Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

27Dezember
2012

Karaoke Abend

Nach einer weiteren gemütlichen Nacht, sie wurde nur einmal durch einen Maori-Geist und den Kaitaia-City Sound gestört, erwachten wir früh morgens, frühstückten und liefen mal wieder recht spät zu unserem Auto, als uns plötzlich fünf hektische Gestalten entgegen kamen. Jule, Lisa, Jöran und die zwei Italiener brauchten unsere Hilfe, denn ihr Auto sprang nicht an. Also erweiterte sich unsere Passagieranzahl auf zehn Menschen. Besonders vorsichtig fuhren wir also zur Arbeit und pflückten acht lange Stunden Mandarinen. Was für ein Spaß!

Nach der Arbeit gingen wir Einkaufen, wir kauften uns zusammen mit Jule und Lina Waschpulver, sogar nicht das aller günstigste sondern eines, was gut riecht, um wenigstens einmal in der Woche gut zu riechen. Nun war es Zeit für einen kleinen Zwischensnack, also wurde auch Rest des zweiten Brotes noch verputzt. Zwei Brote in zwei Tagen, guter Schnitt, oder?

Während wir dann unsere Einkäufe neu in unsere Kisten einsortierten, gesellte sich plötzlich eine alte Bekannte zu uns. Isi, die damals in Auckland mit uns in einem Zimmer war. Auch sie versucht hier einen Job zu finden und wird die nächsten Wochen hier bleiben. Zusammen mit ihr bereiteten wir unser Abendessen vor. Da es von der Arbeit massenweise freie Kumaras (Süßkartoffeln) gab, mussten wir diese natürlich in Anspruch nehmen und mit einem Rezept, das wir im Pak ‘n save in einem Kochbuch  gesehen und abfotografiert hatten, machten wir uns Reibekuchen mit Spiegelei und Tomaten. Letztendlich wurden es weniger zusammenhängende Kuchen, sondern viel mehr kleine Bratkartoffeln und auch der süßliche Geschmack der Kartoffeln zusammen mit Salz war etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir hatten definitiv mal wieder was Neues ausprobiert. Und auch mit Zucker drauf schmeckte es ganz gut!

Der Tag war noch lange nicht vorbei, denn wir wollten uns ein weiteres Mal in Kaitaias Nachtleben stürzen. Nachdem Michèl gestern niemanden mehr dazu überreden konnte, ihn zum Billard und Bier in die Taverne zu begleiten, wurde das heute nachgeholt. Wir fünf, Oli der Engländer, Harald, ein Belgier und Martin zogen also gegen halb elf los die Straße runter zu unserer Lieblingsbar, der einzigen in Kaitaia. Wir hatten inzwischen erfahren, dass dort heute ein Karaokeabend war und machten uns schon auf die schiefsten Töne gefasst, doch wir mussten bald feststellen, dass hier nur echt gute Sänger am Start waren. Die Maoris haben’s echt drauf! Wir trafen auch wieder Eddi, den Maori, der uns letztes Mal die Drinks spendiert hatte und bekamen wieder direkt was ausgegeben. Schließlich wollten auch wir beide auf die Bühne und unser Programm, also viva la vida und Titanium zum Besten geben, allerdings standen die beiden Songs nicht zur Auswahl. Also entschieden wir uns für das auch schon reichlich erprobte Hallelujah von Leonard Cohen und warfen unseren Zettel in die Schüssel. Etwas nervös warteten wir also auf unseren Auftritt und als unsere Namen aufgerufen wurden traten wir mit der lautstarken Unterstützung unserer Freunde auf die Bühne. Auch wenn es ein paar Stellen gab, wo zwar Text auf dem Bildschirm war, aber von uns kein Laut kam, da es sich um eine uns unbekannte Version handelte, kamen wir doch ganz gut beim Publikum an. Während bei den anderen Sängern die Menschen weiter ihre Unterhaltung führten, drehten sich bei uns doch neugierig die Gesichter zur Bühne, um heraus zu finden, wem da die Massen (unsere Hostel- und Maorifreunde) so zu jubelten. Wir hatten definitiv Spaß! Nach unserer Darbietung wurden wir noch zu einem zweiten Song aufgefordert und ein zögernd entschieden wir uns für Mamma Mia von Abba. Das brachte Schwung in die Bude! Nach unserem Auftritt blieben wir noch eine Weile, da es sich um einen Wettbewerb handelte und wir hofften, dass der Fremden-Bonus die Fehlerchen ausgleichen würde, aber schließlich waren wir doch zu müde und wir verließen die Taverne. Vorher jedoch hatten wir uns noch mit einem Kollegen von der Arbeit unterhalten, der auch zu unseren Fans gehörte. Dieser erklärte uns noch die Regel „one beer- one kiss“, die wir bei Eddi eigentlich befolgen müssten, doch wir haben diese einfach mal ignoriert haben uns ganz normal nett bedankt. So fielen wir viel zu spät in unsere Betten, ein letztes Mal in dem Maori-Tempel.