Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

11Dezember
2012

Nachtrag!

Verzweifelt und deprimiert liefen wir nach Hause...wurden überaus herzlich in überschwänglicher Freude und in vierdimensionaler Art von unseren Zimmergenossinnen aufgenommen...wir mussten hier weg. "Was nehmen wir mit?" - "Die Kamera und das Messer!". Ganz schön gefährlich....was hatten wir vor? Nein, heute mal nicht auf der Jagd nach Möwenfleisch, sondern nur mal wieder auf der Suche nach einem Flachsabenteuer. Vor einem Bestattungsinstitut fanden wir die passenden Blätter für uns. Wir achteten auch darauf, ja keine Familie zu zerstören. Wir wissen, dass ihr das nicht versteht. Pech gehabt. Wir wollten so weit wie möglich aus der Stadt heraus, da sahen wir über den Dächern eine kleine langweilige Hügelkette. Wenigstens die wollten wir erklimmen und endlich wieder adventurous sein. Unglücklicherweise erwies sich der Aufstieg als nicht ganz so einfach. Wir gingen einen Weg entlang bis wir plötzlich direkt vor einer Haustür in einer Sackgasse ankamen. Na toll, man konnte Kaitaia einfacj nicht verlassen. Also machten wir kehrt. Na, wen hatten wir denn da? Waren das nicht die fabelhaften Köche, die gestern ein Steak auf dem Teller liegen hatten, dass wir gierig aus der Ferne betrachteten und denen wir fast den Salat weggegessen hätten, da wir dachten, es handelte sich um free food? In der Tat! So klein in die Welt. Sportlich joggten sie uns entgegen. Wir mussten ihnen die traurige Nachricht überbringen, dass dieser Weg nicht in die Freiheit führte. So liefen wir eine Weile nebeneinander her, wobei wir erfuhren, dass sie wussten, wie man Hüte aus Flachs webt und dass sie aus Schweden kamen. Auch sie waren so erpicht darauf den Berg zu erklimmen, dass sie, da es keinen regulären Weg gab, über Zäune und Gatter sprangen. Während sie schon am den Hügelkamm erreicht hattn, standen wir noch, vom Hundegebell eingeschüchtert vor dem Tor. Wir fassten uns ein Herz, weckte unseren Spirit und folgten ihnen schnurstracks, nur im halben Tempo und ließen dabei zu unserer Linken die Wachhunde und zu unserer Rechten die Kühe zurück. Die Schweden hatten wir inzwischen aus den Augen verloren.Wir mussten einige weitere Zäune überwinden und uns durch das hohe Gras mit unserem ungeeigneten Schuhwerk kämpfen, bis wir ein schönes Platzchen mit nicht allzu hohem Gras fanden, wo wir uns niederließen, Flachs und Messer zur Hand nahmen und dem Sonnenuntergang entgegen flachsten. Die frische Luft und die Weite ohne Häuser und Menschen, stimmte uns direkt positiv und ließ uns all unseren Frust vergessen. Wunderschöne Blumen und Sterne entstanden so. Es war einfach nur schön! Die Sonne ließ in ihrer Kraft bald nach und so wollten wir uns an den Abstieg machen. Um nicht doch noch in die Klauen der Wachhunde zu gelangen, entschlossen wir uns einen anderen "Weg" zu nehmen. Doch so leicht sollte das nicht werden. Bereits der erste Zaun stellte sich, nach einem Test durch Viola, als elektrisch geladener Zaun heraus. Kein Tor weit und breit. Also mussten wir unten durch. Als das geschafft war, tat sich vor unseren Füßen plötzlich eine Schlucht auf. Also den Berg wieder hinauf, bis zum Ende der Schlucht. Wir hatten jedoch nicht bedacht, dass man in den Schlamm einsinken kann. Auch schnelles Hüpfen konnte nicht verhindern, dass Chris mit einem Fuß bis zum Knöchel versank. Unsere juckenden Beine trieben uns jedoch weiter über bzw.unter weitere elektrische Zäune -weitere eletrische Schläge folgten- direkt in die Mitte einer Kuhherde! Panisch kehrten wir um und dann doch durchzulaufen. Die Kühe schienen sich nicht so sehr für uns zu interessieren, als wir uns an ihnen vorbei schlichen. Letzlich fanden wir den Weg auf die Straße und mussten mit Entsetzen feststellen, dass wir schon recht spät für unsere Verabredung dran waren. Um 9pm erreichten wir unser Lieblingshostel und holten Pia und Deborah zum Canasta spielen ab. Chris unterlag einem fürchterlichen Heuschnupfen und nur daran lag es, dass sie das erste Mal in ihrem Leben nicht bei Canasta gewann. Da die beiden am nächsten Tag früh das Hostel verlassen würden, gingen sie irgendwann weiter packen und wir unseren Hunger stillen. Endlich mal schöne Erlebnisse in Kaitaia!