Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

08März
2013

Willkommen auf der Südinsel!

In irgendeiner Straße Pictons erwachten wir an diesem Morgen. Willkommen auf der Südinsel! Ohne Plan, was der heutige Tag bringen würde, fuhren wir ins „town centre“, wo wir dreimal um den Block fahren mussten, um endlich die Bücherei zu finden. Die war aber auh winzig. Natürlich wartete wie immer der Blog auf ein Update, sodass wir ein paar Stunden dort verbrachten. Als wir wieder heraus gingen, erschlug uns die pictonsche Nachmittagssonne. Puh, war das heiß hier!So konnten wir gezwungenermaßen nichts anderes tun, als faul im Auto rumzuliegen und im Reiseführer zu blättern. Während wir die Kosten für den Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds zusammenrechneten, trat auf einmal eine Person am Ende des Bettes, wo unsere Füße bei offenem Kofferraum gelüftet wurden, in Erscheinung. Wir drehten uns um und erkannten: Stefano! Wie cool! Wir hatten gewusst, dass die zwei Italiener Alessandra und Stefano in Picton arbeiteten und hatten uns heute treffen wollen, aber trotzdem kam das jetzt überraschend! Unser blauer Toyota ist halt unübersehbar! Wir erfuhren, dass sie mit Freunden schon auf der kompletten Südinsel , dabei waren sie nach uns aus Kaitaia losgefahren! Da Ste schon bald wieder Arbeiten musste, verabschiedeten wir uns und verabredeten uns für heute Abend, wenn auch Mareike und Debby (ebenfalls aus Kaitaia) da sein würden, da sie das Auto der Italiener kaufen würden.

Wir indes checkten die örtliche „Mall“ ab – eigentlich gab es darin nur einen no-name Supermarkt. Nach einem Blick in den Spiegel auf dem Klo entschieden wir, uns hier die Haare zu waschen. Schnell holten wir außer dem dreckigen Geschirr noch Handtuch und Shampoo aus dem Auto und machten uns ans Werk. Gegenseitig wuschen wir uns die Haare – ein feeling fast wir beim Friseur! Zum Glück kam niemand herein und so wurde uns eine Peinlichkeit erspart.

Als wir dann die Straße entlang liefen mit dem Vorhaben einen Stadtspaziergang zu machen, erblickten wir auf dem Innenhof des Tourist Court Motels Ale, die uns auch gleich entgegen lief. Sie zeigte uns auch gleich, wo sie für Accomodation arbeiteten : In diesem Motel. Heute waren die Besitzer zum Essen ausgegangen, sodass Ale und Ste die Bosse waren. Als Boss hat man ja bekanntlich viel Macht, in diesem Fall genug, um uns eine freie Dusche in ihrem Appartement zu schenken. Juhu! Was für ein Luxus für unsere Haare! Den von vorhin noch gepackten Waschrucksack erweiterten wir mit einer frischen Unterhose (ja, ihr habt richtig gelesen!) und schon konnte der Badespaß losgehen.

Wunderbar erfrischt saßen wir noch draußen vor der Tür rum, unterhielten uns, bewunderten die neuen Tattoos von Ste und Ale, die sie sich von einem Maori in Awanui hatten stechen lassen (oben im Northland bei Kaitaia), während ab und zu mal neue Kunden kamen, um die sie sich kümmern mussten. Nach einer Tasse Tee und weiteren Schenkungen, wie einem pinken Volleyball und Gummistiefeln, zog Ste los, um Mareike und Debby in Blenheim abzuholen. Wir gingen in der Zeit zum Auto zurück und kochten Milchnudeln. Milchnudeln? Oh ja. Quasi das gleiche wie Milchreis, nur halt mit Fettuccini. Sie schmeckten auch eigentlich gut, wenn man vergaß, dass man süße Nudeln aß. Vom Aussehen und der Konsistenz her, hätte es auch eine Käse-Sahne-Soße sein können. Plötzlich ertönte der ungarische Tanz von Brahms in g-moll (Chris‘ Handyklingelton) und verdutzt nahmen wir ab. Michèl und Florian waren dran! Unsere verloren geglaubten Freunde. Endlich meldeten sie sich mal! Wir waren überglücklich ihre Stimmen wieder zu hören. Die Mega-Neuigkeit: Sie haben sich einen Land Rover gekauft! Cool! Und noch besser: Bald kommen sie auch auf die Südinsel, wir freuen uns schon drauf!

 

Gegen 22:00Uhr wurden wir von den vieren abgeholt zu einem Nachtspaziergang durch Picton. Dabei zeigten wir Mareike die sprechenden Musiktoiletten, in denen eine Stimme immer ansagt, welche Knöpfe gedrückt werden müssen, um zum Beispiel die Tür zu öffnen, Klopapierabrollen zu lassen oder die Hände zu waschen. Im Hintergrund läuft eine Jazzschleife. Verrücktes Klo! Verbraucht aber ganz schön unnötig Strom… Nachdem die letzten News ausgetauscht waren, verabschiedeten wir uns voneinander und jeder ging bzw. fuhr in sein Bettchen.