Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

13Dezember
2014

Namenlos

Still und leise verließ morgens Dustin unser Schlafgemach, dies war seine letzte Nacht in diesem Hause gewesen. Wir anderen schlummerten noch eine Weile. Chris begab sich irgendwann in die Dusche und auch Ole fand den Weg aus seinem Schlafsack. Gegen 10 Uhr dann endlich: Lina und Lukas standen vor der Tür! Zum Glück mussten die beiden nach dem Klingeln noch die vielen, vielen Stufen bewältigen, sodass auch Viola noch rechtzeitig aufstehen konnte. Juhuuu, endlich waren alle da!!! Alle? Ja richtig, ganz so viele wie letztes Jahr waren wir leider nicht, Jule ist dieses Wochenende auf Ersti-Fahrt und Felix hat leider zu viel mit der Uni zu tun... Aber dennoch war die Freude riesig! Oh wie ist das schön!!! Und weil Michèl immernoch im Bett lag, sprang Lukas einfach mal direkt auf ihn drauf. Ein sehr sanftes Wecken!

Nun wurde das Frühstück bereitet.

...

So, genug gefaulenzt, nun hieß es Leipzig erkunden. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Innenstadt. Zunächst besuchten wir einen kleinen veganen Weihnachtsmarkt, der in einem Innenhof aufgebaut und sehr alternativ und bunt gestaltet war. Lukas ließ sich zum Kauf einer fairgehandelten Mütze hinreißen. Direkt vor dem Weihnachtsmarkt befand sich ein cooler Laden mit allerlei interessanten Instrumenten, die natürlich lautstark ausprobiert wurden, einem faszinierendem Ofen und allerlei anderem Krimskrams. Interessante Gegend hier, alle Gebäude sind bunt, es laufen viele junge Menschen herum, eine sehr angenehme Atmosphäre. Da hat sich der liebe Michèl eine schöne Gegend ausgesucht!

Unser einziger Termin des heutigen Tages war die Kinovorstellung des dritten Teils des „Hobbits“. So bahnten wir uns langsam den Weg über den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, vorbei an lecker duftenden Köstlichkeiten, einem Ableger unseres guten Alten Haus der Geschichte in Bonn und natürlich, wir kennen ihn alle „Auerbachs Keller“ aus Goethes Faust. Hust. Im Kino ergatterten wir gerade noch so die allerletzten Tickets für die Hobbit-Vorführung, nochmal Glück gehabt! Bis der Film anfing hatten wir noch Zeit, also setzten wir uns in einen kleinen Vietnamesen und aßen zu Mittag. Daraufhin wurden ein paar Snacks für den Film gekauft und noch ein kleiner Spaziergang mit lustiger Unterhaltung durch eine einparkende Frau, (oder was tat sie da?), gemacht und dann konnten wir uns auch in unsere Kinosessel fläzen, die 3D-Brille aufsetzten und hineinsaugen lassen in die Welt der Hobbits, Orks, Zauberer, Zwerge und Elben.Trotz kleiner Verständisschwierigkeiten auf Grund kurzzeitigen Einnickens, kam der Film gut an. Nun haben wir alle drei Teile an so unterschiedlichen Orten gesehen und doch immer in trauter Runde.

Langsam begann die Abendplanung. Wir entschieden uns zunächst nach Hause zu fahren und das hätte, wenn Michèl nur einen Tick mehr Ortkenntnis gehabt hätte auch gut geklappt, aber wir sind in sowas ja auch nicht die großen Leuchten, also lachten wir nur beherzt, als Lina nach minutenlanger Fahrt schließlich auffiel, dass wir in falscher Richtung unterwegs waren.

Um die teilweise leeren Mägen zu füllen, wollten wir bei einem kleinen Imbissladen noch Pizza essen. Auf dem Weg dorthin ereignete sich jedoch ein erschreckender Vorfall. Zwei aggressive Polen attackierten Michèl heimtückisch von hinten und rissen die Kapuze seiner Jacke ab. So was Gemeines! WIr Mädchen hatten leider wohl den Mut verloren, einzuschreiten, nur Lukas ging auf die Typen zu und beruhigte die Lage. Als sie eingesehen hatten, dass wir keinen Stress wollten (warum auch immer man das denken sollte, wenn man seelenruhig den Bürgersteig entlang spaziert?), zogen sie ab.

In der WG chillten wir nun eine Weile, Michèls Freund Josh stieß auch dazu. Irgendwann schlug dieser vor, dass wir eine gemütliche Kneipe namens "Apotheke" aufsuchen könnten. Da er jedoch so wenig Ortskenntnis wie Michèl besaß, irrten wir bestimmt eine Stunde lang durch die Nacht ohne auch nur den Hauch einer Apotheke zu erhaschen. Niemand, den wir befragten, konnte uns dabei weiterhelfen und der Versuch per google maps ans Ziel zu gelangen, scheiterte ebenfalls gnadenlos. Bis--- ja, bis wir ein sehr verwirrtes und zotteliges Mädchen namens Anne trafen. Plötzlich behauptete sie, wir seien ihre Freunde. Und wir sollten sie zu einem "Club" bringen, den wir merkwürdigerweise auch noch fanden. Das angetrunkene Mädel war nun unsere Freundin und daher kamen wir auch rein ohne zu bezahlen. Wir wussten zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht, dass es sich um die Geburtstags- und Abschiedsfeier von zwei uns unbekannten Menschen handelte, das Buffet bereits geplündert und verschimmelt war. die menschlichen Überbleibsel der Partygäste ein reines Desaster und die Bar ausgeschöpft war. Wir versuchten trotzdem, dieser geschlossenen Gesellschaft etwas abzugewinnen und tanzten und kickerten mit. Nicht allzu lange, aber dennoch war es irgendwie auf eine schrullige Art sehr witzig hier! Irgendwann zwische drei und halb vier Uhr wurde die Musik agedreht und wir mussten alle den Laden verlassen. Ein paar normale Menschen hatten sich anscheinend doch unter den anderen Wesen versteckt, denn einer holte seine Ukulele heraus und es wurde wonderwall angestimmt. Wie eine religiöse Gruppierung pilgerten wir so von ihm angeführt singend und tanzend durch die Straßen von Leipzig. Am Ende dieser Reise lag das Flowerpower, ein kleiner enger verrauchter Club, an dem uns am meisten der Bratwurststand vor der Eingangstür reizte. Ein Teil von uns schmauste also gut, während der andere drinnen am Tanzen und Kickern war.

Dieser Club lag wieder nahe der Karli-Straße und wir hatten so nur einen recht kurzen Nachhauseweg. Dort waren wir immernoch nicht müde genug um zu schlafen und wir setzten uns in die gemütliche Küche und qatschen noch ewig über interessante Partys, die Teenager heutzutage anscheinend besuchen, vergesst abendliche Bezirksvorspiele und Hausaufgaben erledigen.

Die ersten Sonnenstrahlen erhellten bereits die Welt, als wir es uns allesamt in Michèls Zimmer gemütlich machten und einschliefen.