Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

Berichte von 03/2016

31März
2016

Sonnenschein über Takaka

Mit einem Sonnenaufgang überm Meer und den Motorengeräuschen der aufbrechenden Camper um uns herum starteten wir in den Tag. Da wir so früh wie möglich timo in Takaka treffen wollten, rollten auch wir bald vom Platz und fuhren gen Nord-Westen. Schon bald wurde die Straße steiler und steiler und wir hoben ab über die Welt. Kurve um kurve schlängelten wir uns erst bergauf, dann wieder bergab. Eine Weile umgab uns noch die typisch neuseeländische grasgrüne Hügellandschaft mit Schafen und Kühen, als wir auf einmal das Ortseingangsschild passierten. Welcome to Takaka!

Wir hielten am Straßenrand und zückten Violas Handy um Timo zu kontaktieren. Er war ein ehemaliger Mitbewohner von Phillip, einem Freund von Viola aus der Uni. Da er nicht ans Handy ging, versuchten wir es übers Festnetz. Am anderen Ende der Strippe erreichten wir jedoch nur einen gewissen Fabian, der uns darüber informierte, dass Timo auf dem Weg nach Totaranui war, wo er arbeitete. Er würde erst nächsten Donnerstag zurückkehren. Okeeee… Das war jetzt blöd, schließlich hatten wir uns für das Treffen so beeilt. Das Datum war schon lange vorher abgesprochen und abgesegnet gewesen.

Da wir nun viel Freizeit zur Verfügung hatten, statteten wir der library einen Besuch ab um unseren blog auf Vordermann zu bringen. Danach schnappten wir uns unseren Toast und alles Weitere, was wir fürs Mittagessen brauchten und setzten uns neben die Cityroller-Skater-Halfpipe. Die Margarine war komplett geschmolzen, der Käse glänzte auch schon, es war wohl sehr warm im Auto geworden. Da die Sonne einem hier so wunderbar auf den Pelz schien, machten wir ein kleines Nickerchen. Anschließend fühlten wir uns wie neu geboren und waren bereit für einen Stadtbummel am Nachmittag.

Takaka war bevölkert mit Hippies und solchen, die es gerne wären. Gandalf, Almöi, Dreadlocks, Barfüßer – dies war hier völlig normal. Es gab coole Läden, vor allem Kunsthandwerk, alternative Klamotten, kruschtelige Souvenirläden, Cafés und Bioläden fand man hier. Wir gingen die Straße einmal auf und wieder ab, stöberten hier und da ein bissel und pausierten im Dangereous Kitchen wo wir uns einen veganen, Schoko-Rote Beete-Kuchen mit Avocado-Schokoladen-Topping mit Mandel gönnten. Sehr delikat! Im Café war eine sehr gemütliche Stimmung. Wir saßen im Hinterhof und genossen wieder mal die Sonne, während wir unter einem Dach aus Trauben dinierten. Herrlich!

Um noch im hellen kochen zu können, füllten wir unseren Wasservorrat am Trinkwasserhahn und zogen dann weiter gen Norden. Noch vor dem Ortsende hielten wir wieder am Straßenrand, denn dort konnte man frisches Obst gegen wenig Geld mitnehmen. 2$ wanderten in die Sparbüchse und 2 kg red Nashis in unsere Hände. Sie schmeckten vorzüglich... saftig und süß! Auf dem Weg zum Farewell Spit bogen wir irgendwann in eine Seitenstraße ein und fanden schon bald einen Platz zum Campen. Nachdem wir den Strand erkundet und Muschel gesammelt hatten, bereiteten wir das Abendessen zu. Heute gab es Spaghetti mit einer Tomaten-Thunfisch-Soße. Die Nudeln verkochten nicht, was das Gericht überaus genießbar machte. Mit vollem Magen lehnten wir uns auf unseren Autositzen zurück, hörten Musik, schrieben Blogartikel und killten Mücken.

Dangerous Kitchen Veganer Schoko-Rote-Beete-Kuchen mit Schokoladen-Avocado-Topping mit Mandeln 

30März
2016

Arthur`s Passandflies

Der Blick aus dem Fenster zeigte uns von den Wolken verhangene Hügel. Das sieht zwar auch schön aus, doch für eine Passüberquerung bei der es um die Aussicht geht, ist das nicht unbedingt das was man haben will. Naja, warten wir mal ab. Der Weg begann äußerst vielversprechend! Die Beschreibung von goldgelben Bergen, die weite Ebenen einschließen durch de sich unsere Straße windet, habt ihr vermutlich in der letzten Zeit schon ein paar Mal gelesen, und doch hat diese Landschaft jedes Mal ihren eigenen Charme. Faszinierende Felsformationen erquickten Violas Geologenherz. Wir stiegen langsam n die Höhe und die Landschaft wurde nun von Südbuchenwäldern dominiert. An der höchsten Stelle machten wir in Arthurs pass Village halt. Wo wir schon all die Mehrtageswanderungen die es hier gibt, links liegen lassen mussten, wollten wir nun wenigstens einen kleinen Walk machen. Über Brücken und Stufen erklommen wir einen Berg und überholten dabei voller Stolz Kinder und Alten. Ziel war der Fuß eines 131 m hohen Wasserfalls, welcher uns zu tiefgründigen und philosophischen verleitete. Als die Nachzügler eintrafen stiegen wir wieder ab. Mittlerweile war die Wolkendecke aufgerissen und die Sonne erwärmte uns. Wir haben einfach unsägliches Glück mit dem Wetter! So konnten wir uns nun den Pullis entledigen und mit unserem Merchandise-T-Shirt zu unserem Kiwizone-Buch ein Fotoshooting neben den ganzen Werbetafeln machen, die hier erfreulicher Weise im ganzen Land aufgestellt sind. Nun hatten wir uns genug blamiert und verließen diesen Ort durch die steile Abfahrt des Passes, welche beeindruckende Aussichten in die Schlucht bot. Unten angekommen nahmen wir unser Mittagessen zu uns, leider begleitet von einem Haufen Sandflies, welche sich über unsere Körper hermachten. Als wir alle erlegt hatten ging es weiter über eine kleinere Straße. Am Lake Brunner genossen wir die wärmende Sonne an einem idyllischen Strand. Einfach wundervoll diese ganzen Seen in den Bergen. Doch auch hier verhinderten die Sandflies einen längeren entspannten Aufenthalt. Nervige Viecher!

Und weiter ging die Fahrt, begleitet von freudigen Gesängen unsererseits. Gute Stimmung und die tolle Aussicht machen die schon teils zermürbend langen Strecken, die wir im Auto zurücklegen, mehr als erträglich. Wir haben dieses Mal übrigens ein Radio, doch wir wissen nun, dass wir damals mit unserem Loch, wo eigentlich das Radio war, ähnlich viele Sender empfangen konnten wie jetzt. Man ist meistens einfach zu weit ab vom Schuss. Und ob man sich den sexual orientation wizard wirklich geben muss, ist auch zweifelhaft.

Einer Eingebung folgend machten wir einen Abstecher zum Lake Rotoroa. Man könnte meinen wir hätten genug Seen gesehen, doch auch dieser zwar bezaubernd und ja, wir wiederholen uns, die Sandflyschwärme sind unerträglich. Das Wasser war wundervoll klar, doch für ein Bad war es uns bereits zu frisch. Nach langer Überlegungsphase im Auto und in der der Sandflylage entsprechenden Kleidung begannen wir nun vor den sich im Abendlich rot färbenden Bergen unser Curry zu kochen, was wir auch dem Steg an so Tischen verzehrten.

Da wir morgen in Takaka sein wollten, mussten wir jedoch noch weiterfahren. Die Tankanzeige blinkte bereits als wir in Takaka eintrafen, doch unsere Kalkulation ging gerade auf, und wir schafften es wohlbehalten zur Tankstelle. Hier waren wir schon mal. Erinnerungen an unsere Zeit mit Lukas kamen auf, als wir die Hauptstraße herunter und auf unseren altbekannten Schlafplatz fuhren. Damals standen hier die verrücktesten Wagen mit den faszinierendsten Menschen, wisst ihr noch? Dieses Bild hat sich gewandelt. Ein Meer an weißen Riesencampingbussen breitete sich vor uns aus, Oha, scheinbar hat uns unser Eindruck nicht betrogen, dass die Dichte an Touris in Neuseeland deutlich zugenommen hat seit 2012. Ein Vorteil: Man kann sich mi unserem Miniauto gut dazwischen verstecken. Wir fühlten uns etwas weniger sichtbar als wir es in Wirklichkeit waren, als wir auf unseren Sitzen chillten und in den gegenüber liegenden Campervan schauten. Die Typen darin waren sich von auch nicht ihrem Unterhaltungswert bewusst, denn sie boten uns eine hervorragende Autokinovorstellung. Doch wie zur Hölle passen die drei Männer oben in ihren Schlafbereich? Ihre wohlgeformten Astralkörper, die sie anscheinend gerne fast unbekleidet darstellten, natürlich gut eingecremt, nehmen doch schon einiges an Platz ein. Das Kinopopcorn wurde durch den Wein ersetzt, den wir stilvoll aus der Flasche tranken. Schließlich fiel jedoch der Vorhang und so hieß es für uns Schlafenszeit.

Merchandise-Werbung Mittagszeit! Gangstaaaas am Lake Rotoraaaa

29März
2016

Fahren, Fahren, Fahren

Trotz des weiten Weges, den wir vor uns hatten, wollten wir uns ein köstliches Frühstück nicht nehmen lassen: Pancake-Zeit! Schnell war der Teig angerührt und die Äpfel geschnitten und sehr langsam formten sich daraus gold-gelb-frittierte Pfannekuchen. Allerdings immer nur auf einer Seite, beim Umdrehen ergab sich dann eher eine Kaiserschmarrn-Form, die dem ölig-teiigen Geschmack aber keinen Abbruch tat. Der Lookout entpuppte sich mittlerweile als beliebter Hotspot- der wilde Fluss in der Schlucht sah auch cool aus, aber das bedeutete für uns Aufbruch gen Norden.

Wir wählten eine andere Route als beim Hinweg. Zum einen, um Neues zu entdecken, zum anderen, um den spritfressenden Bergen auszuweichen. Sie war nicht ganz so spektakulär, aber was heißt das schon in Neuseeland? Mal Berge, mal sanfte grüne Hügel, viele Seen und verschlafene Städtchen.

In Timaru machten wir bei unserem Lieblingssupermarkt halt und füllten unsere Vorräte, die sich bereits auf eine Kiste reduziert hatten, auf. Auf einmal Verwirrung-wo wollten wir überhaupt hin? Arthur`s Pass, das war klar, doch warum waren wir auf dem Weg nach Christchurch? Wir hatten den Fehler begangen, die Karte nicht genau studiert zu haben und hatten gedacht, dass der Abzweig nach Arthur`s Pass nach Christchurch kam. Falsch gedacht, aber naja. In Christchurch gab es immerhin eine Bib, die laut Reiseführer bis 22 Uhr geöffnet hatte. Also auf, dorthin! Der Blog bedarf unserer Pflege. Oha, Stadtverkehr, ein Graus! Doch wir fanden einen Carpark und standen bald mitten in der Stadt. Wie damals: der Anblick der noch immer zum Großteil zerstörten Innenstadt erschreckte! Noch dazu war es Abend und nur wenige Menschen unterwegs, so erschien es wie eine trostlose Geisterstadt. Wenig hat sich seit dem letzten Mal getan. Die Kathedrale liegt immer noch in Trümmern, ein Haus, dessen Abbruch wir beobachtet hatten, fehlte, doch viele zerstörte, abgesperrte Gebäude waren immer noch vorhanden. Allerdings sind viele neue Kunstgegenstände dazu gekommen. Jedenfalls fanden wir die Bücherei nicht auf Anhieb, die Beschreibung im Reiseführer stammte noch von vor 2011. Als wir sie fanden- Enttäuschung! Sie hatte geschlossen. Wifi gab es auch draußen, doch ohne Strom brachte dies uns nichts. Wir streunten durch die Stadt auf der Suche nach Power. Und siehe da, in einem kreativen Viertel namens „the commons“ mit Pflanzentauschanlage und Klavier fanden wir zwei Steckdosen, eigentlich gedacht für Essenswägen konnten sie doch genauso unserem Laptop Strom spenden. In stundenlanger Arbeit tippten wir in der hereinbrechenden Nacht Blogartikel ab und luden sie vor der Bücherei hoch. Noch schnell gecheckt wo der nächste Domino`s war, wieder eine Enttäuschung: sie hatten alle zu. Also fuhren wir hinaus auf einen netten Rastplatz, wo wir uns Couscous machten und schließlich einschlummerten.

28März
2016

Kepler Track Tag 4: 1000 Schritte bis zur Pause

Die Nacht war nicht so ungestört gewesen wie wir es uns erhofft hatten. Schon in der ersten Sekunde als sich unsere Köpfe dem Kissen zuneigten, hörten wir ein leises aber beharrliches Summen. „Sind das Mücken? Aaaah! Wo sind sie und warum hören wir sie so laut?“ Es war echt merkwürdig. Als ob unzählige Viecher direkt unter unserem Zelt in der Erde hausten.

Am Morgen hatten wir dann das Desaster. In unserem Vorzelt und zwischen dem Haupt- und dem Überzelt hatten sich hunderte von Mücken einquartiert. „Iiih“, quäkten wir. Das Frühstück wurde im Zelt abhalten. Da wir irgendwann doch raus mussten, sahen wir wie wunderschön der Lake Manapouri im Morgenlicht lag. Die Mücken taten uns zum Glück nicht so viel. Wir packten unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg zum Carpark. Zwischendurch trafen wir immer wieder einen Vater mit seinem Sohn, was ganz amüsant war, denn wir überholten uns ständig gegenseitig. Außerdem sangen wir hin und wieder in engelsgleicher Manier vor uns hin, was vorbeihetzende Jogger mit einem "beautiful singing!" quittierten.

Wir gingen recht zügig um die 5 Stunden Laufzeit herunter zu kürzen und bald erreichten wir den Rainbow Reach Carpark, welcher jedoch noch 3,5 Stunden vom eigentlichen Carpark entfernt lag. So eilten wir voran um endlich anzukommen. Chris zählte bis 1000 und dann wurde eine Pause eingelegt. Danach jedoch taten unsere Beine ganz schön weh. Der Muskelkater hatte uns volle erwischt.  Schleppend ging es weiter. Während ab und an gut duftende Menschen an uns vorbeliefen, fragten wir uns wie wir wohl riechen würden. Hmm… Wahrscheinlich nicht ganz so gut… Doch irgendwann waren auch für uns die letzten Kilometer geschafft und wir erreichten unser Auto.

In Te Anau gabs erst mal eine erfrischende Dusche und einen Abstecher in den Souveirladen. Danach snackten wir Chips (Pommes), beziehungsweise Fish’n‘Chips bei einem chinesischen Takeaway bevor wir tankten, Wasser abfüllten und die Stadt gen Queenstown verließen.

In der Stadt der Adrenalinjunkies bummelten wir ein wenig durch die Straßen. Bei ferg burger war eine mega lange Schlange, welche es damals noch nicht gegeben hatte. Am Ufer spielte ein pianist kitschige Klavierkompositionen und viele Passanten blieben stehen und lauschten. Es war so eine quirlige, lebendige Stadt! Supercool! Wir genossen es hier zu sein und das Flair der Stadt in uns aufzusaugen. Welch ein herrlicher Abend!

Als Schlafensplatz suchten wir uns später einen Lookout in der Roaring Meg Gorge aus, wo wir einen Italienischen Abend einläuteten mit Spaghetti Napoli und Sauvignon Blanc. Da es keine Wiese weit und breit gab, verzichteten wir auf unser Zelt und kauerten uns zum Schlafen auf die zurückgeklappten Sitze des Autos. Nicht so gemütlich wie im Dummerchen, aber die flotte Petra machte sich doch ganz gut.

Zimmer mit Aussicht Phantome des kepler Tracks

27März
2016

Kepler Track Tag 3: Schneise der Verwüstung

Als der Wecker um 7:45 Uhr klingelte waren wir noch wach vom letzten Kampf mit dem Kea. Entkräftet von der ereignisreichen Nacht und mit dem Wissen, dass mit dem einsetzenden Tageslicht der Spuk ein Ende haben sollte, drehten wir uns um und schliefen noch tief und fest bis wir um 9 Uhr wirklich raus mussten. Während Chris noch mit dem Aufwachen beschäftigt war, begutachtete Viola die Schäden. Chris` Schuhe hatten die Attacke gut überstanden, Violas Schuhe hingegen hatten schon besser Tage gesehen. Insgesamt drei große Löcher hatte das gefräßige Biest hinein gehauen, zwei davon stachen bis in den Innenraum. Das Gefluche, gepaart mit verzweifelten Lachattacken wurde nicht kleiner als der zerfressene, eigentlich extrem robuste Gummizug und die Löcher im Zelt unter die Lupe genommen wurden. Warum macht ein bescheuerter Arschlochvogel das? Gibt es eine Kea-Versicherung? Wie knapp waren wir einem Schädel-Hirn-Trauma durch Kea-Schnabel-Schläge entkommen? Fragen über Fragen über die heiß mit den Franzosen diskutiert wurde, während wir frühstückten. Arnaud und Floran machten sich auf den Weg und wir packten unser trockenes (!) Zelt zusammen. Als letzte des Campgrounds machten wir uns auf die vorletzte Etappe unserer Wanderung. Sie führte hauptsächlich durch den Regenwald und vorbei und über Bergflüsse über gut begehbare Wege. Auch das Wetter spielte dank uns (denn wir trugen unsere Regenjacken) mit und entgegen der Wettervorhersage blieb es trocken. Und doch war das Gejammer groß! Die Nacht war zu kurz gewesen, die Knöchel zu stark angeschwollen, die Beine und Füße taten weh. So richtig wollte es heute nicht. Umso größer war die Freude als wir die ersten vorgegebenen drei Stunden innerhalb von 2,5 h zurückgelegt hatten. Das musste erstmal mit unserem 5-Gänge-Mittagessen auf einer Insel im Fluss belohnt werden. Obwohl die Energiereserven nun gefüllt waren, ging es nun nicht schneller voran, wir schleppten uns von Marderfalle zu Marderfalle. Wundervolle Vogelmelodien hingegen versüßten die Quälerei etwas. Doch nach dieser Idylle kam auf einmal etwas in Sicht, was wir schon zu gut kannten: Zerstörung. Alle paar Meter breitete sich ein Schlachtfeld vor uns aus, zerschmetterte Fliegenpilze wohin man auch sah. Keiner stand mehr auf seinem Fuß, außer ab und an mal ein Kinder-Fliegenpilz. Kilometer um Kilometer verfolgten wir das Schauspiel, doch trotz haufenweiser Theorien fanden wir keine Antwort. Mit den Kräften schon fast am Ende erreichten wir die Moturau Hut. Wir zapften Apfelsaftwasser aus den Wasserhähnen und nutzen die Toilette, dann ging es weiter zu Shallow Bay Hut. Dort wollten wir heute unser Lager aufspannen. Wir erreichten sie nicht ganz, denn schon zuvor sichteten wir den perfekten Zeltplatz am Strand mit Blick auf See und die Berge. Unsere Nachbarn machten indes ein Lagerfeuer. Wir kühlten unsere Füße im Seewasser, bauten das Zelt auf, fläzten uns sofort hinein und kochten im Zelteingang einen famosen Apfel-Ingwer-Aprikosen-Milchreis mit der besten Aussicht. Wie gut es tat, hier zu liegen! Schließlich begann es stark zu regnen und das Geprassel vervollständigte die gemütliche Atmosphäre. Auf eine ungestörte Nachtruhe!

Fliegenpilz-Verwüstung Milchreis mit Äpfeln im Vorzelt neben leckeren Käse-Schuhen Das Werk eines

26März
2016

Kepler Track Tag 2: Grafschaft Landschaft

Nach einer Nacht unter Sternen erwachten wir am allerschönsten morgen den man sich nur vorstellen kann. Um 7 Uhr blinzelten wir verquollen aus unseren Schlafsäcken und Schichten aus Zeltplanen hervor. Am Horizont war bereits ein Lichtstreifen erkennbar. Hinter den Bergen war die Sonne wohl schon aufgegangen. Am Himmel stand noch hell der Mond auf babyblauem Hintergrund. Wir mümmelten uns noch eine Weile zurück in unseren Unterschlupf, bis die Sonne als strahlender Lichtball hinter der Bergkette emporstieg. Sonnenaufgang! Und wir mussten nichts weiter tun als die Augen zu öffnen um ihn zu genießen.

Leider war unsere Schlafausrüstung feucht geworden, doch trocknen lassen konnten wir sie nicht, dazu war die Sonne noch nicht stark genug uns außerdem wollten wir wieder zurück auf den Weg um dort zu frühstücken. Die ersten Wandersleut kamen auch schon vorbei.

Wir setzten uns in Bewegung und steuerten die Luxmore Hut an, von dort hatte man auf einen fabulösen Ausblick ins Tal mit den Bergen und einer dicken Wolkendecke unter uns. Der See und die Stadt waren nicht zu sehen. Wir füllten unseren Wasservorrat auf und gingen weiter zum luxmore Summit, also zum Gipfel. Nach einer kleinen Anstrengung thronten wir ganz oben über der Landschaft - wie die hochherrschaftlichen Gräfinnen! Noch einen letzten Blick auf Lake te Anau und schon verließen wir den Gipfel wieder um zum nächste Gipfel zu kommen. Die Ausblicke nahmen sich nichts, es sah wieder und wieder umwerfend aus! Mittlerweile hatte der Weg sich zu einem schmalen Grad verkleinert, von dem man aus rundherum die beeindruckenden Berge und Seen sehen konnte. Es war wunderschön! Die wilde Landschaft, Sonnenschien, wenige Menschen, nur wir beide und das klackern von Violas Wanderstöcken.

Nach einiger Zeit verließen wir die spärlich bewachsene Region und tauchten wieder ein in die Welt die Bäume. Überall wuchs Moos und graue Flechten hingen an den Ästen der Bäume. Alle paar hundert Meter tauchten Marderfallen am Wegrand auf. Sie halfen uns nun ein gewisses Zeitgefühl zu entwickeln. Der Weg wandte sich nun in engen Kurven bergab. Zwischendurch änderte sich die Umgebung auch immer wieder, grün war es jedoch immer. Mal ein Regenwald, dann ein Zauberwäldchen… Es zog sich noch eine ganze Weile, bis wir endlich im Tal angekommen waren und unser Zelt auf dem Campsite aufbauen konnten. Wir kochten unser berühmtes Curry zum Abendessen und machten dabei die Bekanntschaft mit Arnaud, einem sehr gesprächsfreudigen Franzosen. Er gab uns auch was als Schutz gegen Sandflies, die hier leider zu Genüge herumschwirrten und unsere Gesichter und Violas Fußgelänke pieksten wollten. Im Gesicht hatten wir wohl Sonnenbrand bekommen, die Nase tat beim Draufdrücken weh.

Als es dunkel wurde, machten wir noch eine Nachtwanderung zu den Iris Burn Waterfalls.  Da soll man nachts wohl Kiwis hören. Allerdings war der Wasserfall., dass man außer ihm so gut wie nichts hörte.  Darum gingen wir auch bald zurück.

Im Zelt liegend freuten wir uns schon auf eine geruhsame Nacht. Diese wurde jäh zerstört, als die Anwesenheit eines unliebsamen Gastes entdeckt wurde. Ein Kea hatte sich an unserem Zelt zu schaffen gemacht und pickte unaufhörlich an einem Gummiband an einem Gummi von einem Hering herum. Und damit nicht genug. Ein Blick ins Vorzelt machte klar: drei von vier Schuhen waren weg! Viola opferte sich und angelte sie von der Wiese wieder ein. Wohin der Vogel sie verschleppt hatte. Die ganze Nacht noch störte der Kea nun bis schließlich eine Wand vom Vorzelt erschlaffte. Geschafft!

Sonnenaufgang von unserem Schlafplatz ausÜber den Bäumen...Auf geht`s zur Iris Burn Hut

25März
2016

Kepler Track Tag 1: In der Cloud

Es war noch stockduster, als der Wecker klingelte. Um 6 Uhr hörte man es im Nachbarzelt noch schnarchen, während wir bereits unsere Sachen packten und uns schleunigst auf den Weg nach te anau machten. Puh, wir hatten das gruselige Zelt mit seinen komischen Bewohnern, deren Ankunft wir heute Nacht noch mitbekommen hatten (ganz nüchtern waren sie nicht) hinter uns gelassen. Nun widmeten wir uns dem Abtippen unseres Blogs. Als der Akku den Geist aufgab, streiften wir noch durch die Stadt auf der Suche nach öffentlichen Toiletten, wobei wir auf einen Souvenir-Shop stießen, in dem wir damals schon viel zeit verbracht hatten. Viola hat sich mittlerweile die damals so verlockende Mütze in Wellington gekauft, Chris liebäugelte mit einem Pulli. Nach dem Kepler Track würden wir wiederkommen! Ja, richtig gelesen. Endlich war der Tag gekommen, an dem wir den Kepler Track starten wollten. Wir holten unser Ticket für den Campingplatz am Dock-Laden ab, bemerkten enttäuscht, dass die Bücherei an Karfreitag nicht geöffnet hat, fuhren dann zum Long Term Carpark und packten professionell unsere Rucksäcke. Ihr solltet unsere Verpackung für Butter und Marmelade sehen!

Pünktlich um 11:30 Uhr ging es los. Zunächst seicht durch grüne Wälder am See entlang, sogar das ein oder andere Lied konnten wir anstimmen. Nach 1,5 h wurde es dann anstrengender, 800 Höhenmeter erklommen wir. Als uns schließlich die Kräfte verließen, machten wir Brotzeit, obwohl es noch keinen einschneidenden Wechsel in der Landschaft, was eigentlich die Bedingung für eine Pause war, gegeben hatte. Der Käse-Toast mundete vorzüglich, doch ein bissl ungemütlich war schon. Nach einer guten halben Stunde und fast gegen Ende der Pause kamen zwei Amerikaner vorbei und teilten uns mit, dass sich nur 50 Schritte weiter eine großartige Welt eröffnete. Neeeeein!! Warum waren wir hier stehen geblieben? Voller Neugierde nahmen wir die noch ca. 90 Schritte auf uns und ja – es war großartig! Nicht nur, dass es hier nur noch 45 min bis zur Hütte waren, nein, die Aussicht auf die die Ebene von Te Anau und den Lake Te Anau umschließenden Berge war beeindruckend. Wir ließen uns im Tussockgras nieder und genossen den Anblick. Unzählige chillige Minuten und Fotos später schlugen wir unser Zelt auf, bereiteten unser Couscous zu (ohne den Gaskocher zu verwenden, ja, es war knusprig) und bereiteten uns auf eine kalte Nacht vor! Es sollte eine unglaubliche Nacht werden! Angesichts des guten Wetters und des hügeligen Untergrundes hatten wir unser Zelt in einen Biwac-Sack umfunktioniert und hatten somit direkt aus unserem Bett eine bomben Aussicht! Wir konnten beobachten wie sich die Nacht langsam über die umliegenden Berge und Täler legte und Te Anau als kleines Lichtermeer in der Mitte glitzerte. Mit diesem zauberhaften Bild schliefen wir ein, doch der recht unbequemen Schlafposition und rasanten Temperaturschwankungen geschuldet erwachten wir des Öfteren in dieser Nacht. Jedes Mal bot sich ein anderer Anblick. Zunächst waren wir mitten in den Wolken, dichter feuchter Nebel umhüllte uns und machte die Stille noch eindrucksvoller. Später befanden wir uns dann über den Wolken, welche das Tal bedeckten und die Berge wundervoll in Szene setzten. Dabei hatten wir freien Blick auf die leuchtenden Sterne über uns und den gleißend hellen Vollmond. Wir freuten uns schon bei dieser Kulisse morgen aufzuwachen.

Marmeladen- u. Butter-Beutelchen aus Toastbrottüten On top of the world-Blick auf Lake Te Anau Wie weit ist es noch zum summit? Happy Ein Walk durchs Tussockgras Selbstgemachter Biwak-Sack

25März
2016

cliffhanger

Hallo alle erwartungsvollen Leser! Wie müssen euch leider enttäuschen, doch bis zu den ersten spannenden stories müsst ihr noch ein wenig warten, die Internetsituation hat uns einen Strich durch die rechnung gemacht. Auch hier ist karfreitag! Wir sind jetzt mal vier Tage lang weg vom Fenster und machen den Kepler track! Wir freuen uns schon sehr! Wir wünschen euch ein schönes Osterwochenende, bleibt gespannt! 

24März
2016

Bad in blauer Milch

Wie es die Tradition so wollte, folgten wir nicht gleich dem Ruf des Weckers, sondern drehten uns nochmal um, bevor wir uns fürs Frühstück erhoben (es gab Haferflocken mit Wasser, dazu je sechs Rosinen und Nüsse) und danach das das teils nasse Zelt zusammen legten. In der Nacht hatte ein ziemlicher Sturm gewütet und unser Tarnzelt hin und her gerissen. Zum Glück war noch alles dran

Nun gings los gen Süden. Dabei bot sich uns unentwegt ein Wechsel an Naturschönheiten. Zunächst regnete es noch ziemlich und am Horizont sah man nur eine dicke Nebelfront. Dann jedoch verzogen sich die Wolken du vorsichtig lugten die ersten Sonnenstrahlen zwischen ihnen hervor. Wir blickten auf grüne Schafswiesen, die sich über seichte Hügel erstreckten. An einem Lookout trafen wir einen neuseeländer, der schon mehrmals in Köln war und mit dem wir uns kurz und nett unterhielten. Danach ging es auch schon weiter, denn wir hatten heute noch viel vor uns. Immer an der Spitze der Autokolonnen fuhren wir weiter gen Westen zum Lake Tekapo. Die kleinen Hügel wuchsen nun zu bräunlichen samtfaltigen Bergen, die wir ringsum bestaunten. Am Horizont zeigten sich schon die Neuseeländischen Alpen im leuchtenden Blau. Am See angekommen, machten wir gemütlich eine Mittagspause mit Blick aufs Wasser und die Berge dahinter. Einfach nur wunderschön! Da wir ja nicht rosten wollten, rasteten wir nicht allzu lang und nahmen wieder Fahrt auf. Kurz darauf erreichten wir den Lake Pukaki, der milchig blau zu unseren Füßen lag. Ein wahrer Traum! Es sah so unbeschreiblich aus, dass wir viele viele Fotos machten und uns sogar zu einem Bad im kühlen Nass hinreißen ließen... Und irgendwie unecht…

Als nach und nach dunkle Wolken aufzogen, flohen wir schnell ins Auto und düsten weiter.  Die weite Ebene mit Tussockgras leuchtete golden im langsam aufkommenden Abendlicht. Sie wich nach und nach schluchtartigen Felsen, die unsere Straße umklammerten. Das warme Licht tauchte das Land in idyllische Atmosphäre und der Nebel im Horizont setzte das mystische i-Tüpfelchen drauf. Wir näherten uns nun Queenstown. Es war schon dunkel als wir schließlich in Te Anau ankamen. In einemabgelegenen Winkel der Straße, die zum Milfordsound führte, schlugen wir unser Lager auf und machten Tortillas mit Guacamole. Gegen Mitternacht und ca. 600 km später lagen wir im Bett.

Wenn Autisten einkaufen gehen Lake Pukaki und wir Hübschen

23März
2016

Auf den Spuren unserer Selbst

Von einer erholsamen ersten Nacht auf Reisen konnten wir nicht gerade sprechen. Auch wenn man sich ganz bequem hinlegen konnte, die durch die Klimaanlage hervorgerufenen eisigen Temperaturen ließen es nur schwer zu einzuschlummern. So waren wir noch ziemlich übermüdet, als wir in Picton ans Land gingen. Anderthalb Stunden hatten wir noch bis unser Autoverleih öffnen würde, so setzten wir uns noch in die Eingangshalle des Bluebridgeanbieters und schliefen noch ein wenig. Als wir um 7:40 Uhr hinaustraten, sahen wir zum ersten Mal die Landschaft der Südinsel. Einfach umwerfend! Sie kam uns mit ihren saftig grünen Bergen noch viel beeindruckender vor als damals!

Wir schleppten uns und viel Gepäck zu Rent-a-car, also dieses Laufen ist echt nichts für uns, gut dass wir bald wieder einen fahrbaren Untersatz haben. Und was für einen! Da deutete die nette Dame doch tatsächlich auf einen blauen Toyota, welcher von nun an uns dienen sollte!  Ein blauer Toyota, genau wie damals! Was für ein gutes Zeichen. Einen Unterschied bemerkten wir hingegen schnell: „Das ist da winzig!“, riefen wir, als wir uns hineinzwängten. Ja, es gab kein Bett, keinen Vorraum, keine Geheimtür, aber immerhin einen Kofferraum in den unsere Rucksäcke passten und eine Rückbank als weiteren Stauraum. So konnte die Reise losgehen.

Durch wundervolle Landschaften, wandt sich die Straße sich die Straße hinüber zu unserem ehemaligen Wohnsitz und hindurch durch ehemalige Arbeitsplätze, die vineyards in Blenheim. Voller Entzücken sahen wir den Bahnhof wo wir uns jeden Morgen in die Autokolonne einreihten, den Park, wo wir in sportlichem Übermut joggen waren, den Campinglatz, wo wir Pancakes gemacht hatten. Doch wo war der Pak’nSave? Wir waren uns nicht mehr sicher und probierten einen Weg aus und siehe da, bald leuchtete es uns gelb entgegen! Unser Pak’nSave! Dann der Schock! Aaaah, war das teuer! So dauerte unser Einkauf an die zwei Stunden, bei jedem Produkt gewissenhaft überlegt, ob es wirklich notwendig sei. Zwei schöne Essenskisten zieren nun unsere Rückbank. Nun konnte die Sightseeing-Tour durch Blenheim weitergehen, die Muller Road stand auf dem Programm, unser altes zu Hause. Nichts hatte sich verändert, stellten wir fest, als wir auf der anderen Straßenseite im Auto saßen und wie Spione hinüberstarrten.

Nun hatten wir genug in Erinnerung geschwelgt, wir wollten Neues! Unsere lange Anfahrt zum Kepler Track begann nun. Und wie sie begann! Neuseeland ist einfach so wunderschön! Die steile, karge, trockene Berglandschaft, die wir auf Serpentinen durchquerten nahm uns schon den Atem. Das Ganze dann noch in Kombination mit dem blauen Meerwasser, das an der Küste auf die Felsen stieß und sich in einer weißen Gischtwolke in die Lüfte erhob – ein Traum! Wir suchten uns einen nettes Plätzchen mit Meerblick, um ein zweites Mittagessen zu uns zu nehmen, dieses Mal Baguette.. Wir passierten Kaikoura und schließlich wurden wir so müde, dass wir eine weitere Pause zum Schlafen einlegten. Das TKKG-Hörspiel und der prasselnde Regen wiegten uns in den Schlaf, doch vermissten wir, vor allem unsere Beine, die gerne ausgestreckt werden wollten, ein großes Bett im Rückraum des Autos.

Wieder wach schafften wir noch die ganze Strecke bis hinter Christchurch, was auch daran lag, dass wir dadurch, dass wir zelten in der Schlafplatzwahl eingeschränkt sind und es ewig dauerte bis wir etwas Geeignetes fanden. Ein Rastplatz an der zu unserer Verwunderung recht stark befahrenen Straße war der ausgewählte Spot. Trotz Wind schafften wir es unser Zelt aufzubauen, doch ganz überzeugend war seine Form am Ende nicht. Das müssen wir noch üben. Nun wurde der Gaskocher zum ersten Mal erprobt. Das Anmachen könnte noch etwas schneller gehen, doch der Couscous-Salat, der am Ende herauskam, schmeckte hervorragend. Zum Abend schauten wir noch den Film, den Chris in wundervoller Weise aus den Videos der letzten Reise gezaubert hatte. Schließlich kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke, gut geschützt vor dem Wind und Regen.

Wenn Autisten einkaufen gehenCouscous im neuen Super-Topf

 

22März
2016

Von der Sonne zur blauen Brücke

Viola verschlief, Chris hingegen wurde von übermotivierten Zimmernachbarn um 6 Uhr morgens geweckt, als diese das Zimmer verließen. Um Chris‘ Gepäck aufs Schiff zu bringen, wollten wir uns eigentlich treffen, um dann gemeinsam mit dem Shuttle Bus zum Anleger zu fahren Jedoch verpassten wir uns,sodass Viola am YHA stand und Chris am Hafen. Zum Glück begegneten wir beide den joggenden Schiffskollegen, die uns dabei halfen uns zu finden.

Als wir dann irgendwann auf der „Sonne“ waren, zeigte Viola Chris kurz das Schiff, bevor wir in der Messe zu Mittag aßen. Es gab Nudeln mit Gulasch und Tomatensalat, als Nachtisch, bzw. Vorspeise eine nordische Kirschkaltspeise. Gut gesättigt führten wir die Schiffstour fort und genossen die warmen Sonnenstrahlen auf dem Deck in Liegestühlen. Man konnte von dort aus direkt auf Wellingtons City schauen. Zwischen unübersichtlichen Bauten verschiedenster Größe und Gestalt, lugte das „Beehive“ hervor. Wer erinnert sich noch an das Bienenstockartige Parlamentsgebäude?

Da wir noch einiges für unsere Campingausrüstung besorgen mussten, machten wir uns so langsam auf den Weg. Der Aufbruch wurde durch Anzug und Kostüm tragende Menschen verzögert, die sich auf einmal an Deck tummelten. Es fand ein Empfang für den neuseeländischen Forschungsminister und die deutsche Botschafterin statt. Es war sehr nett sich mit dieser Dame zu unterhalten, doch schließlich entzogen wir uns diesem Kreis aus wichtigen Persönlichkeiten und gingen wieder unseren Pflichten nach.

Per Shuttle durchquerten wir die Hafenanlage und liefen in Richtung Innenstadt, wo wir zunächst im Vodafone-Shop eine neuen SIM-Karte mit Guthaben kauften. Unsere alten SIM-Karten waren leider abgelaufen, aber wir hatten sie bis heute aufbewahrt. Leider kannten wir hier momentan noch keinen mit einer neuseeländischen Nummer, den wir hätten kontaktieren können, außer Timo in Takaka, den wir besuchen würden.

Nun denn, da wir bei Abschluss unserer letzten Reise leider all unsere Kochuntensilien verschenkt hatten, mussten wir uns erstmal komplett neu einrichten, was komplizierter war als zunächst gedacht. Wir streiften durch die Stadt von Outdoorladen zu Warehouse zu Outdoorladen und setzten nach und nach unsere Ausrüstung zusammen: ein Schneidebrett, zwei Löffel, ein Messer, ein Gaskocher, eine Gaskartusche und supercoole Aluminiumtöpfe, bzw. eine Pfanne. Im Bivouac hatten sie sogar 20 % Rabatt auf alles, was uns sehr gefreut hat, als wir auf einmal weniger bezahlen mussten als gedacht. Daraufhin blieben wir mal wieder als longest customer bis Ladenschluss dort, um noch mehr zu kaufen!

Immerhin war die Ausrüstung nun komplett und wir konnten uns auf den Rückweg zum Schiff machen. Eigentlich dachten wir, dass wir noch mit den anderen Wissenschaftlern in der Stadt etwas essen gehen würden, jedoch war man nicht motiviert genug, beziehungsweise in kleinere Gruppen aufgeteilt, sodass wir beschlossen auf dem Schiff das Abendbrot zu uns zu nehmen.

Im Anschluss haben wir uns erstmal in Violas Kammer verkrümelt, um letzte Reisevorbereitungen zu treffen, wie Packen, Hausarbeit fertig schreiben, Wäsche einmal ohne und einmal mit aschpulver zu waschen, ein letztes Mal für eine ganze Weile duschen. Als alles erledigt war, gesellten wir uns zu den anderen aufs Sonnendeck und genossen die letzten Stunden auf dem Schiff unter all diesen netten Leuten. Gegen Mitternacht löste sich die Veranstaltung dann auf, es blieb uns also noch Zeit für einen Mitternachtssnack! Eine Stunde später riefen wir dann das Shuttle und gingen entgültig von Bord.

Wir checkten bei der Fähre ein. Schon wieder auf See! 2:30 Uhr legten wir ab und fuhren hinaus durch den Hafen von Wellington. Viola schaute etwas traurig zurück auf die Sonne, doch diese wurde immer kleiner und so wandten wir unseren Blick nach vorne: Vor uns liegt eine neue Reise durch Neuseeland, viele Abenteuer erwarten uns, wir sind wieder on the road!

Ein Blick auf Wellingtons Hafen

21März
2016

Wiedersehen in Neuseeland!

„Was zieh ich nur an?“, denkt sich Chris, greift dann zur kurzen, beigen Hose, als es an der Tür klopft. „Neeeein! Momentchen noch!“, fiept sie hektisch, doch Lily hat schon die Tür geöffnet. Und wer steht da in voller Vorfreude? Viola!!! Wuhuuuu! Wie cool! Nach 10 Wochen Trennung fallen wir uns in die Arme. Unglaublich -  am anderen Ende der Welt, im wunderschönen Neuseeland wird sich unsere Reiselust austoben können. Neuen Abenteuern steht nichts mehr im Weg! Zeit, um wieder adventurous zu sein.

Mit Lily, Chris‘ Zimmergenossin aus dem YHA-Hostel, machten wir uns auf den Weg zur Cuba Street, wo wir Violas Leute vom Schiff trafen. „Schiff?“, fragt ihr euch? Viola hatte einen Hiwi-Job auf dem Forschungsschiff Sonne ergattert, zu unserer riesigen Freude direkt vor Neuseeland. Sieben Wochen waren mittlerweile vorbei, und da konnten wir es uns nicht nehmen lassen, diese einmalige Chance zu ergreifen und ein weiteres Mal durch dieses Paradies im Pazifik zu reisen, genau genommen auf der Südinsel. Zurück zu Cuba Street: Gemeinsam gingen wir dann zu einem Food Court, wo wiir uns direkt mit indischen Currys, Reis und Naan verwöhnten. Als Nachtisch teilten wir uns noch einen köstlich frischen Juice.

Weiter ging es zu einer Bar in der Nähe des Te Papa (ihr wisst schon, das coole Museum mit dem Erdbebenhaus). Die Preise für Getränke schockten uns zunächst, aber die Cider (Apple und Pear), für die wir uns entschiedene, kosteten in der Flasche dann „nur“ noch 8$. Umgerechnet sind das 4,81€. Violas Wissenschaftskollegen sind super nett, mit circa 25 Mann und Frau beisammen oder besser gesagt in urgemütlichen Sitzsäcken auf der Wiese, Ab Himmel sah man trotz Stadtlichter einige Sterne am Nachthimmel sehen. Endlich wieder zu Hause…  Es war ganz unwirklich wieder da zu sein. Irgendwie so, als ob man nie weg gewesen wäre. Und es war immer so toll, Orte wieder zu entdecken, an denen wir schon gewesen waren, wie zum Beispiel ein kleiner Parkplatz mitten in der Stadt, wo wir mit unserem Dummerchen mal gestanden und wir morgen unsere Zahnpasta in den Busch gespukt hatten.

Mittlerweile war es kurz nach 10 und Violas Mannschaft wollte zurück aufs Schiff. Wir verabschiedeten und daher und gingen getrennter Wege. Chris und Lily machten noch einen Abstecher zum New World und kauften für’s Frühstück ein, während Viola auf dem Sonnendeck saß und mit den anderen redete. Ein schön entspannter erster Tag ging vorbei und wir freuen uns auf die kommende Zeit!

Die Sonne in voller Pracht

19März
2016

Es geht wieder los!

Hallo ihr Lieben!

Es ist soweit: unser abenteuer geht in die zweite Runde. Leider nur für zwei Wochen, aber wir werden das beste daraus machen! :)

Freut euch auf lustige Geschichten mit uns, Wildlife und Begegnungen mit neuen Menschen!

Am Montag ist Chris dann auch endlich in Wellington!

Bleibt dran! :)