothek-und kehrten kurze Zeit später wieder zurück, nicht um das Internet zu nutzen, oder uns im Badezimmer zu duschen, nein, nicht mal um Bücher zu lesen, wir kamen um Geld hierzulassen ohne etwas dafür zu bekommen. Wie es dazu kam: Wie ihr wisst, hatten wir unser Auto ja so wunderbar nicht nur direkt vor den Toiletten geparkt, sondern auch vor dem “maximal 60 Minuten-Schild“. Wenn ihr nun einigermaßen mit Zahlen umgehen könnt, müsste euch auffallen, dass etwas nicht zusammen passt. Tja, auch die Politessen sind nicht ungeübt im Uhren Lesen und so fiel ihr auf, dass wir schon etwas zu lange den Parkplatz blockierten. Und so fanden wir unser aller erstes Knöllchen unterm Scheibenwischer. 15$ Strafe…Also bezahlten wir in der Bücherei und gingen dann in unser Auto, um die Jobanrufe zu tätigen. Den ersten Versuch starteten wir bei einer Stelle, wo unsere Aufgabe wäre Muscheln zu öffnen. Ja, das wäre mal exotisch. Leider keiner da, Wochenende. Über unsere zweite Nummer wollten wir eine Stelle beim Salt-Harvesting ergattern, doch auch das klappte nicht, es war kein Platz mehr für uns. Mist. Wir beschlossen nun so vorzugehen wie es in Kaitaia so gut funktioniert hatte: einfach persönlich vorbeischauen. Wir verabschiedeten uns von Ale und Ste und machten uns auf den Weg.

Wir hatten gerade Picton verlassen, als uns zwei Daumen entgegen gestreckt wurden, zwei Tramper. Wir waren schon an ihnen vorbei gedüst, doch ein weiteres Mal diese autolosen Backpacker zurück zu lassen, brachten wir nicht übers Herz und so hielten wir doch noch. Endlich haben wir es mal geschafft! Die zwei israelischen Jungs luden dankbar ihr Gepäck in den Van und weiter ging es nach Blenheim. Wir sahen schon massenweise Vineyards. Direkt beim zweiten hielten wir an, klingelten an einem Haus und mussten leider feststellen, dass der Mann nicht der Besitzer war. Dessen Namen bekamen wir aber trotzdem und die Telefonnummer fanden wir wenig später im i-Site, wo wir uns von den beiden Mitfahrern verabschiedeten, heraus. Einen Anruf später wussten wir, das Wochenende war nicht die beste Zeit zum Arbeit suchen. So fuhren wir ein wenig durch die Gegend, doch meistens standen wir vor verschlossenen Türen. Immerhin bekamen wir noch eine E-Mail-Adresse und einen Namen, als wir mitten in Weinproben hineinplatzten, komplett underdressed natürlich. Hm, das hatte nicht so gut funktioniert. Zur Aufmunterung wollten wir dem Pak’n Save einen Besuch abstatten. Blöd, dass der hiesige erst in zwei Wochen eröffnen wird. Im Countdown stellten wir frustriert fest, dass alles teurer ist, so kauften wir ausschließlich Toast und fuhren dann zurück nach Picton, da wir dort den Sonntag verbringen wollen. Da wir nicht mehr besonders viel zu essen hatten, gingen wir in den Supermarkt hier und kauften ein. Wir vermissen den Pak’n Save! So deprimiert kauften wir uns schließlich eine 2L-Packung Eis (double chocolate, da ist mehr drin (double!) zum gleichen Preis). Ihr erinnert euch vielleicht: Wir haben keine Tiefkühltruhe, heißt, dass jetzt jeder einen ganzen Liter Eis essen muss. Viola schaute dem Ganzen eher ängstlich entgegen, Chris war erfreut und so schlimm war es im Endeffekt auch gar nicht. Bei einem Film leerte sich die Packung doch recht schnell, doch sollte diese Portion erst einmal genug sein für die nächste Zeit. Wir parkten schließlich auf dem gleich Parkplatz wie gestern, und gingen bald schlafen, nachdem wir einen Mann aus dem Schlaf gerissen hatten, als unsere Anhängerkupplung eines der berühmt berüchtigten Meet & Greets mit dessen Nummernschild hatte. Glücklicherweise hatte der nette Holländer zwei starke Hände, die das Schild in Sekundenschnelle wieder gerade bogen, und so sah alles wieder aus wie neu.