Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

07Februar
2013

Raststättenminiaturstadt

  Schnäppchenjagd im KaufmannsladenBella MuffinHere's your FREE paper plate

Puuuh, was für eine Hitze! Wir erwachten durch einen Hitzestau in unseren Schlafsäcken. Sie wurden geöffnet, dann schliefen wir weiter und machten noch Musik übers Handy an (ja, da wir wissen wie es um die Steckdosen bestellt ist, können wir uns diesen Luxus erlauben!). Irgendwann machten wir einen Abstecher zu den Toiletten. Hui! Die sahen aber schick aus. Wie ein kleines Badezimmer, mit Spiegeln, in denen man sich sehen konnte, sauberen Fußböden, Seife und viel Platz zum Waschen! Nach einer ausgiebigen Katzenwäsche samt Haarwäsche frühstückten wir unsere gesunden Haferflocken-Rosinen-frische Bananen-Mandeln-Wasser-Tassen.

Danach lagen wir eigentlich nur noch herum, recherchierten Synonyme (siehe letzter Eintrag), berechneten statistische Werte in Bezug auf Menschen, die wir hier kennen gelernt haben aus, vervollständigten noch weitere geheime Listen und kauften uns einen zuckersüßen Schoko-Haselnuss-Muffin, den wir gerecht aufteilten. Dabei mussten wir an Lukas denken, wie er in diesem Moment die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, wenn er sehen könnte, wie wir sogar die klebrigen Krümel auf den beiden Messerseiten separierten.

Gleich gehen wir zu Subway (verflixt, immer dieses Junk-food!!) und dann brechen wir vielleicht doch irgendwann auf. Von Auckland kommt man einfach nicht so schnell los! Und außerdem gefällt es uns sehr gut hier in dieser Raststättenminiaturstadt. Es gibt hier immens viel zu essen: McDonald’s, Noodle Hut, Indian/Kebap/Thai-Restaurant & Takeaway, Subway, das Autobahncafé, das Sushi-Haus, Bombay hills fruit & veg, Bombay Bakery, die Tankstelle mit free Wifi und natürlich und nicht zu vergessen unser Badezimmer samt Steckdose!

Wohin uns unser Weg heute noch führt, werden wir euch später noch wissen lassen. Wir hatten nur Angst, dass ihr zu wenig zu lesen habt, die letzten Berichte sind ja eher kurz ausgefallen, nicht wahr? Das war übrigens Ironihiiiii!! (Hey, dieser Satz geht an alle Eltern dies so gihihiebt, wir schicken Grüße raus an jede besorgte Mutter, an alle Papas und nervigen Geschwister. Ach, ihr versteht das gar nicht…*kicher*)

Sooo, denkt euch jetzt einige Stunden Pause. Wir haben den Steckdosenzugang um einige hundert Meter in den McDonald’s verlegt. Weiter geht’s:

Auf dem Weg lugten wir mal in alle Geschäfte, was hatten die denn so zu bieten? Also, im Subway trafen wir auf eine Rudermannschaft, aber weit und breit kein Strom und kein WiFi! Raus hier! Du bist nicht mehr im Team! Darum wanderten wir weiter, vorbei am indischen Takeaway zum Bombay hill fruit & veg. Da blieben wir hängen. 2$ für eine Tüte voll Orangen? Das hörte sich doch nach einem guten Angebot an. So traten wir in den Laden. Huch! Waren wir in einem Kinder-Kaufmannsladen gelandet? Es sah fast so aus. Der Boden war wie in einem Kinderzimmer mit Teppich ausgelegt und neben Obst und kühlen Getränken wurden ebenso Babystrickklamotten und Honig verkauft! In den Regalen war nicht alles vollgepratscht wie im Pak’n Save, nein, im Gegenteil, man fand oft nur ein Produkt einsam vor sich hin stehen. Hier mal eine Packung Backpulver, dort ne Tüte Chips und hier und da eine Flasche Olivenöl. Komisch, komisch…Wir waren schon fast auf dem Weg nach draußen, da fiel Viola eine große Kiste ins Auge: es blinkten nur die zwei Zeichen: 5$! Sofort wanderten unser aller Augen auf besagte Pappkiste. Hm…für das Geld lag aber ganz schön viel zu Essen in der Schachtel. Bananen, Zucchini, eine Mango, Orangen, Äpfel, Lauch, Sellerie, Blumenkohl, eine Gurke, eine Nektarine und Paprika. Alleine eine Paprika kostet schon über 2$! Warum zögerten wir denn noch? Naa, das Gemüse und das Obst sahen halt nicht mehr gaaaanz so frisch aus. Die Paprika waren schon verschrumpelt, die Bananen grau und fleckig, die Orangen hatten lila Sprenkel und auch die Mangohaut hatte wohl Cellulite. Dass der Blumenkohl bereits kleine Schimmelsporen enthielt fiel uns erst später auf. Ihr könnt erraten, was also passierte: Willig nahmen wir den Karton und schleppten ihn entzückt zur Theke. Lukas, verzeih uns bitte, aber für 5$...was kann man da noch falsch machen?  Wir breiteten unseren Kauf vor unserem Auto auf dem Boden aus und mampften gleich mal zwei Bananen. Heute Abend Reispfanne mit Gemüse? Das war doch ein Plan!

Da wir aber JETZT schon hungrig waren, spurteten wir zu Maccas, brachten unsere Vliesjacken als Klimaanlagenprotektor mit, schlossen Laptop und Kameraakku an die vorhandenen Steckdosen an, kauften uns einen BigMac bzw. einen Bacon-Cheeseburger mit Pommes, nahmen Platz und richteten uns kurz gesagt häuslich und mit Hinblick auf eine längere Arbeitsphase ein. Hier sitzen wir immer noch und warten darauf, dass Lightroom die Fotos auf die neue noch in Plastikfolie eingewickelte externe Festplatte exportiert. Viola hat übrigens noch die letzten Knöpfe an unser Kopfkissenbezug-Top genäht. Es ist jetzt offiziell fertig gestellt!