Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

23Mai
2013

Wellington revival

Tschüssi, Südinsel! Hallöle Nordinsel! Wellington Hafen

6:00Uhr: Klingelingelig!! „Oh nää!“ Guten Morgen, liebe Freunde, Zeit zum Aufstehen. Was tut man nicht alles, um die Fähre in Picton pünktlich zu bekommen. Wir rissen unsere Ehemaligen Flatmates aus dem Schlaf und verabschiedeten uns. Ob wir uns wohl jemals wiedersehen? In Chile?

Ein letztes Mal berührten wir Südinsel-Boden, bevor wir ins Auto stiegen und Blenheim hinter uns ließen. Eine halbe Stunde später erreichten wir Picton und den Check-In-Schalter von Bluebridge, unserer Fährgesellschaft. Nach einer kurzen Wartezeit wurden wir aufs Schiff gelotst, wo wir professionell einparkten und dann mit Frühstücksequipment bepackt in den Passagierraum gingen. Um 8:00 Uhr legten wir ab, durch die Marlborough Sounds ging es über die Cookstraße (engl. Cook Straight) zurück nach Wellington. Dreieinhalb Stunden free WiFi und einem Schläfchen bzw. Seekrankheit später fuhren wir in den Hafen der Hauptstadt ein. Ein vertrautes Gefühl umschloss uns, so wie in Blenheim. Hier waren wir schon gewesen! Das Gleiche im Te Papa, dem großen Nationalmuseum. ”Is it your first visit?“–”No, our second!“ –”So you know where to go, sweet!“ Ach ja, wir sind halt voll die Experten! Da wir letztes Mal nicht alles gesehen hatten, hatten wir uns für heute sage und schreibe fünf Stunden an Zeit mitgebracht, um auch noch den Rest in Gänze zu erforschen. So durchwanderten wir aufmerksam die Etage über Whenua – das Land: Die Entstehung, Bevölkerung durch Maori und Pakeha, Einschleppung neuer Pflanzen und Tiere. Ein gewisser Sir George Grey hatte sogar mal zwei Zebras in seinem „Zoo“ gehalten, es hat jedoch keines überlebt. Wir lasen vom Rückgang der Wälder und heutiger nachhaltiger Nutzung der Felder. In dem Zusammenhang tauchte auch wieder die Biodynamik auf, die uns damals beim Weingut Hans Herzog begegnet war. Wisst ihr noch? Arbeit mit Mond, Sonne und Sternen. Tatsächlich taten das auch schon die Maoris. A propos Maoris: Die letzte Etage ging vor allem über die ersten Menschen in Aotearoa. Ein echtes Kanu, ein Marae und ein Wohnhaus waren ausgestellt und teils begehbar. Es hat uns total gut gefallen. Viele interaktive Dinge wie Spiel und Quizze, ein Marimbaphon, auf dem wir „I like the mountains“ und „Hejo, spann den Wagen an“ spielten, halfen uns mehr über die Maorikultur zu lernen.

Nach diesem Bildungsschub, mussten wir zur Bücherei hinter den Glasfenstern. Die 200$-Überweisung war fällig. Allerdings unterhielten wir uns mit einem Computer programming-Studenten, der zwei Jahre in Berlin gewohnt hat und super gut deutsch spricht. Da sieht man mal wieder, wie hilfreich es für das Erlernen einer Sprache ist, wenn man in einem Land wohnt, in dem lauter native speaker unterwegs sind; was hier bei den heaps of germans vielleicht nicht so leicht ist. Gegen 19:00 Uhr verließen wir die Bibliothek, gingen los zur Cuba Street, wo wir uns mir Jordan verabredet hatten, den wir damals vor zwei Monaten kennengelernt hatten. Der Treffpunkt war derselbe Ort, der Irish Pub Murphy’s. Und zu Essen: selbstverständlich das 500gr-Rumpsteak. Wir entdeckten ihn vor dem Eingang mit seiner Freundin und ihrer Schwester aus Frankreich. Drinnen waren schon Stephen und ein neuer Freund namens Joseph. “Hi there. How are you?“. Noch bevor wir uns zu ihnen an den Tisch gesellten wollten wir bestellen. Doch: “No ID, no service“. Und das galt sogar, wenn man keinen Alkohol bestellte. Och nee… Natürlich waren die Pässe im Handschuhfach im Auto. Also nochmal 20min joggen – und finally konnten wir die Bestellung aufgeben. Glücklich saßen wir wenig später mit einem Berg an Fleisch, Pommes und Krautsalat zwischen einem Ami, zwei Iren, und zwei Französinnen. Ganz schön multi-kulti. Joseph ging wenig später nach Hause, wir anderen unterhielten uns joch ungezwungen und lauschten abschließend noch Frank – de coolen, groovy Lifesänger!

Gegen 22:0Uhr sagten wir "good bye" und gingen unserer Wege. Wellington bei Nacht war ja doch ganz schön! Wir tankten und pumpten wieder mal die Reifen auf, dann hieß es tschüss Wellington, hallo Napier! Circa 60km außerhalb der Stadt fanden wir eine Möglichkeit zu übernachten und hundemüde fielen wir in die Kojen. Schlaaaaafen!