Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

27Mai
2013

Wo ist die Sonne?

Die Küste von Gisborne Die Sonne lugt hinter den Bergen hervor Ein stimmungsvolles Weizenteil in der Morgensonne Leckerer Filo-Pie Crème brûlée zur Linken und fruit short cake zur Rechten Der Ausblick vom café-BalkonUnser erster und einziger Tag in Gisborne, sollte so anfangen, wie es im Reiseführer hieß: In der östlichsten Stadt Neuseelands den Sonnenaufgang miterleben. Das ist doch was! Hierfür schlug der Wecker auch pünktlich um 6:20Uhr Alarm. Chris machte das Ringeling aus, richtete sich auf und schob den Vorhang auf die Seite. Aha, ja, es wurde schon heller hinter dem Hügel. Nach 20 Minuten hatte sich jedoch nicht viel verändert. Kein Wunder. Das Meer lag zwar nur einen Steinwurf entfernt vor uns, doch diese Bucht, die Poverty Bay, war leider nicht gen Osten, sondern gen Süden geöffnet. Das konnte ja nicht funktionieren. Entrüstet von diesem enttäuschenden Geschehnis, beschlossen wir das Auto hoch auf den Berg namens Kaiti-Hill zu bewegen, in der Hoffnung über die Spitze hinweg nach Osten schauen zu können. Viola lag indes immer noch im Schlafsack, da sie nichts von Sonnenaufgängen hielt.

Beim Aussichtspunkt angekommen, konnte man erst die im weichen Morgenlicht angestrahlte Bucht genießen, der Mond stand still darüber. Wir fuhren ein bisschen weiter – und tatsächlich: Da war die Sonne, wie sie hinter einer Bergkette hervor lugte. Das erwartete spektakuläre Ereignis war es nicht gewesen, dennoch einer der frühesten Sonnenaufgänge im Land.

Da wir heute noch den Frühstücksgutschein von Violas Papa einlösen wollten, warteten wir noch eine Weile, da um 7:30Uhr die Cafés noch nicht alle geöffnet hatten. Gegen 10:00Uhr suchten wir uns in der Stadt einen Parkplatz und im Anschluss ein einladendes Café. Wir verliebten ins Muirs Bookshop and Café, welches eigentlich „nur“ das Café im Buchladen war, jedoch herrschte dort eine schöne Atmosphäre zwischen den Schmökern und den gemalten Bildern an der Wand. Nach einem kleinen Chaos von wegen deutscher Kreditkarte und nicht bestelltem Kaffee, konnten wir uns jedoch schließlich wohlig in der Sonne räkeln, denn wir hatten einen guten Platz draußen auf dem Balkon ausgewählt. Dort genossen wir erst unsere Filo Pies, die im Prinzip, wie ganz dicke Omeletts mit Blätterteig drum herum geschmeckt haben. Mit ein bisschen Verzögerung folgten dann noch zwei Stücke Kuchen. Viola aß einen Fruit Shortcake und Chris eine crème brûlée. Dazu durften wir uns selbst mit Sahne und Joghurt bedienen. Joghurt auf Kuchen schmeckt grandios! Noch einige Stunden blieben wir sitzen und quatschten fröhlich, ja, stellt euch vor, wir haben uns immer noch nicht totgeredet (Gruß an Frau Moneke)!! Natürlich vergaßen wir dabei die Zeit (ohne Uhr nicht schwer), doch dass die erlaubte Parkdauer von 120min überschritten war, konnten wir uns denken. Zum Glück steckte kein weißer Zettel hinterm Scheibenwischer.

Damit ihr auch endlich mal wieder Lebenszeichen von uns bekommt, verbrachten wir die nächsten Stunden in der Bibliothek. Dank WiFi sind fast alle Blogeinträge wieder aktuell und ihr habt genügend Lesestoff. Wir aßen noch „Mittag“, kauften Brot und ein anderes Nutella-Fake als sonst ein, tankten und fuhren los Richting East Cake. Im Dunkeln keine besonders reizvolle Fahrt. Nach 60km errreichten wir einen geschlossenen DOC-Campingplatz. Wir stellten uns halt vor’s Tor. Zum Abend ganb es Reis mit Ingwer-Soße. Was soll man sagen? Ein voller Erfolg.