Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

04März
2013

Mt.Taranaki-du kommst uns nicht davon!

Mt. Taranaki Zwischen den Wolken Gipfelstürmer! Ein Vulkankrater mit Eis. An Lisl: leider keine Lava! Gespenstischer Nebel...buhuuu!

6:15Uhr: Der Wecker klingelt. 3. Versuch. Langsam schälten wir uns aus den Inletts. Ein Blick aus dem Fenstern ließ uns erstarren. Wo war der Berg?! Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wir warten zwei Tage, und dann verschwindet er einfach…Oder war er nur in den Wolken versteckt? Oh nein, einen weiteren Tag warten wir nicht, heute ziehen wir die Wanderung durch, selbst wenn der Berg unsichtbar ist. Basta!

Um 8Uhr waren wir marschbereit und siehe da: Gerade als wir den ersten Fuß auf den Weg setzten, riss der Himmel auf und tadaaa-da war ja unser Mt. Taranaki! 1567m standen uns bevor und sogleich ging es steil bergauf. Auf einer Schotterstraße, die sich Kurve um Kurve der Berghütte näherte, begannen unsere Waden schon wie Feuer zu brennen. Aua! Der Teufelsweg war streng monoton steigend. Bald schon befanden wir uns über den Wolken. Es folgte im Mittelteil eine Reihe von Stufen und Treppen. Puh, es gab wirklich keine Möglichkeit mal kurz Luft zu holen. Trotz des angenehmen Wetters, schwitzten wir T-Shirt und Fleecejacke durch. Chris beobachtete derweil ein seltsames Phänomen: Ihr rechter Fuß schlief beim Gehen ein. Er kribbelte wie bei Ahoi-Brause! Sehr komisch. Es war nicht gerade eine einschläfernde Tour. Oje, zu unserem Bedauern mussten wir nun eine lange Partie auf unserem geliebten Geröll in Angriff nehmen. Neeeeeeein! Lange quälten wir uns durch Schutt und Asche, immer mit dem nächsten Markierungspfeiler als Zwischenziel vor Augen. Schließlich hatten wir auch diesen Part hinter uns gelassen und der Gipfel war schon deutlich näher gerückt. Es trennte uns nur noch eine Abenteuerlandschaft für ambitionierte Herzblutkletterer. Die letzte Biegung erö ffnete uns verwunderliche Anblicke: Ein Krater, bis oben gefüllt mit Eis. Voll cool! Aber der Gipfel lag noch über uns. Wir folgten dem Opa mit den Gamaschen und standen am Ende auf dem Berggipfel! Krass! Außer Wolken und den Gipfeln des Mt. Ngaurahoe und des Mt. Ruapehu konnte man zwar nicht viel sehen, aber doch immer noch genug, um völlig aus dem Häuschen zu sein. Nach dem Gipfelfoto gesellten wir uns zu dem Belgier, der jenes von uns gemacht hatte, an den einzigen halbwegs windstillen Ort hier oben. Überall sonst pfiff der Wind einem nur so um die Ohren, als wolle er einen vom Berg pusten. Der Belgier verließ uns bald und während wir unsere Käsebrote aßen, tauchte ein Engländer auf. Sein Name war Dominik. Wir unterhielten uns eine Weile, er wollte sogar unsere Blogadresse haben, mal schauen, ob er einen Kommentar da lässt. Irgendwann, nach fast zwei Stunden hier oben, wurde es uns zu kalt. Auch der eine Handschuh, den jeder von uns trug, half nicht mehr. Also machten wir uns und en Abstieg. Alles wieder runter. Erschwert wurde es durch die aufsteigende Nebeldecke, die die Sicht erschwerte. Teilweise konnte man den anderen auf 30m nur noch als schwarze Gestalt erahnen. Zehn Stunden nach Aufbruch kamen wir wieder am Parkplatz an. Geschafft!

So, nun war erst einmal eine Dusche angesagt. Heute erfreuten wir uns dieser im Waschbecken der public toilets. Gewaschen von Kopf bis Fuß, bereiteten wir unser Abendessen zu. Eine wahre Delikatesse landete am Ende auf unseren Tellern, eigentlich haben wir den gewöhnlichen Milchreis mit Salz, Pfeffer, Kokosflocken und viel Currypulver angereichert. Dann noch Äpfel dazu-fertig! Super lecker, wir waren selber überrascht! Das Luxusgut, das sich heißes Wasser nennt, nutzten wir abschließend noch, um uns eine Kanne Einschlaftee zuzubereiten.