Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

22März
2013

Da qualmt einem ja der Kopf

Heute arbeiteten wir viereinhalb Stunden. Leider waren die Mehrheit der Trauben fest davon entschlossen gewesen, es zu keiner angenehmen Zeit zu machen, denn wirklich viele waren von so einer komischen Krankheit befallen, die die grünen Trauben rot, schimmelig und irgendwie pulvrig macht. Keine leckere Angelegenheit. Vor allem ohne Handschuhe…bääääh. Viola hatte zum Glück welche, die sie von einem Thai bekommen hatte. Naja…Hände kann man ja abwaschen! Wenigstens hatten wir am Ende die Möglichkeit noch durch die Weinreben zu streifen und vergessene Träubchen abzuernten für Daheim!

Dort waren wir den Umständen entsprechend wieder einmal sehr früh, sodass wir uns nach dem Duschen einen Deal mit Benjamin und Esteban ausmachten. Sie luden uns ein, mit ihnen Mittag zu essen, im Gegenzug fuhren wir sie um 17 Uhr zum PAK’n SAVE, damit sie dort ihren Arbeitsvertrag unterschreiben konnten. Bis es soweit war, schliefen wir noch ne Weile. Es waren allerdings eher VERSUCHE einzuschlafen, denn zwischenzeitlich lief sehr laut die DJ-Mucke von unseren Mitbewohnern. Diese Geräuschkulisse wurde noch wunderbar erweitert durch durchgeknallte Kinder, die zu Besuch waren (als Anhängsel ihrer Mutter, eine Freundin von Eunice) und laut fauchend hinter Fera und Bella hinterher jagten. Oh wie toll. Naja, das Mittagessen heiterte uns allerdings wieder auf, denn es gab hübsch angerichteten Soja Soßen-Reis mit einer Riesenportion Hackfleisch. Mhhh…

Wir fuhren die beiden dann also zum Supermarkt und während wir im Auto saßen bekamen wir auf einmal einen Anruf. Wollt ihr auch bei PAK’n SAVE arbeiten?-Ääääh, momentchen, das muss erst ausgerechnet werden, ob sich das rentiert. Die neuen Arbeitszeiten wären jeweils vier Tage am Stück von 15:00 bis 03:00 Uhr, dann vier Tage frei usw.. Man verdient also in den zwei Wochen, die wir noch hier bleiben werden, 972$+Holiday Pay-Steuern. Und beim Traubenpflücken würden wir so und so viel an so und so vielen Tagen verdienen. Und was ist mit dem Wochenende? Und Ostern? Regen? Und wenn wir beide Jobs kombinieren? Aaaaaaah! Das Problem ist, dass der Pflück-Job so unsicher ist. Okay, also nächste Woche soll die main season anfangen, d.h. „we will be very busy“ laut unserem Chef Alan. Jahre verbrachten wir damit, mögliche und unmögliche Variationen auszurechnen und verblieben letztlich bei dem, was wir hatten. Mit dem Risiko, weniger als beim neuen Job zu verdienen, dafür aber die Chance hat mit einem größeren Gewinn abzuzischen. Boah, wir sind ja vielleicht mal die Zocker! Schade, dass wir nicht in einer nigelnagleneuen Filiale unseres Lieblingsgeschäftes arbeiten würden, allerdings wären die Arbeitszeiten auch echt kacke gewesen. 12 Stunden am Tag…Und was macht man die restlichen vier Tage, an denen man frei hat? Schlafen!! Und man muss es auch so sehen: Wir sind weiterhin an der frischen Luft, müssen keine Regale einräumen, sondern Weinreben ausräumen und zu guter Letzt gibt es reichlich Obstverpflegung vor Ort und das jeden Arbeitstag! Mal sehen, wie das Ganze ausgeht. Unsere Finanzlage wäre sonst gefährlich brenzlig.

Zum Abendessen gab es Brote, dann fuhren wir noch mit Benjamin zum New World, wo er Chips und Bier kaufte, mit welchem wir uns später noch auf dem Wohnzimmerteppichboden vergnügten. Davor aber hatten wir noch zwei intensive Skypegespräche mit Pi und Claudi. Miss you.