Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

22Dezember
2012

Weihnachtsfeier mit -?

Cola statt Bier! - mit Jule und Lina Im Pausenraum

 Hier in Neuseeland ist Heilig Abend kein Feiertag, aber damit wir da trotzdem nicht arbeiten müssen, arbeiteten heute alle den ganzen Tag. Das Wetter war eigentlich ganz gut, es war trocken aber trotzdem nicht zu warm. Die Arbeit lief ganz gut, irgendwann hörten wir zum dritten Mal an diesem Tag den Satz „Mark your trees!“. Die zweite Smoko-Pause stand an, also markierten alle ihre Bäume, an denen sie gerade arbeiteten (heute übrigens besonders große) und strömten zum Traktoranhänger. Warum Michèl eine rote Kiste mit Mandarinen mit sich trug, war noch ein Geheimnis. Jetzt hieß es sich erst mal von den beiden Schweden verabschieden, die heute nach Auckland aufbrechen würden. Also alle hinsetzen zum Abschiedsfoto! Lina und Jöran standen mit Digitalkameras ausgestattet fotografierbereit vor uns und grinsten sich schon einen ab bevor sie den Auslöser drückten, denn Michèl kippte unseren beiden Lieblingsblondies einen Berg von Mandarinen über die Köpfe! Heißa hoppsssaßa! „That moved me…“, sagte Adam wehmütig und nahm darauf hin eine Hand voll Erde –ach quatsch: Mandarinen – und warf sie in die Luft, was zu weiteren Fotoideen anregte. Selten war die Stimmung so ausgelassen in der Pause. Nach einem letzten Abschiedsgruß verschwanden die beiden irgendwann auf den Anhänger zwischen den Plantagen und wir kehrten zur Arbeit zurück um die letzten ein dreiviertel Stunden in Angriff zu nehmen.  1 ¼ Stunden später : „Mark your trees!“. Verwirrung in aller Manns Gesichtern. Es war doch noch eine halbe Stunde bis zum Feierabend. So aber nicht heute.  Heute war nämlich noch eine Weihnachtsfeier geplant. Nein, nicht mit Glühwein, Plätzchen und stimmungsvoller Weihnachtsmusik, hier wird Weihnachten mit Freibier für alle gefeiert! So kamen wir in Kontakt mit den anderen meist maorischen Mitarbeitern und blieben noch eine ganze Weile.

Anstatt nach Hause zu fahren ging es dann weiter nach Ahipara zum Strand. Während Lina und Jule einen Strandspaziergang machten, gingen wir restlichen fünf direkt ins Wasser uns abkühlen. Die Jungs schlossen danach Freundschaft mit ein paar halbstarken Maoris, die sie daraufhin auf ihren Quad eine Runde über den ninety-mile-beach mitnahmen. Die Freundschaft war allerdings nur einseitig, zeigte sich später, denn die teenager gingen zum Geschäft über. Sie forderten Geld! Das wird doch nicht bezahlt, wenn es vorher nicht abgemacht war, das ist doch klar! Nichts da, denn nun wurde gedroht: „I‘ve got five friends, five criminals!“. Ok, die Lage wurde angespannt. Wie gefährlich waren diese Kinder wirklich? So wurde lieber mal das Portmonnaie gezückt und bezahlt. Dann machten wir uns schnell aus dem Staub.

Im Hostel bemerkten wir, dass wir gar kein Fleisch hatten für das BBQ am heutigen Abend anlässlich des Geburtstags von Jöran. Da der Pak ‘n save bereits geschlossen hatte, war daran auch nichts mehr zu ändern. So machten wir uns eine Avocadocreme und Kartoffeln, außerdem wanderten bei Chris noch zwei Maiskolben samt Blättern  (wir hatten von der Farm einen ganzen Sack voll Maiskolben, Kürbis und Kumara bekommen) auf den Grill. Sehr lecker!

Zu vorangeschrittener Stunde machten wir und Lina einen kurzen Mitternachtsspaziergang zum Warehouse, da Lina noch einen Kamm und Schuhe kaufen wollte. Neben besagtem Geschäft befindet sich ein süßer kleiner McDonald’s mit so nem roten schrägen Dach, wie man sich halt vorstellt wie ein klassischer Mc’s aussieht. Und natürlich hat so ein veraltetes Design auch seine kaitaiatypischen Öffnungszeiten, um 22 Uhr war Schicht im Schacht. Nicht jedoch für fahrende Gäste; also marschierten wir zu Fuß zum Drive Thru und ordneten uns hinter der Autoschlange ein. Mit drei warmen Apfeltaschen für je 1$ liefen wir glücklich wieder zurück ins Hostel.

Die Party entwickelte sich zu einem gemütlichen Beisammensein, das sich ab 0.30 Uhr ins Haus verlagerte, wo wir noch mit ein paar Leuten rumsaßen und quatschten bis wir um 3 Uhr schließlich den Weg in unsere Betten fanden.

Früher Feierabend!Weihnachtsfeier