Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

18Januar
2013

Goodbye mandarini, fishi und handi!

  Maria und Jerry bei den Mandarinenbäumen Vorher Nachher Lina schleckt an einer rockmelon Ben und Craig Auch Ludwig mag rockmelons Pauseee Chillen unter den Mandarinenbäumen Mandarinenangriff! Mit dem Bötlein auf dem See in der Mittagspause Harold darf mit dem Quad fahren Felix So sehen die großen bins aus! Full load (von Ole)

Heute war für einige der letzte Arbeitstag und insgesamt herrschte die Hoffnung, dass noch an diesem Tag die Mandarinenfelder endlich beendet würden. So wurden bei der legendären Fahrt zum jeweiligen Feld die Kameras gezückt, um die verängstigten Gesichter auf der Ladefläche für immer fest zu halten. Als wir kurz vor Schluss mit dem letzten halbe Feld begannen, war klar: Nächste Woche geht es weiter mit den Mandarinen. So erklang das letzte „Mark your trees!“ leider doch, es gab nicht wie gehofft keinen zu markenden Bäume mehr. Jerry, die Supervisorin, beendete schon ihre Arbeit, als sie plötzlich verwirrt von der Uhr aufschaute. Es war doch noch gar nicht Schluss! Wieso hatte denn Gerrith, der andere Supervisor schon den Feierabend ausgerufen? Hatte er gar nicht, nein, es war nur ein kleiner Abschiedsscherz von Leo. Aus Entrüstung darüber warf Jerry, die sonst so streng und hart dagegen vorgeht, tatsächlich mit einer Mandarine nach ihm! Es sah allerding so aus, als tue sie das zum ersten Mal in ihrem Leben. Ist ja auch eigentlich verboten! Wenig später war dann aber wirklich Schluss und wir machten uns auf den Heimweg.

Dort wurde der Teig für zwei Brote gefertigt, dieses Mal eines mit Oregano (das riecht wie Pizza!) und das andere wie immer mit Rosmarin. Gleichzeitig gaben wir Lina und Jule unsere Pak ‘n save Bestellung auf: eine Flasche Sekt. Heute wurde Abschied gefeiert und da wir keine Lust mehr auf unser restliches Bier von Sylvester haben, was wir irgendwie nicht leer bekommen, brauchen wir Alternativen. In der Zeit, wo die Mädels einkaufen waren, kochten wir unser Abendessen. Spaghetti mit einer Spinat-Tomatensoße gab es heute.

Später gegen Abend saßen wir dann entspannt und ohne Böses zu ahnen vorne auf den Bänken und verewigten uns auf den Fahnen von Ole und Sören, als plötzlich Olli um die Ecke bog. In den Händen trug er einen riesigen schwarzen Plastiksack, der offensichtlich sehr schwer war. Die Verwunderung unsererseits wandelte sich in Entsetzen und Ekel, als plötzlich ein Schwall Blut auf den Boden platschte. Was zur Hölle war in dem Sack???Die Menschen scharrten sich um Olli und Craig, als sie den Sack mit vereinten Kräften auf den Metalltisch im BBQ-Bereich hievten. Dann wurde das Geheimnis gelüftet: ein riesiger Stingray, ein Stachelrochen, glotzte uns aus seinen großen Augen an. Immer wieder wurde nun die heldenhafte Geschichte vom Kampf gegen das tödliche Monstrum erzählt. Achtung an alle unter 18: Dieser Teil enthält brutale Szenen, die für euch noch nicht geeignet sind und traumatisieren könnten! Ein erster Felsblock wurde von Ludwig auf ihn geworfen, um ihn ein wenig zu schwächen und mit weiteren Felsblöcken wurde der Schwanz, der einen Menschen bei Berührung töten kann, fixiert und schließlich, als man sich ihm relativ gefahrlos nähern konnte, mit dem Messer so lange auf den Kopf eingestochen, bis er schließlich tot war. Also, auch wenn es alle unter 18-jährigen natürlich nicht gelesen haben, da sie ja bestimmt auf unsere Warnungen hören: Niemals nachmachen, vor allem nicht bei einbrechender Dunkelheit, wie unsere Jungs das gemacht haben! Nun wurde unter großer Kraftanstrengung der Rochen zerlegt. Es kommt gar nicht mal so viel Fleisch aus einem so riesigen Tier raus…

Fasziniert von diesem Schauspiel, bemerkten wir gar nicht, dass die Küche inzwischen geschlossen war. Das Fatale daran: Unser Sekt stand noch im Kühlschrank! Mit viel Überredungskunst brachten wir Julian schließlich dazu, uns die Küche noch einmal auf zu schließen. Ganz schnell und leise, schnappten wir uns die Flasche und schafften es, ungesehen wieder raus. Puuh, Glück gehabt! Mike hätte es gar nicht gut gefunden, wenn er das gesehen hätte. Nun konnte also auch die Party für uns beginnen. Alle versammelten sich im Haus und hingen nun so rum. Eine richtige Party war es nicht, es gab zwar Musik, aber Stimmung war jetzt nicht wirklich da. Aber so saßen wir auf dem Boden, tranken unseren Sekt (natürlich nicht komplett), probierten vom Pseudo-Bayleys (schmeckt sehr gut!) und unterhielten uns vor allem mit Ludwig und Moritz, aber auch mit Harold, Matt, Isi und vielen anderen. Es war schon ganz lustig. Nebenbei genossen wir noch die von Michèl gereichten warmen Milch-Cocktails. Einen Schreckensmoment gab es an dem Abend jedoch auch noch. Chris‘ Handy landete aus Versehen in einem Sektglas. Es kamen kurzzeitig Zweifel an der Widerstandskraft der Hülle auf, als es sich plötzlich nicht mehr ausschalten ließ und das Handy der Überzeugung war, Kopfhörer angeschlossen zu haben obwohl dies nicht der Fall war, aber diese Zweifel wurden im Laufe des Abends wieder zerstreut. Chris schlief zwischenzeitlich schon auf dem Teppich ein, was auch nicht verwunderlich ist, da es bereits halb fünf war, als wir beide ins Bett gingen.