Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

25Mai
2013

Zu Gast bei Holly Golightly

Markt in Napier Wir verkleiden uns im Art-déco-Centre Hübsch, hübsch Wo bleibt der Regen?  Lampen wie bei Tiffany's Hüte Klamotten im Antiquitätenladen Aus dem Park hinaus auf die Straße

Auch morgens statteten wir dem Maccas einige Klobesuche ab, wir wurden sogar von einer Mitarbeiterin fürs Zähneputzen gelobt. Wenn die wüsste, dass wir uns Müsli und keine Pommeskrümel von den Zähnen schrubbten.

Nun ging es los zur Stadtbesichtigung. Wir wollten das i-Site und das Art-Déco-Centre aufsuchen, doch schon nach drei Minuten Laufen änderte sich unser Plan. Denn es war Markt hier in Napier und da lohnt es sich immer einen Blick drauf zu werfen. Aha, Gemüse, Obst, hmmm…hier kann man Äpfel probieren...und plötzlich: Brot! Gutes Brot! Die German Bäckerei hatte hier einen Stand. Man hatte uns an unseren begeisterten Blicken und Ausrufen auch sofort als Deutsche erkannt und bot uns Hilfe an. Doch wir gingen tapfer weiter. Wir probierten verschiedene Honigsorten, schauten uns Holzbrettchen an, und hielten vor einem Stand mit Marmelade. Auch hier probierten wir munter vor uns hin und fanden bald heraus, dass der Verkäufer aus Deutschland stammte. Wir unterhielten uns nun übers Auswandern, die Marmeladenherstellung, Auckland, Napier, das deutsch Sein und probierten währenddessen noch weitere der köstlichen Marmeladen. Echt unglaublich lecker! Schließlich konnten wir nicht mehr anders und kauften uns das Pluot-jam, eine Marmelade aus der Kreuzung von Pflaume und Aprikose, mit Rum und Brandy verfeinert. 12,80$ kosteten die 200ml, doch da die Patentante des Verkäufers aus Bonn stammt, bekamen wir sie für 10$. Doch zu einer guten Marmelade gehört auch ein gutes Brot, also zurück. Wir machten noch eine kurze Probierpause beim Käsestand, 30$/kg waren uns aber dann doch zu viel und gingen zum deutschen Bäcker. Bald befand sich ein köstlich duftendes, den Haptiktest bestehendes Sauerteigbrot in unseren Armen. 6$ kostete das gute Stück, aber man gönnt sich ja sonst nichts! Wir konnten uns lange nicht von dem Stand lösen, denn hier hatten wir die Möglichkeit all unsere Backfragen zu stellen, Infos zum Studienort Weimar zu erfahren, denn da kam der noch junge Bäcker ursprünglich her, außerdem sahen die ganzen Sachen so lecker aus, das sieht man nicht oft in Neuseeland. Vielleicht werden wir auch Bäckermeister und wandern aus. Wie cool wäre das denn?

So, genug des Bestaunens, wir wollten nun doch ein wenig die Stadt erkunden, soll hier doch der Art-Déco-Stil so begeistern. Viel verstehen wir davon nicht, doch ganz hübsch ist die Stadt schon! Sie wurde in den 30er-Jahren in Schutt und Asche gelegt, als nach dem stärksten Erdbeben der aufgezeichneten Geschichte Neuseelands auch noch ein Feuer ausbrach. Danach entschloss man sich, Napier zum “capital of art-déco“ zu machen. Auf dem Weg zum Art-Déco-Centre kaufte sich Viola ein mince-pie, das typische Neuseeland-Gericht. Echt lecker, und endlich ist dieser Klassiker auch gekostet. Wir warfen noch einen Blick auf die Strandpromenade und liefen durch die Gassen, dann betraten wir den gewünschten Laden. Hier gab es so viele coole Sachen: Federboas, haufenweise Hüte, Tücher und Handschuhe, Zigarettenhalter, lustige Regenschirme, altre Radios…hier konnte man ewig stöbern. Wir mussten an Pia denken, ihr hätte der Laden sehr gefallen.

Direkt neben dem Laden gab es ein Antiquitätengeschäft, wo hauptsächlich Klamotten aus den 20er- und 30er-Jahren verkauft wurden. Wieso waren die Frauen damals so groß gewesen oder waren das nur die Kleider? Echt viel Spaß hatten wir, als wir uns dann verkleideten. Ein schwarzes Kleid, rote Boas und ein Hut und schon bezauberten wir im Art-Déco-Stil. Nur nicht die Verkäuferin, die uns freundlich darauf hinwies, dass man die Kleider nicht nur fürs Fotomachen anziehen solle. Na gut, also auf in den nächsten Laden. Wieder ein Antiquitätengeschäft, doch hier passierte nichts Spannendes. Dass Viola eine Schallplatte zerbrach war auch nicht schlimm:“That’s fine, they break really easily, thank you“, typische Neuseelandhaltung.

Durch einen kleinen Park gingen wir zurück zum Auto, wo wir unser Brot erst mit Käse, dann mit der neuen Marmelade aßen. Göttlich! Leider war das gesamte Brot bald verschwunden. Nun schauten wir uns nach Sprühfarbe um. Wofür wir das brauchen, fragt ihr euch? Wir wollen unser Auto etwas schöner gestalten. Es ist inzwischen echt fleckig, an manchen Stellen hellblau, an anderen fast weiß und dann noch das wunderbare mittel-blau. Hat auch seinen Charme, aber der erschließt sich vielleicht nicht jedem potenziellen Autokäufer auf den ersten Blick. Die meisten Geschäfte hatten schon geschlossen, doch im warehouse fanden wir Sandpapier und Spraydosen. Dann seid mal gespannt aufs Ergebnis. Wir parkten wieder vor dem McDonald’s und nutzten das WiFi, indem wir uns Videos zur Bäcker-Ausbildung anschauten. Um 2 Uhr aufstehen? Die sind ja verrückt!!

Zum Abendessen gab es Curry-Reis mit Äpfeln, den Viola leider alleine zubereiten musste, weil Chris mal wieder am Vorschlafen war.