Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

13Mai
2013

Lesestunde

Hier wehen die warmen Winde östlich der Alpen herum Zeit zum Lesen

Um 8 Uhr verließen wir unseren Platz, denn sowohl Chris als auch Lukas wollten Telefonate führen, was hier mangels Netz nicht möglich war. Wir stellten uns kurz hinter dem Dorf auf den Parkplatz bei den Maori rock drawings, die wir nach einer Besichtigung für nicht besonders beeindruckend hielten. Sie waren gerade mal aus dem 19. Jh. und teilweise sah es einfach so aus, als hätten Kinder etwas auf den Felsen gemalt. Ein Großteil der Zeichnungen war sowieso bereits entfernt worden. Wir frühstückten im Auto, Lukas bereitete sich instant noodles zu, bei uns gab es das obligatorische Müsli, und hatten noch keine Motivation weiter zu fahren, da man bei den tief hängenden Wolken eh nicht viel von der Umgebung sehen konnte. So legten wir uns wieder ins Bett und schalteten den Laptop ein, um “Scary Movie 3“ zu schauen. Unterbrochen wurden wir dabei von einem lauten Klopfen. Draußen stand ein Mann vor seinem Jaguar und wies uns unfreundlich auf das „No camping“- Schild hin. Als wir ihm erklärten, dass wir hier weder geschlafen hatten noch würden, verzog er sich wieder in seinen Luxusschlitten und brauste davon.

Nach dem Film fuhren wir dann doch weiter und zu unserer Freude klarte der Himmel auf, bald war kein einziges Wölkchen mehr zu sehen. Durch eine atemberaubende karge Berglandschaft mit tiefblauen Seen und gelben Bäumen, machten wir unsere Strecke weiter zum Mt. Cook. In Omarama hatten wir schon unser Ziel, einen freien Campingplatz, erreicht. Er lag wunderschön in einem Tal an einem Fluss und bestand eigentlich nur aus einer riesigen Schafsweide, einer Schafsherde und einem Klo. Wir waren von der Idylle begeistert, packten unsere Campingstühle aus (das erste Mal, dass wir sie benutzen), setzten uns in die Sonne und lasen: Lukas “Harry Potter“, Viola “Verbrechen“, was wir alle zusammen in Kaitaia angefangen hatten und Chris “Ein Jahr in Neuseeland“. Bis die Sonne langsam unterging und die Schafe längst vom Schäfer zusammen getrieben worden waren, saßen wir dort gemütlich. Das Lesen setzten wir nun im Van fort und chillten bis es Zeit zum Abendessen wurde. Wir aßen Reis mit Apfelsoße und Lukas Zwiebel-Thunfisch-Reis.