Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

Berichte von 01/2013

31Januar
2013

Kumaras und Karaoke

Lecker!

Bei der Arbeit gab es neue Entwicklungen. Viola gesellte sich zu den Kumara-Harvestern. Dabei steht man mit sechs Leuten auf einem Harvester, ein Anhänger, auf dem Leute draufstehen. Mit Hilfe einer Fräse werden über ein Fließband die Kumaras mitsamt großen schweren Erdbrocken und Gestrüpp nach oben zu den Arbeitern transportiert, an denen sie mit rasender Geschwindigkeit vorbeiziehen. Sie würden hinten wieder herunterfallen, wenn man nichts tun würde. Aber: Flinke Hände tun etwas dagegen. Reißen, übelst unter größter Anstrengung im Überstress, oha! Die Kumaras von den Wurzeln ab, sodass sie von der nachfolgenden Person auf das darüber liegende Fließband erhoben werden (nicht werfen!!). Die dritte Person auf einer Seite muss dann oben die ganzen Triebe so abknipsen und schauen, was der Vorarbeiter übersehen hat. Also seine Augen ÜBERALL haben. Und hinten fallen die Kumaras in die besagten bins. Ach ja, man bleibt nicht gerade sauber bei der Arbeit, der Staub findet seinen Weg überall (wirklich überall!) hin!

Derweil war Chris mit Jule, Lina und Gerry unterwegs. Johnny, ein anderer Supervisor war auch dabei. Die ersten zwei Stunden arbeiteten sie auf dem Feld mit den Rockmelons, mussten Kisten schleppen, in die Gerry und Johnny die Melonen legten. Das war anstrengender als es sich anhört, vor allem für denjenigen, der den Kistennachschub liefert und übers gesamte Feld hechten muss, damit genug Kisten zum Befüllen da sind. Nach der Smoko wurden wir auf einem Wassermelonenfeld eingesetzt. Doch anstatt sie wieder herumzuwerfen, mussten wir uns erst einmal damit begnügen sie in Reihen zu legen. Sehr spannend. Nach der Mittagspause-nein, immer noch kein Werfen. Endlich, nach der zweiten Smoko, es waren mittlerweile schon ein paar Jungs da, durften wir auch ran an den Spaßteil. Melonenwerfen!! Ja, auch wenn John, der Sohn von Allen, dem Chef, uns anscheinend nicht für geeignet hielt (er sprach immer zu Felix, was er uns, den „girls“ sagen wollte, sodass er es uns übersetzte, als ob wir kein Englisch verstehen würden), machte es uns Spaß.

Nachdem wir uns Pizza gemacht hatten, ging es los: ein letztes Mal in die Taverne zum Karaoke. Wir trafen dort auch Matt und Dilz von der Arbeit. Matt spendierte uns gleich mal die Drinks und wir suchten sofort den Ordner mit der Liedauswahl auf. Nach einiger Zeit hatten wir uns für zwei Songs entschieden: Wonder Wall von Oasis und Dancing queen von Abba. Beides hatten wir noch nie in unserem Repertoire, so wurde kurzzeitig noch auf der Toilette ein Konzept überlegt und kurz geprobt und dann ging es auch schon fast los. Erst einmal jedoch lauschten wir noch Dilz bei seiner Darbietung und hatten dabei schon mächtig Spaß. Wie immer war es jedoch so, dass wir die einzigen dabei waren. Die restlichen neun Tavernenbesucher aus dem Hostel standen hinten in der Ecke und vor allem die männlichen hatten mal wieder Angst vor den Maoris. Memmen! Naja, dann wurden wir aufgerufen und gaben erst mal wonderwall zum Besten. Oha, so tief?? Und warum wat Chris so leise? Hmm, naja es war vielleicht nicht die beste Performance des Abends, aber immerhin haben wir so unsere Freunde aus der Ecke gelockt. Bei Dancing queen kamen sogar noch Lina und Mareike auf die Bühne und die Stimmung im Saal kochte fast über! Ab dann ging’s echt ab im Club. Es wurde getanzt, gelacht, mitgegrölt.. Das wird wohl das letzte Mal für eine längere Zeit gewesen sein, dass so viel Bewegung in der Taverne war, denn unsere Hostelfamilie reist ja jetzt ab. Um eins wurde dann die Musik abgedreht und wir verließen den Pub, verabschiedeten uns von unseren Kollegen und gingen dann, nachdem wir noch ne Weile im Hostel rumsaßen ins Bett.

30Januar
2013

Watermelons

Heute war das Beste des Tages die Arbeit auf dem Wassermelonenfeld, wo wir beide die ersten vier Stunden mithelfen durften. Zuerst mussten man so was Ähnliches machen wir mit den Kürbissen, nämlich sie abreißen und auf die Plastikfolien legen. Danach erst kam der coole Teil. Und zwar warfen wir die Melonen durch die Luft und positionierten sie in großen „bins“, Behälter aus Holzlatten, in denen die Melonen, Kürbisse, Kumaras etc. transportiert wurden. Wir bildeten Ketten und warfen sie uns gegenseitig zu, das hat so unglaublich viel Spaß gemacht!! Ab und zu landete auch mal eine daneben und zerplatzte. Es war anstrengend, aber saugut!!aufgereihte Wassermelonen Chris beim Arbeiten - mit Essen in der Hand Sieht das nicht anstrengen aus? Wie gut, dass man direkt an der Nahrungsquelle ist verstreute Wassermelonen

29Januar
2013

Geschundene Körper

Wie Zombies laufen wir durch Kumarareihen und suchen nach UUUUnkraut

Wie immer fing um 8 Uhr die Arbeit an. Bis zur Mittagspause zupften wir unter Ächzen weiter Unkraut. Danach jedoch stand uns eine neue Aufgabe bevor. Ach so: Uns bedeutete: Lina, Jule, Mareike, Deborah, unsere Supervisorin Gerry und unsere Wenigkeit. Allen, der Chef, hatte uns zum Butternut-Feld (Kürbis) zitiert.  Pumpkin-cutting war also angesagt! Mit je einer kleinen Heckenschere bewaffnet machten wir uns ans Werk. Die Aufgabe hieß: schneidet die Kürbisse oben am Stiel ab und legt sie dann auf die Plastikfolienbahnen, die das Feld durchziehen. Man läuft also wieder in gebückter Haltung durch pieksieges Unkraut, das meterhoch um einen herumwuchert, drückt mit beiden Händen die Schere zu und zwickt den harten Stängel ab. Und dann knallte auch noch die Sonne auf einen runter. Mamma Mia, das war anstrengend! Aber trotzdem noch besser als weeding, denn man hat eine sinnvollere Aufgabe dabei. An den Seite des Feldes muss man das stachelige Unkraut regelrecht durchforsten um auch die letzten versteckten Kürbisse zu finden. Und wenn man mal halt einen übersieht…kommt Gerry und weist einen zurecht. Ach ja, man sollte sich das nicht zu Herzen nehmen. Jedenfalls endete der erste Arbeitstag dieser Woche für uns sechs Mädels zerkratzt, juckend und mit diversen Schmerzen im Rücken, im Nacken, in den Beinen etc..

Im Hostel war folglich erst mal Duschen angesagt. Erholt vom physischen Stress lungerten wir noch eine Weile bei Moritz und Ludwig im Haus herum, wo wir erfuhren, dass Isi und Oli heute 12 Stunden arbeiten mussten, von 6 bis 18 Uhr! 12! Die beiden arbeiteten auf einer honey & oysterfarm und kamen immer von Honig verklebt zurück.

Mittlerweile sitzen wir am Tisch vor der Küche, schreiben den Blog, lernen nebenbei Cockney von Oli, ertragen Lukas‘ gewaschene Käsefüße, unterhalten uns mit Esther, betrachten Isis merkwürdigen kleinen Zeh, der neuerdings orange ist, versuchen mit Mos Hilfe Violas Kamera-Speicherkarte zu repariern und riechen köstliche Düfte aus der Küche. Mmmhh…da erinnern wir uns, dass Michèl ja heute für uns kochen wollte. Wird er es wirklich machen? Ein Kochwettbewerb als Zeitvertreib wäre vielleicht wirklich nicht die schlechteste Idee. Wir sind überzeugt, dass Stefano und Alessandra gewinnen würden mit ihrer italienischen Glanzkochküche. Als Abschlusssatz bleibt nach diesem inhaltlichen aufschlussreichen Nachmittag: „Liv‘ lor a Duck! On Sundays i go ter church. Know what i mean?“

28Januar
2013

Endlich mal wieder kreativ!

Heute wird genäht! Achtung pieksig! Jule Lina Maik Wassermelonen

Heute war ein „public holiday“, also mussten wir nicht zur Arbeit. Wir, also wie immer vor allem Viola, schliefen lange aus.

Nach dem Frühstück mussten wir uns eine Beschäftigung für den Tag suchen. Da fiel uns der Kissenbezug ein, den wir mal bei den lost clothings gesehen hatten. „Was wollen die denn mit einem Kissenbezug als Tagesbeschäftigung?“, fragt ihr euch jetzt bestimmt. Hier habt ihr die Antwort: nähen! Wir wollten mal wieder unsere Kreativität ein bisschen einsetzen und hatten uns überlegt ein Top zu kreieren. Doch es sah schlecht aus. Der Bezug war nicht mehr da. Eine Suchaktion wurde eingeleitet, doch auch die Hilfe von Julian brachte und ihm nicht näher. Erst Mike erinnerte sich und schenkte ihn uns großzügiger Weise. Na, dann konnten wir ja loslegen. Zuvor bekamen wir allerdings auch noch ein altes T-shirt von Ludwig geschenkt, was wir uns auch umschneidern werden. So verkrochen wir uns in unserem Zimmer und holten Stift und Papier hervor. Die Ideen flossen nur so aus unseren Köpfen auf das Papier und bald deutete sich eine wahrhaft raffinierte Kreation an. Ein trägerloses Top sollte es sein, oben mit einem Gummizug und hinten einer Knopfleiste zum Zumachen, denn der Stoff ist ja nicht elastisch. Obwohl, schrieben wir gerade eine Knopfleiste? In Wahrheit sind es nämlich zwei, um das Kleidungsstück an unterschiedliche Körper anpassen zu können. Genial, nicht wahr? So nun fehlten uns noch der Gummizug und die Knöpfe, also auf zum Warehouse. Den Gummi fanden wir dort auch schnell, Knöpfe gibt es leider nicht. Und die zwei Geschäfte, die Knöpfe in Kaitaia verkaufen, hatten heute am Feiertag zu. Naja, dann müssen wir halt die paar Knöpfe nehmen, die wir besitzen. Vielleicht finden wir ja auch an unseren Klamotten ein paar überflüssige Knöpfe.

Im Hostel machten wir uns dann direkt ans Werk. Das Hostel hatte sich gelehrt, da einige zum Strand aufgebrochen waren. Unser Auto war ebenfalls dabei, mit Michèl am Steuer, ohne uns. Jordis Auto musste allerdings wieder umkehren, da der Motor wieder überhitzt hatte. So stellten sich Jule, Lina und Jordi den Strand einfach im Hostel mit Wasser in Kisten und Eiskaffees nach. Wir waren in dieser Zeit mit dem Zuschneiden, Feststecken und Nähen und drei Fragezeichen Hören beschäftigt. Doch warum ist es plötzlich so eng, obwohl wir doch so großzügig ausgeschnitten hatten? Das war uns ein Rätsel und ist eigentlich nicht erklärbar. Sehr mysteriös! Wir machten schließlich eine kleine Pause mit Eis und Melone am Hostelstrand. Weiter ging es. Glücklicherweise mussten wir uns heute nicht um das Abendessen kümmern, denn Jordi wollte uns heute als Dank für die missglückte Rettungsaktion bekochen. So klopfte es schließlich an unsere Zimmertür mit der Nachricht, dass das Essen auf dem Tisch stehe. Gibt es was Schöneres? Ja, das eigentliche Essen! Pfannekuchen mit Zucchini, Schinken und Käse. Köstlich. Und als Nachtisch dann noch süße Pfannkuchen mit Lemon curt, passionfruit curt, Nutella, Marmelade, Zimt und Zucker, golden syrup und Honig. Wunderbar!

Nach dem Spülen ging es wieder an die Arbeit und bis nachts um eins wurde weiter genäht. Das Werk ist noch nicht vollbracht, morgen geht es dann wahrscheinlich weiter!

27Januar
2013

Wir sind Helden

Schon in der Früh wurden wir liebevoll von Mike aus dem Reich unserer Träume geholt. Er wuselte um uns herum, zerplatzte hier und da mal einen Luftballon, sodass wir den Rauswurf ja nicht verpassen konnten. Menno, es war doch Sonntag! Heute aber belegte ein Yoga-Kurs den Raum für seine Übungsstunde, sodass wir um 10 Uhr das Marae mit den nötigsten Sachen verlassen haben mussten. Das Zimmer, in das wir ziehen sollten-übrigens Zimmer 6, wo damals die Schweden gewohnt hatten-war erst ab 12 Uhr beziehbar, sodass wir uns kurzerhand hinten beim office einquartierten. Wir frühstückten schon, als uns einfiel, dass wir mit Elo zum Skypen verabredet gewesen waren. Mist. Es war schon zu spät um noch in die Bücherei zu fahren, sodass wir uns entschlossen, unsere tausende Internetgutscheine  zu benutzen. Es funktionierte auch bis jeweils zu dem Punkt an dem 100MB verbraucht waren, was dank der Videoübertragung nach circa 10 Minuten schon der Fall war. So mussten wir wohl oder übel Wartezeiten, bis man wieder eingeloggt war in Kauf nehmen. Irgendwann wurde es uns schließlich zu bunt, als wir beim kleinen Umzug von der Bank hinter der Küche nach vorne zur Bank direkt vor der Rezeption ein kleines Vermögen an grünen Zettelchen mit Access-codes verloren. Alle weggeflogen? Unwahrscheinlich, denn das Heftchen in dem sie gelegen hatten lag noch da. Wir machten Zeugenbefragungen, doch niemand außer Michèl hatte sie gesehen.  Da dachte er jedoch noch, dass sie jemand anderem gehörten; als er zurückging, um sie vom Boden aufzuheben, waren sie verschwunden. Mysteriös… Trotzdem haben wir uns gefreut unsere Freundin das erste Mal wieder zusehen, seit wir Deutschland verlassen hatten.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns zu entspannen. Nach dem Duschen hingen wir ne gute Weile mit Isi und Ludwig im Haus herum, aßen Eis, spielten Mau-Mau und hörten u.a. mal wieder bayrischen Rap, wo wir so gut wie nichts verstanden. Als das langweilig wurde, disponierten wir um, Chris las den Hobbit weiter und Viola sortierte währenddessen ihre Videosequenzen ihrer Kamera aus. Es war schließlich der Laptopakku, der mit Strom gefüttert werden wollte, sodass wir mit unserem gesamten Kram ins neue Zimmer zogen, direkt neben der Küche. Apropos Küche: Da wir im Pak ‘n save endlich unseren Lauch gefunden hatten, konnten wir nun glücklicherweise unsere fabelhafte Lauchsuppe ohne Hackfleisch und Champignon zubereiten. Nun ja, was soll man sagen? Sie war ein voller Erfolg. Auch unser drei Jungs fanden sie grandios. Juchu, lecker, lecker! Es war auch an jenem Tisch an der BBQ-Ecke, an dem wir beschlossen, am nächsten Sonntag nach Coromandel abzudüsen. Jetzt mussten wir erst mal für die kommende letzte Woche im Hostel bezahlen. Wir ließen unseren weiblichen Charme spielen, uns konnten so für uns alle einen Spezialpreis heraushandeln, der uns alle eine Überachtung sparen ließ. Leider hatten wir noch ein klitzekleines Problem: Wir hatten nicht mehr alle Zimmerschlüssel, aber da wir ja Meisterprofis im Finden waren, tauchten schließlich doch noch alle auf und wir tauschten sie gegen die neuen von Zimmer 6. Ganz nebenbei brachten wir James und Oli noch ein deutsches Wort bei: Fruchtzwerge! „Wruuchswerge“, erschallte es von hinter der Rezeptionstheke. Ach, und bevor wir gingen hatte James noch ein wunderbares Geschenk für uns. Großzügiger Weise überließ er jedem von uns einen 1MB-Gutschein. Damit kann immerhin die Startseite unseres Blogs öffnen (ohne Bilder), was wir auch sogleich taten, um alte Berichte zu lesen. Vertieft in die Lektüre wurden wir auf einem plötzlichen „Wir brauchen eure Hilfe!! Jordis Auto ist stehen geblieben und ihr müsst ihm Starthilfe geben. “Wie von der Tarantel gestochen sprangen wir auf, zogen uns noch nicht mal mehr Schuhe an und fuhren mit dem Auto zum südlichen Ende von Kaitaia. Ca. 2 km vor der Stadt fanden wir sie schließlich wild gestikulierend am Straßenrand. Die Retter in der Not waren zur Stelle! Dankbar fielen sie uns um den Hals. Lina, Jule, Craig, Moritz und Jordi waren heute nämlich beim Cape Reinga gewesen um den Sonnenuntergang mitzuerleben. Und jetzt hatte Jordis Auto den Geist aufgegeben. Total überhitzt und qualmend hatte Jordi sein Auto noch zum Straßenrand bugsiert. Und dort standen sie immer noch. Wir schlossen die Starthilfekabel an und machten einen ersten Versuch. Nichts. Dann ließen wir den Motor unseres Autos ca. 8 Minuten laufen. Das Ergebnis war ein schwaches Gluckern. Letzter Versuch: 20  Minuten . Wieder nur Totenstille. Das hatte wohl keinen Zweck. Jordi rief also den AA (=vergleichbar mit dem deutschen ADAC) an. Sie würden bald kommen und ihn abschleppen. Wir übernahmen also seine Passagiere bis auf ihn und Moritz und brachten sie sicher ins Hostel. Na, das hatte ja toll geklappt…

26Januar
2013

Nchts gemacht

Chris stand heute schon 7Uhr auf und verabschiedete sich von Ruben, Tom und Markus. Sie las dann weiter den Hobbit und ging schließlich in die Bücherei. Viola schlief noch und folgte gegen Mittag. Nachdem die E-mails gecheckt waren und alle restlichen Aufgaben zu Ende gebracht waren, verließen wir unseren Hauptaufenthaltsraum in Kaitaia am Wochenende. Lukas bog jedoch die erste Straße rechts ab und wanderte auf Kaitaias Hügel. Wir beide legten uns in den angrenzenden Park und besprachen wichtige Dinge. Tatsächlich ein ganz schöner Ort in Kaitaia! Erst gegen späteren Nachmittag kamen wir zurück zum Hostel und mussten unseren Hunger stillen. Es gab Toast, ja wir hatten uns mal wieder Toast gekauft, mit Aioli und Wassermelone. Die nächste Zeit verbrachten wir in der Küche beim Brot backen und Anzachs backen. Dieses Mal vergaßen wir nicht endlich unser Zwiebelbot zu machen. Das hatten wir uns schon so lange vorgenommen, aber nie in die Tat umgesetzt. Auch bei den Anzachs probierten wir etwas Neues aus: In eine Hälfte mischten wir Kakao.

Zu zweit setzten wir uns nun vor das Marae. Chris sortierte Fotos aus und Viola nähte kaputtgegangene Hosen. Die meisten anderen feierten währenddessen ein wenig im vorderen Teil des Hostel. Aber scheinbar sind Partys ohne uns nicht so spannend, denn nach und nach kamen immer mehr Leute zu uns ins Marae, bis schließlich die gesamte Party zu uns gekommen war. Gut was? So hatten wir Spaß, ohne uns auch nur im Geringsten dafür angestrengt zu haben. Und als wir müde waren, fielen wir einfach direkt in unsere Betten, auch nur zwei Meter von der Party entfernt, die sich eh, da Mike mal wieder seinem Ruf als Stimmungskiller alle Ehre gemacht hatte, langsam auflöste.

25Januar
2013

Party in Ahipara

Party-Gang

Die Arbeit war heute sehr langweilig, Kumara-weeding zählt nicht gerade zu den abwechslungsreichsten Beschäftigungen.

Nach der Arbeit fuhren wir dann direkt zum Pak ‘n save und kamen mit wahren Delikatessen wieder raus. Der neue Geheimtipp aus dem Hostel ist die Leberwurst, die man nur ganz schwer finden kann, da sie nicht bei den Wurstwaren, sondern beim Käse liegt. Warum halten Neuseeländer Leberwurst für Käse?! Genannt wird sie hier übrigens Liverwurst. 10 Meter hinter der Käsetheke stach uns dann ein weiteres Angebot ins Auge, welches uns auch zu einem direkten kauf verführte. 100gr Schinken für 79ct. Wie soll man da noch wiederstehen? Außerdem fanden wir endlich mal Lauch im Pak ‘n save, also würden wir bald unsere Lauchsuppe wiederholen können.

Zu Hause wurde dann erst einmal ausgiebig von den neu erworbenen Köstlichkeiten probiert und dazu reichten wir unsere Anzachs. Die Leberwurst ist übrigens unglaublich gut und führte zu einem Gefühlsausbruch bei Michèl, der meinte, das sei das Beste, was er hier gegessen hatte. Während des Essens konnten wir bereits an jeder Ecke des Hostels haufenweise Maoris beobachten, die hier ein Familienfest feiern und wegen denen wir ins Marae umziehen mussten.

Für den Abend hatten wir geplant auf die Abschiedsparty von Sasha und seiner Freundin zu gehen, die auch bei Bell’s gearbeitet haben und jetzt zurück nach Auckland ziehen. Die Zeit bis dahin nutzten wir dafür, uns in die Kunst des Umgangs mit Waffen einführen zu lassen. Nein, natürlich ist das nicht gefährlich, es handelt sich nämlich um die hier im Hostel so beliebte „nervgun“, die eigentlich schon Erwachsene wieder zu Kindern werden lässt. Und der Name ist durchaus berechtigt! Es ist schon sehr strapaziös für die Nerven, wenn man ständig von den Schaumstoffgeschossen getroffen wird. Selber die Waffe in der Hand zu halten ist wiederrum sehr spaßig!

Die Abfahrt, die eigentlich auf 19Uhr angesetzt war, zögerte sich – wir sind halt immer noch die Alten – hinaus. Um 20:30h war der neue Aufbruchstermin, doch auch der verstrich… Wir saßen, während wir auf unseren Mitfahrer warteten (ja, tatsächlich: WIR warteten!!) mit Tim, Tom, Markus und Ruben (ok, er schlief fast die ganze Zeit) herum. Es war für alle bis auf Tim der letzte Abend hier in Kaitaia. Schließlich brachen wir dann doch auf und fanden fast ohne Umwege das Haus in der die Party steigen sollte. Nach Party sah es allerdings zunächst nicht aus, eher nach einem gemütlichen Beisammensein. Wir waren leider noch zu satt von vorhin, sodass wir uns nicht einmal quer durchs Buffet probieren konnten, aber wir genossen doch sehr die Cocktails von Mihchèl. Schließlich sollte doch etwas Stimmung in die Bude gebracht werden und ein Kennenlernspiel gespielt werden. Wir können jetzt schon Mal sagen, dass wir niemanden bei diesem Spiel kennengelernt haben. Das Spiel ging so: Alle stehen in einem Kreis und schauen auf den Boden. Dann zählt jemand bis drei und dann schauen alle jemand anderen an. Gibt es Blickkontakt zwischen zwei Personen, müssen sie den Kreis verlassen. Am Ende bleibt einer übrig. Tolles Spiel zum Kennenlernen, oder? Es hat aber trotzdem Spaß gemacht. Wir hingen nun eine ganze Weile mit Stefano herum und redeten love, life and food! Ach nein, Life= Love, also nur love and food. Er ist da ein echter Italiener, wie aus dem Lehrbuch! So wurde es doch ein ganz unterhaltsamer Abend und wir blieben bis nach 2Uhr dort. Lukas fuhr uns nach Hause, er war ganz tapfer nüchtern geblieben! Dankeschön! Im Hostel saßen wir dann noch mich ein paar Leuten zusammen im Marae rum und legten uns dann schlafen.

24Januar
2013

Käsekuchen

Die Arbeit heute verlief ähnlich wie die letzten beiden Tage, mal gab es viel, mal kaum etwas, mal winzige, mal riesige Pflanzen zu pflücken, mal reichten einem die Kumarapflanzen bis über die Knie, mal bis zum Knöchel. Nichts Spektakuläres also.

Im Hostel aßen dann erst einmal die erfolgreichen iPod-Sucher den Käsekuchen von Lukas. Wir hatten ihn nicht auf der Arbeit gegessen, da Gerry heute frei hatte und er so die ganze Zeit im Kühlschrank stehen konnte anstatt draußen auf dem Truck in der Hitze. Er schmeckte echt gut! Wir beide hatten natürlich noch nicht genug und nahmen uns noch eine Portion Eis. Immer noch nicht satt folgte dann der Rest von unserem Brot mit Butter und dann noch Wassermelone.

Nach dem Duschen, was heute etwas länger ausfiel, den ganzen Schmutz kriegt man kaum ab, erweiterten wir unsere Backerfahrung um Anzacs. Das sind Kekse aus Haferflocken, Mehl, Zucker,  Kokos, Sirup, Butter und baking soda, die Lina uns Jule schon öfter gemacht haben. Der Name steht übrigens für Australia New Zealand Army corps, da früher diese Kekse von den Frauen für die Soldaten gebacken wurden. Nebenbei machten wir noch zwei Brote.

Ach ja: Ludwig ist zurück! Er ist heute 15 Stunden  lang gewandert und hat es bis hoch zum Leuchtturm geschafft. Respekt!

Wir aßen Brot und Rührei zu Abend, momentan haben wir keine richtige Lust echt was zu kochen und schrieben dann – wie jeden Tag – unseren Blog.

23Januar
2013

40.000m² Suchfläche

Munter und positiv starteten wir den Tag wie üblich – na gut, am liebsten während wir nach dem Frühstück einfach wieder ins Bett gekrochen und wären darin geblieben, um zu schlafen. Jedoch sah die Realität anders aus, denn ohne Moos nix los! Darum fanden wir uns jetzt auf einem Kumarafeld wieder. In gebückter Haltung schlichen und schlurften wir durch unsere Reihen und jäteten Unkraut. Die Sonne schien erbarmungslos wie eh und je auf unsere bereits gebräunten Körper und machte die Sache nicht gerade angenehmer. Nach der ersten Smoko dann die niederschmetternde Nachricht: Lukas hatte seinen iPod im Feld verloren! Ach du lieber Himmel. Das waren circa 40000m² Suchfläche. Finde mal ein 33,75cm²=0,003375m² großes Rechteckunter grünen Blättern. Zum Glück konnten wir die Suche etwas einschränken, sodass wir sechs Mädels und unsere Supervisor nach der Mittagspause eine dreiviertel Stunde nach dem Ding suchten, nachdem wir das reguläre Unkraut zupfen erledigt hatten. Lukas selbst war unterdessen zu den Melonen eingeteilt worden, sodass wir uns mit überwiegender Frauenpower auf die neue Aufgabe stürzten. Zugegeben, wir hatten nicht an eine erfolgreiche Beendigung dieser Aktion geglaubt. Lange sah es nicht danach aus, als würden wir den unwahrscheinlichen Fall eines glücklichen Fundes erleben, doch auf einmal hopste auf dem anderen Ende des Feldes Deborah auf und a, - sie hatte doch tatsächlich den iPod gefunden! Gerry unterwies uns, dass Lukas den iPod erst später m Hostel bekommen sollte, um ihn eine Weile zappeln zu lassen. Außerdem sollte er uns als Dankeschön einen Kuchen backen. Lukas freute sich!

Die restliche Zeit spazierten wir über das nächste Feld, da dort fast kein weed zu sehen war, dass rausgerissen werden konnte. So macht Arbeit Spaß! Highlight, oder besser gesagt lowlight war Summers Kaninchenjagd. Summer ist eine kleine wilde Hündin, die uns oft beim Essen besucht und morgens hinter dem Truck herläuft. Nun hechtete sie zwischen den Kumarapflanzen umher. Auf einmal hörten wir ein leises Fiepen. Herrje, Summer trug ein Kaninchenbaby im Maul. Wollte sie es fressen? Nein, denn als das Spielzeug langweilig geworden war, ließ sie es fallen. Schnappatmend lag es nun da, das arme Wesen wimmerte vor sich hin. Wir konnten nichts mehr für es tun und es wurde das Ende der Arbeitszeit ausgerufen. Endlich!

Da heute Craigs Geburtstag ist, gab es Marmorkuchen von Jordi und Käsekuchen von Sebastian. Hammerlecker! Unser Geschenk waren die Eier für den ersten Kuchen und unsere restlichen fünf Bierdosen, die noch von Silvester übrig geblieben waren. Craig ist sozusagen der Angelmeister hier, er kommt aus Schottland und fischt schon seit Ewigkeiten. Sein letzter Fang war der Stachelrochen, von dem wir berichtet haben. Er ist echt ein cooler Typ!

Chris ging wieder mit Tom joggen, während Viola Blogeinträge schrieb. Für beide eine anstrengende Angelegenheit! Ach ja: Es gibt Neuigkeiten: Moritz war vorzeitig von der Wanderung zurückgekehrt, da er sich am Fuß verletzt hatte. Ludwig war alleine weiter unterwegs.

Nachdem wir die Marktzucchini unter dem Bett hervorgekramt hatten, konnten wir uns endlich die Tomaten-Zucchini-Soße für die Spaghetti machen. War echt lecker, doch wir mussten uns etwas beeilen, da die Küchenleute uns schon am Rausschmeißen waren. Der Tag war jedoch noch nicht zu Ende. Mike hatte uns mitgeteilt, dass wir umziehen würden, sodass wir unser Chaos ins Marae, der Maoritempel, verfrachteten. Oha, noch schnell zwei Einträge reingestellt, den Mittwoch gibt’s jetzt auch, bitte lesen! 0:45Uhr waren wir dann in der Koje.

22Januar
2013

Bloody hard work?

Im alltäglichen morgendlichen Stress verabschiedeten wir uns noch, während wir panisch den Autoschlüssel suchten, von Ludwig und Moritz, die heldenhaft aufgestanden waren aus ihrer unglaublichen warmherzigen Menschenliebe heraus (Zitat von Moritz). In letzter Minute sprangen wir auf den Truck, der uns ein letztes ml zu den Mandarinen fahren sollte. Obwohl wir das Ziel fest im Blick hatten, war unsere Motivation nicht größer, die Mandarinen zu thinnen. Schließlich tummelten sich dann aber alle Arbeiter am letzten verbliebenen Baum, bis auch dieser  vollendet war. Erleichtert und mit keiner einzigen Träne im Auge drehten wir nun den Mandarinenbäumen den Rücken zu und setzten uns auf das Auto um zu neuer Arbeit aufzubrechen, als wir plötzlich von Gerry zurückgerufen wurden. Hatten wir nicht ordentlich genug gearbeitet? Mussten wir die Reihe nochmal machen? Frustrierte Blicke wurden ausgetauscht. Doch es kam ganz anders. Unsere nächste Arbeit sollte nämlich Kumara-weeding sein, “ a bloody hard job“, wie es von den Supervisorn genannt wird. Bis zur Pause hatten wir noch 25 Minuten Zeit und da sagte Gerry doch tatsächlich, dass wir doch anstatt schon vor dem Lunch damit zu beginnen nochmal unsere Bäume checken sollten. Ein kleines Zwickern in ihren Augen verriet uns, dass wir das mit dem „checken“ nicht ganz ernst zunehmen bräuchten. So streiften wir die ersten Bäume noch mit einem Blick, dann aber ließen wir uns schon unter einem Mandarinenbaum nieder und genossen die freie Zeit. Wir nutzten sie sogar pflichtbewusst zum Stichpunkte für den Blog schreiben. Aber was war heute mit Gerry los? Schon die erste Smoko dauerte 25 statt 15 Minuten. So kann das gerne weiter gehen!

Nach der Pause begannen wir dann aber wirklich mit der neuen Arbeit. Nach einer langen Fahrt quer durch Mandarinenfelder, Kuhweiden und Kürbis- und Melonenplantagen erreichten wir schließlich unser erstes Kumarafeld. Pflanzen so weit das Auge reichte. „NA, da haben wir ja Arbeit für mindestens eine Woche!“ dachten wir uns – und täuschten uns. Der Auftrag lautete nämlich, dieses Feld innerhalb von zwei Stunden vom gesamten Unkraut zu befreien. Puuh, wie soll das denn gehen? Das wurde uns bald erklärt: Man geht zwischen zwei Reihen mit Kumara-pflanzen entlang und bückt sich dabei immer sobald man ein fremdes Gewächs sieht nach diesem und zieht es aus der Erde. Dabei ist darauf zu achten, dass man die Beine in dem zum Teil bis zu den Knien reichenden Gestrüpp anhebt, um nicht alles zu zerstören, dass man die Unkräuter mit den Wurzeln herausbekommt und dass man die Schmerzen im Nacken, die man von ununterbrochenen auf-den-Boden-schauen bekommt, ignoriert. Bald war wieder Pause, das Feld hatten wir allerdings nicht ganz geschafft. Das schien nicht so dramatisch zu sein, denn die Pause wurde wieder um 10 Minuten erweitert. Inzwischen kam uns die Vermutung, dass Gerry einfach selber so wenig Lust auf den Job hat, dass sie uns massenhaft Pausen schenkt. Ein Teil unserer Gruppe war inzwischen übrigens zum Kumara-harvesting (ernten) und Pumpkin-planting abkommandiert worden.

Am Ende des Tages bemerkten wir, dass es uns doch ganz gut getroffen hat, denn die Harvester sind komplett schwarz zurück gekommen und die Planter hatten total zerkratzte Arme. Wir konnten nur einen aufkommenden Muskelkater spüren.

Zu Hause gönnten wir uns dann mal richtig was: Wir aßen endlich unsere Apfeltasche zusammen mit Schlagsahne. Das ist zwar absolut unbackpackerhaft, aber es schmeckt halt auch einfach super gut!

Ach ja: Ihre erinnert euch ja hoffentlich an die Regeln, die wir aufgestellt hatten. Eine dieser Regeln wurde beim Essen durch Lukas verletzt und da griff Christabel zu drastischen Maßnahmen. Spontan bekam sie die Eingebung für eine Strafe und schüttete ihm ein Glas voller Wasser übers T-shirt. Nachdem Lukas sich von dem Schock erholt hatte, musste er doch zugeben, dass er nun Respekt hat. Na, dann hat sich das doch gelohnt!

Zu Abend aßen wir mal wieder Avocadocreme mit Brot uns Wasser, als auf einmal Justin Timberlake wieder auftauchte. Nein, nicht der Sänger hat sich hierher verlaufen, sondern Benny, den wir beim ersten Mal in Kaitaia schonmal getroffen hatten, und der dem Star so ähnlich sieht. Ja, man sieht sich immer zweimal im Leben. Witziger weise aßen wir dasselbe, wie damals, nur dass jetzt unser Brot selbst gebacken ist.

21Januar
2013

Unspektaküläre Ereignisse

Nach einem unspektakulären Arbeitstag, machten wir etwas weitaus Spektakuläreres. Zu Fuß gingen wir zum Pak ‘n save. Zu Fuß! Nicht mit dem Auto! Unsere sportliche Seite kam mal wieder zum Vorschein. Im Supermarkt fanden wir alte Bekannte aus Bonn: Haribo! Wir haben es selbstverständlich nicht gekauft, das kriegen wir zu Hause eindeutig billiger! Auf Hin- und Rückweg begegneten uns einige Leute aus dem Hostel, die auch auf Wanderschaft waren. Besonders lustig fanden wir Moritz, wie er, versunken in seine Armbanduhr, hinter Ludwig und Isi her trottete. Ok, für euch hört sich das wahrscheinlich langweilig an, aber wir haben uns einen abgelacht, weil es so aussah, als wolle er auffällig unauffällig sein…

Als wir die Einkäufe verstaut hatten, backten wir neuen Brotnachschub. Kreativ, wie so manchmal bei uns zu ging, benutzten wir heute Mixed Herbs, „a special blend of marjoram, thyme and sage“. In das andere Brot mischten wir unseren neuen golden syrup. Wir würden später im Geschmackstest erkennen, dass sich beides nicht sonderlich lohnt.

Da wir heute zu faul waren richtig zu kochen, schoben wir 36 Frühlingsrollen und machten uns einen Salat mit Feta. Damit fläzten wir uns vor die Flimmerkiste zu Lydia und Luise und schauten miit ihnen das Ende des dritten Teils der Chroniken von Narnia. Ganz schön kitschig dieser Film! Allein schon, wie die Kinder zum happy end im Boot sitzend übers Meer voller Blumenblüten gleiten. Es gab Zeiten, da fanden wir (oder zumindest Chris) das noch toll. Zeiten ändern sich.

Den restlichen Abend verbrachten wir noch mit Moritz und Felix im workerhouse, Moritz und Ludwig hatten sich nämlich für die nächsten Tage abgemeldet, da sie zum Cape Reinga wandern wollten. So genossen wir halbwegs einen ruhigen Abend mit unserem Rest Sekt und dem Bliss (der Pseudo-Bayleys) von Moritz. Ach ja, halbwegs? Halbwegs, weil die Hälfte von uns und zwar Chris dauernd einnickte und nur Viola wach war. So gesehen hatte Chris etwas anderes genossen: Schlaf. Davon haben wir nämlich generell zu wenig! Auf der Arbeit haben wir Matt kennengelernt, der uns erzählte, dass er so zwischen zwei und drei Uhr Schlafen geht und schon um fünf Uhr wieder aufsteht. Trotzdem ist er in der Mittagspause immer putzmunter und spielt mit den anderen Rugby, während von uns Hostelarbeitern die meisten im Schatten des großen Baums vor der Wiese dösen. Jedenfalls gingen wir erst um 1Uhr ins Bett…

20Januar
2013

Typischer Sonntag

Wie jeden Sonntag, verbrachten wir ihn in der Bücherei. Chris war wieder früher hingegangen, um noch mit ihrer Familie zu skypen und Viola sollte nachkommen. Als sie jedoch gerade auf dem Weg zu den Fahrrädern war, sprintete Ludwig an um ihr mitzuteilen, dass Chris ihm geschrieben hatte, dass sie nicht kommen brauchte. Anscheinend klappte es zeitlich doch nicht mit Nicola zu skypen. So konnte sich Viola in aller Ruhe von Mila, Michelle und Jacky, den drei Blonden, mit denen wir mal in einem Zimmer gewohnt hatten, verabschieden. Mittlerweile verstanden wir uns ganz gut! Die drei hatten auch ein Problem mit dem Auto gehabt, es ist jetzt aber alles repariert und so konnte die Reise nun losgehen. Aber Kaitaia wäre nicht Kaitaia, wenn das Auto jetzt ohne Probleme vom Parkplatz rollen sollte. Nein, selbstverständlich sprang es nicht an. Ein Jumpstart unter dem Gelächter aller Anwesenen half jedoch und so fuhren sie los. Genug Aufregung für den Morgen, oder etwa doch nicht? Viola putzte sich gerade die Zähne, da schepperte es. Ein Fenster war aus der Verankerung im worker-Haus gefallen. Ein trauriger, aber auch lustiger Anblick. Mike freute sich gar icht darüber, dass ein Fenster einfach so ohne berührt oder geöffnet zu werden rausfällt, weil das Holz so morsch ist.

Viola und Michèl machten sich irgendwann doch auf zur Bücherei und trafen dort Chris und Lukas. Chris hatte inzwischen schon mit Nico geskypt, es hatte doch geklappt. Ludwig hatte die zweit SMS übersehen, in der stand, dass Viola genau jetzt kommen sollte. Bis circa 15pm waren wir trotzdem in der Bücherei.

Im Hostel blieben wir danach nicht lange, wir brachen direkt auf nach Ahipara zum Strand. Mit dabei waren Lydia, Luise und Rebecca, die neu im Hostel sind und das – wer hätte das gedacht- wegen ihres kaputten Autos. Ihnen waren zwei 17-jährige Jungs reingefahren. Craig, Jordi und Lukas waren angeln, Michèl, Florian, Moritz und wir Mädels guckten erst eine Weile zu, dann gingen alle bis auf Lina und Viola schwimmen. Wir saßen noch eine Weile am Strand und aßen Melone bis es zu kalt wurde und wir nach Hause fuhren. Dort bekamen wir wenig später die neueste Geschichte von den Anglern erzählt, die schließlich auch zurück kamen. Nein, kein gewöhnlicher Fisch, auch kein Stingray ging heute an den Angelhaken. Ein Hai, mit einer Länge von 1,5m zappelte plötzlich an Lukas Leine. „Ein wunderschönes Tier! Ganz in blau..“, so die Beschreibung durch Lukas. Anders als bei dem Riesenrochen, siegte aber dieses Mal das Tier gegen den Menschen. Mit seinen scharfen Zähnen bis der Hai die Leine durch und entschwand wieder im Meer. So ein Moment ist laut Craig  „the worst feeling in the world!“, ihr Angler habt also unser Mitleid. Aber ihr habt bestimmt bald wieder Erfolg.

Im Hostel backten wir beide dann endlich mal die Apfeltaschen, die schon so lange auf unserer To-cook-Liste standen. Schön sahen sie definitiv aus, probiert haben wir sie heute noch nicht. Stattdessen haben wir endlich mal wieder Avocadocreme gegessen. Nein, wir haben nicht massenweise Geld darein investiert, wir haben viel mehr unseren Charme spielen lassen und bekommen jetzt immer welche von Sebastian und Johann geschenkt, die auf einer Avocadofarm arbeiten. Dazu gab es unser Oreganobrot und Wasser. Wie wir es vermisst haben!

 

 

 

19Januar
2013

Das Match

Wir sind ein TEAMOoooohaaaa!Paparazzi am Start  Michèl, machst du etwa schlapp?

Heute war die Zeit gekommen, die Registration für unser Auto zu erneuern. Wir trotteten also zur Post, füllten ein Formular aus und legten 224,70$ auf den Tisch. Für die weiteren acht Monate darf unser Gefährt über die neuseeländischen Highways düsen. Acht Monate?  Ja, denn wenn wir es verkaufen, muss auf jeden Fall für einen Monat noch die Registration gelten und wir steigern zusätzlich den Wert des Vans.

Auf dem Rückweg zum Hostel trafen wir Jordi, der vom Markt kam und uns seine frisch erworbenen Zucchini und Mandarinen präsentierte. Der Markt! Da wollten wir doch auch noch hin! Trotz vorangeschrittener Zeit schnitten wir uns noch eine Scheibe Brot als Verzehrscheiben ab und marschierten zum großen Parkplatz/ Markt vor dem Warehouse.  Es war 12:30Uhr und die meisten Händler packten schon ihre Sachen zusammen. Es gab nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Kleidung und anderen Kram. Rasch kauften wir uns günstig eine Tüte Zucchini für 2$ und kehrten daraufhin um. Tja… Wir schlenderten so durch die „city“  und wie das halt bei Mädchen manchmal so ist, bekamen wir Lust auf shoppen. Im „posties“ kauften wir uns Unterwäschen – eine fast sinnvolle Anschaffung, noch dazu im Sonderangebot! Mal wieder saßen wir stundenlang auf dem Boden, um uns zu entscheiden bis die Verkäuferin kam und fragte, whether we were having a rest. Einkaufen ist  Kräfte zehrend. Wir suchten im „farmers“ und „coin save“  nach Arbeits-T-shirts, die wir ohne Gewissensbisse verschrotten konnten, fanden jedoch nichts. Vollbepackt mit unseren maßlosen Einkäufen gingen wir zurück zum Hostel.

Das Highlight des Tages war das Fußballspiel der Jungs aus unserem Hostel, die als frischgebackene Mannschaft gegen das Kaitaia-Team antraten. Was für ein Verein die anderen waren, wussten wir nicht, jedoch spielten auch viele ältere Herren mit. Das Spiel dauerte 90 Minuten, aufgeteilt in drei Einheiten à 30 Minuten. In der Aufwärmphase beobachteten wir Julian, der seine losgelöste Schuhsohle provisorisch mit Klebeband festzurrte, Leo dagegen würde barfuß spielen. Die Nervosität stieg und stieg, sogar Michèl hatte Gummibeine. Hmm… Die andere Mannshaft schien nicht so schlecht zu sein. Obwohl sich unser Team extra mit schwarzen Shorts und weißen T-shirts ausgestattet hatten, bekamen sie grüne und blaue Leibchen, da das Trikot der Kaitaianer sah ziemlich genauso aus, nur mit Nummern beschriftet. 16:30Uhr. Anpfiff! Schon nach den ersten Minuten fiel das erste Tor. Leider für die gegnerische Mannschaft. Die Paparazzi am Spielfeldrand ließen enttäuscht die Kameras sinken. Lina, Jule und Chris mit ihren Fotoapparaten und Viola mit der Visdeokamera verfolgten die Spieler auf Schritt und Tritt. SO entging ihnen ebenso wenig wie den Spielern der Mainstreetlodge oliver united Mannschaft ein etwas fülligerer Mann, der seinen Bauch immer so auszustrecken schien, dass niemand es schaffte ihm den Ball abzunehmen. Sogar als Moritz einmal gegen ihn lief, zuckte er nicht einmal mit der Wimper. Was für ein … Mann! Tore um Tore fielen. Man muss sagen, die andere Mannschaft war schon recht gut und unsere hatte noch nicht so ausreichend zusammen gespielt um organisiert und gut zu sein. Der Kampfgeist und der Wille zu Sieg war jedoch vorhanden, sodass sie es zumindest schafften viele Leute zu tunneln. Letztlich hatten wir Leo zwei Ehrentore zu verdanken, das Endergebnis lautete 2:6. Runterziehen ließen wir uns dennoch nicht, es war ein faires Spiel gewesen. Wir turnten noch ne Weile auf der Wiese herum, die Jungs kickten noch. Dann fuhren wir im weißen Fanbus (von Mike geborgt) zurück.

Nun war Chris an der Reihe ihr Versprechen einzulösen und mit Tom joggen zu gehen. 10km in einer Stunde? Joa, warum nicht? Die erste Hälfte hielt sie noch gut mit, doch dann nach der Wende vergrößerte sich der Abstand zum Vordermann und sie fiel zurück. Dazu muss man wissen, dass Tom circa 5 mal pro Woche laufen geht und Chris … nicht. Der Sportgeist brachte sie jesoch auch noch ins Ziel. Nach den folgenden Dehn- und Spagatübungen konnte sie den herrlichen Muskel bereits spüren. Viola war derweil im Hostel geblieben und hatte Fotos angeschaut.

Abends schauten wir noch zusammen im Haus „panic room“ an. Wir beiden fanden ihn nicht so toll, war viel zu voraussehbar... Müde ging’s ins Bett.

18Januar
2013

Goodbye mandarini, fishi und handi!

  Maria und Jerry bei den Mandarinenbäumen Vorher Nachher Lina schleckt an einer rockmelon Ben und Craig Auch Ludwig mag rockmelons Pauseee Chillen unter den Mandarinenbäumen Mandarinenangriff! Mit dem Bötlein auf dem See in der Mittagspause Harold darf mit dem Quad fahren Felix So sehen die großen bins aus! Full load (von Ole)

Heute war für einige der letzte Arbeitstag und insgesamt herrschte die Hoffnung, dass noch an diesem Tag die Mandarinenfelder endlich beendet würden. So wurden bei der legendären Fahrt zum jeweiligen Feld die Kameras gezückt, um die verängstigten Gesichter auf der Ladefläche für immer fest zu halten. Als wir kurz vor Schluss mit dem letzten halbe Feld begannen, war klar: Nächste Woche geht es weiter mit den Mandarinen. So erklang das letzte „Mark your trees!“ leider doch, es gab nicht wie gehofft keinen zu markenden Bäume mehr. Jerry, die Supervisorin, beendete schon ihre Arbeit, als sie plötzlich verwirrt von der Uhr aufschaute. Es war doch noch gar nicht Schluss! Wieso hatte denn Gerrith, der andere Supervisor schon den Feierabend ausgerufen? Hatte er gar nicht, nein, es war nur ein kleiner Abschiedsscherz von Leo. Aus Entrüstung darüber warf Jerry, die sonst so streng und hart dagegen vorgeht, tatsächlich mit einer Mandarine nach ihm! Es sah allerding so aus, als tue sie das zum ersten Mal in ihrem Leben. Ist ja auch eigentlich verboten! Wenig später war dann aber wirklich Schluss und wir machten uns auf den Heimweg.

Dort wurde der Teig für zwei Brote gefertigt, dieses Mal eines mit Oregano (das riecht wie Pizza!) und das andere wie immer mit Rosmarin. Gleichzeitig gaben wir Lina und Jule unsere Pak ‘n save Bestellung auf: eine Flasche Sekt. Heute wurde Abschied gefeiert und da wir keine Lust mehr auf unser restliches Bier von Sylvester haben, was wir irgendwie nicht leer bekommen, brauchen wir Alternativen. In der Zeit, wo die Mädels einkaufen waren, kochten wir unser Abendessen. Spaghetti mit einer Spinat-Tomatensoße gab es heute.

Später gegen Abend saßen wir dann entspannt und ohne Böses zu ahnen vorne auf den Bänken und verewigten uns auf den Fahnen von Ole und Sören, als plötzlich Olli um die Ecke bog. In den Händen trug er einen riesigen schwarzen Plastiksack, der offensichtlich sehr schwer war. Die Verwunderung unsererseits wandelte sich in Entsetzen und Ekel, als plötzlich ein Schwall Blut auf den Boden platschte. Was zur Hölle war in dem Sack???Die Menschen scharrten sich um Olli und Craig, als sie den Sack mit vereinten Kräften auf den Metalltisch im BBQ-Bereich hievten. Dann wurde das Geheimnis gelüftet: ein riesiger Stingray, ein Stachelrochen, glotzte uns aus seinen großen Augen an. Immer wieder wurde nun die heldenhafte Geschichte vom Kampf gegen das tödliche Monstrum erzählt. Achtung an alle unter 18: Dieser Teil enthält brutale Szenen, die für euch noch nicht geeignet sind und traumatisieren könnten! Ein erster Felsblock wurde von Ludwig auf ihn geworfen, um ihn ein wenig zu schwächen und mit weiteren Felsblöcken wurde der Schwanz, der einen Menschen bei Berührung töten kann, fixiert und schließlich, als man sich ihm relativ gefahrlos nähern konnte, mit dem Messer so lange auf den Kopf eingestochen, bis er schließlich tot war. Also, auch wenn es alle unter 18-jährigen natürlich nicht gelesen haben, da sie ja bestimmt auf unsere Warnungen hören: Niemals nachmachen, vor allem nicht bei einbrechender Dunkelheit, wie unsere Jungs das gemacht haben! Nun wurde unter großer Kraftanstrengung der Rochen zerlegt. Es kommt gar nicht mal so viel Fleisch aus einem so riesigen Tier raus…

Fasziniert von diesem Schauspiel, bemerkten wir gar nicht, dass die Küche inzwischen geschlossen war. Das Fatale daran: Unser Sekt stand noch im Kühlschrank! Mit viel Überredungskunst brachten wir Julian schließlich dazu, uns die Küche noch einmal auf zu schließen. Ganz schnell und leise, schnappten wir uns die Flasche und schafften es, ungesehen wieder raus. Puuh, Glück gehabt! Mike hätte es gar nicht gut gefunden, wenn er das gesehen hätte. Nun konnte also auch die Party für uns beginnen. Alle versammelten sich im Haus und hingen nun so rum. Eine richtige Party war es nicht, es gab zwar Musik, aber Stimmung war jetzt nicht wirklich da. Aber so saßen wir auf dem Boden, tranken unseren Sekt (natürlich nicht komplett), probierten vom Pseudo-Bayleys (schmeckt sehr gut!) und unterhielten uns vor allem mit Ludwig und Moritz, aber auch mit Harold, Matt, Isi und vielen anderen. Es war schon ganz lustig. Nebenbei genossen wir noch die von Michèl gereichten warmen Milch-Cocktails. Einen Schreckensmoment gab es an dem Abend jedoch auch noch. Chris‘ Handy landete aus Versehen in einem Sektglas. Es kamen kurzzeitig Zweifel an der Widerstandskraft der Hülle auf, als es sich plötzlich nicht mehr ausschalten ließ und das Handy der Überzeugung war, Kopfhörer angeschlossen zu haben obwohl dies nicht der Fall war, aber diese Zweifel wurden im Laufe des Abends wieder zerstreut. Chris schlief zwischenzeitlich schon auf dem Teppich ein, was auch nicht verwunderlich ist, da es bereits halb fünf war, als wir beide ins Bett gingen.

17Januar
2013

Regelkatalog

Nach der Arbeit fuhren wir wie jeden Tag nach Hause. Wir müssen übrigens mal lobend erwähnen, dass der Kindergarten in unserem Auto schon viel besser geworden ist, auch wenn wir doch immer wieder auf die von uns aufgestellten Regeln verweisen müssen. Hier mal ein kleiner Auszug:

1)      Keine Widerrede!

Heißt: Wir sind die Chefs im Auto und haben immer Recht! Widerspruch wird da nicht geduldet!

2)      Keine Kritik an der Fahrweise!

Auch panische Hilfeschreie oder ängstliches Anklammern an den Griffen sind unerwünscht. Wer in unserem sportlichen Auto fahren will, muss sich auch mit der sportlichen Fahrweise arrangieren!

3)      Der Rückspiegel wird nicht als Schminkspiegel verwendet!

Diese Regel gilt insbesondere für Michèl, der gerne die Chance nutzt, dass der Rückspiegel nicht seinen eigentlichen Zweck erfüllen kann, da der Passagier auf dem mittleren Sitz die Sicht versperrt und sich so selbst fasziniert im Spiegel betrachtet.

4)      Anpfeifen von Mädels aus dem Auto heraus ist strengstens verboten!

Diese Regel ist ganz besonders wichtig! Auch wenn die Chance auf ein näheres Kennenlernen der betreffenden Fußgängerin sehr unwahrscheinlich ist, da immer noch einer von uns am Steuer sitzt, sollten, aus Respekt uns gegenüber, immer noch wir die einzigen sein, die angepfiffen werden.

5)      Kein Spucken aus dem Fenster!

Der Verstoß führt zu direktem Rauswurf und einer großen Säuberungsaktion des beschmutzen Fensters.

6)      Füße werden nicht aus dem Fenster gestreckt!

Diese Regel wird nur dann aufgehoben, wenn der Gestank sonst nicht zu ertragen ist.

7)      Keine Schuhe im Auto!

Dies ist unsere älteste Regel und ist scheinbar doch recht schwer umsetzbar. Aber wir machen Fortschritte. Und immerhin hatten wir noch keine Schuhe auf der Matratze

8)      Unterhosen müssen spätestens nach drei Tagen aus dem Auto entfernt werden!

Nach unseren Badeausflügen finden sich regelmäßig Boxershorts bei uns im Auto wieder. Im Zimmer ist dann das Gejammer groß, dass so viele Unterhosen verschwinden. Wenn sie ab jetzt nicht nach drei Tagen das Auto verlassen haben, verschwinden sie tatsächlich wie durch Zauberhand!

9)      Keine Vulgärsprache!

Deutschunterricht für Florian ist immer lobenswert, aber nur, wenn es sich um angemessene Sprache handelt. Wörter wie ****** und ************ uns so weiter wollen wir nicht hören!

10)   Kein Alkohol am Steuer!

Dies ist die einzige Regel, die noch nicht gebrochen wurde. Respekt!

So, nun habt ihr mal einen kleinen Überblick, wie es so im Auto zugeht, bzw. nicht zugehen sollte. Aber wie gesagt, es bessert sich, wir sind stolz auf euch Jungs! Richtige Strafen, außer böse Blicke und scharfes Zurechtweisen sind uns noch nicht eingefallen, aber wenn es auch so geht, umso besser. Und durch so liebe Aktionen, wie am heutigen Abend, machen sie ja auch einiges wieder gut. Heute nämlich wurde von Michèl ein großartiges Dessert angekündigt. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Stundenlang stand er in der Küche und Schnippelte und kochte und mischte und rührte. Raus kam ein super leckerer Kiwi-Melonen-Soda-Zitronen-Smoothie und eine Vanillecreme mit Brombeeren. Vielen Dank! Dafür darfst du auch mal in den Rückspiegel schauen!

Smoothie

16Januar
2013

Hosteltour

Anstatt der üblichen Schilderung unseres Tagesablaufs, haben wir uns heute überlegt, dass wir euch zeigen, wie es hier in unserer Unterkunft so ausschaut.

Zwischen KFC und der Crime Prevention liegt unser HostelUnsere Mainstreet Lodge

 Zwischen Crime und KFC liegt Mikes Mainstreet lodge. Hier sieht man in der Frontansicht das worker-house. Umrahmt von „hübschen“ Palmen liegt der vordere Parkplatz mit Mikes weißen Van, mit dem er morgens die Leute ohne Auto zur Arbeit fährt und den er auch ab und zu verleiht, damit alle zum Strand o.Ä. kommen. Die Straße im Vordergrund führt zum hinteren Parkplatz, wo die Autos der Hostelbewohner stehen.

Das MaraeHinter der Küche kann man gut sitzen und essen

Dies ist das Marae, wo wir auch schon einige Nächte drinnen geschlafen haben. Links davon sieht man ganz klein die Tonne, in der wir mal ein Lagerfeuer gemacht hatten und rechts ist der Parkplatz, auf dem meistens unser Auto steht. Momentan ist es allerdings auf der linken Seite. Das Gebäude, dass man rechts beginnen sieht, ist die Lounge.

Der Haupaufenthaltsort namens Küche

In dieser Chaosküche sind Meisterköche aus aller Welt (ok, vor allem aus Deutschland) am Werk. Links steht die Waschmaschine, die die Wäsche blitzeblank wäscht. Haha. In der Mitte ist der Kochbereich zu sehen und die ganzen Essenskisten. Eigentlich besitzen alle Köche nur eine davon, wie kommt es, das wir beide zwei zum Bersten gefüllte Kisten dort stehen haben? Neben dem Dunklen Schrank befindet sich auf der Theke der Sektor mit dem free-food. Dorthin pflegen wir immer zweimal hinzuschauen. Ganz rechts sieht man den Gefrierschrank, welcher absolut überfüllt ist, sodass wir unser Eis ins worker-house auslagern mussten. Das ist auch gut so, den das Gefrierfach ist nicht für Jedermann zu durchschauen. Es ist nur durch einen Trick zu öffnen. Dieser lautet: Ziehe an der richtigen Seite der Tür, nicht an den Scharnieren! Ach ja: Beim Öffnen muss man auf die herausfallenden Erbsen Acht geben!

Die TV-Lounge

Direkt an die Küche schließt die Fernseh-Lounge an. Dort tummeln sich gemütliche Sessel, ein Regal mit Büchern und Spielen und natürlich der Fernseher, wo wir gerne DVDs gucken. Warum der kahle, künstliche Weihnachtsbaum immer noch den Raum ziert, ist uns ein Rätsel. Genau wie die Küche wird auch dieser Raum leider schon um 11pm geschlossen.

Wer ständig Ordnung hält ist bloß zu faul zum Suchen!

Dieser Anblick bringt Mike regelmäßig auf die „hübschen“ Palmen… Jetzt versteht ihr vielleicht, warum sich Mike damals beschwert hatte, dass es in unserem Zimmer so unordentlich ist. Aber wir fühlen uns wohl!

Lasset die Kleider trocknen!

Hier seht ihr den Innenhof vom Hostel mit den angrenzenden Zimmern und der Wäscheleine in der Mitte. Hinten links liegen die Duschen. Auf der rechten Seite sind die Toiletten und weiter geradeaus geht es links zur Rezeption, rechts zum BBQ-Platz und schließlich zum workerhouse.

Vor der Küche kann man auch gut sitzen und essen

Hier kommt man hin, wenn man aus der Küche kommt und nach links geht. Hier ist auch das Bild vom ersten BBQ mit unseren Zimmergenossen und den Schweden entstanden.

Duschen

Duschen

Sieht schlimmer aus als es ist!

Es ist nicht so schrecklich, wie es hier auf dem Bild aussieht. Es sind keine Gefängnisklos.

BBQ Platz

Dies ist der BBQ-Platz und die Bänke, auf denen wir gerne unseren After-work-snack essen. Links ist der Eingang vom workerhouse.

An der Rezeption wird man gut gelaunt von Julian begrüßt

Ein weiterer Weihnachtsbaum, dieses Mal in der Rezeption. Der Rezeptionist ist heute Julian.

Im worker house

Dieser schöne Ort ist der Wohnraum im workerhouse. Der Fernseher funktioniert zwar nicht, sieht aber gut aus! Es ist dort lange nicht immer so ordentlich, wie auf diesem Bild.

Plastikweihnachtsbaum im worker house

Der dritte und letzte Weihnachtsbaum. Die Musikanlage steht auch im workerhouse, wird aber leider nicht richtig ausgenutzt, da sonst Mike mal wieder auf die Palme gebracht wird.

Ein Blick aus unserem Zimmer

Ein gewohnter Blick aus unserem Zimmer: Unsere Nachbarn sitzen auf den Gartenstühlen im Innenhof.

Zimmer No.8

Nochmal ein Blick von außen auf unser Zimmer. Rechts wurde uns irgendwann eine Kiste hingestellt, wo alle unsere Schuhe drin waren, anscheinend war der Anblick nicht mehr erträglich. Man beachte auch den Affen, der von der Gardinenstange baumelt!

Fazit: Im Prinzip haben wir alles, was man zum Überleben braucht.  Jedoch möchten wir uns nicht an den Luxus einer Küche gewöhnen, sodass es dringends Zeit wird, weiterzureisen.

15Januar
2013

PAP (Paprika-Apfel-Pfannekuchen)

Heute ist nicht viel passiert. Gerade noch pünktlich kamen wir bei der Arbeit an, die sich daraufhin sehr lang zog, was auch an den immer wieder kehrenden Schauern lag. Wir hatten die Arbeit irgendwann doch mit Ach und Krach hinter uns gebracht und fuhren schnell zurück, um unseren After-work-snack zu essen. Wir verspeisten Melone und den Rest unseres süßen Brotes. Nun war es an der Zeit „Shopgirl“ zurück zu geben. Wie wir auf unserem Videotheksausweis lesen konnten, hatte diese jedoch bereits geschlossen. Auf Chris Drängen gingen wir trotzdem hin, und siehe da: sie hatte doch offen. Was uns jetzt noch daran hinderte, die DVD zurück zu geben war, dass wir (typisch für uns!) nur die leere Hülle mitgenommen hatten. Also nochmal zum Hostel und nun mit DVD zurück. Wir brauchten nun eine geschlagene Stunde, um uns für einen neuen Film zu entscheiden. Mit „panic room“ kamen wir schließlich wieder im Hostel an.

Zum Abendessen wollten wir uns nochmal an Pfannekuchen versuchen, für Chris mit Apfel, für Viola mit Paprika. Der erste wurde noch beim Wenden zerfetzt, doch mit dem Tipp Butter statt Öl in die Pfanne zu geben, klappte es auf einmal wunderbar und wir erhielten goldgelbe Pfannekuchen!

Nach dem Essen schrieben wir noch unseren Blog, während die anderen und Felix noch „Herr der Ringe“ auf dem Laptop schauten und legten uns irgendwann schlafen. Als wir schon fast im Traum versunken waren, klopfte es an der Tür und Felix trat ein. Das worker-Haus war bereits abgeschlossen und so kam er nicht in sein Bett. Also räumte Chris ihres für ihn und kroch zu Viola. Wie bequem es ist zu zweit in einem oberen Bett vom Hochbett zu liegen, dass kein Geländer hat, kann sich jeder selber denken, oder? Aber haben wir gerne gemacht, Felix!

14Januar
2013

Superköche

Montag= Schontag – Das stimmt hier leider nicht, punkt 8 Uhr standen wir wiedervor unseren Mandarinenbäumen und pflückten uns die Finger wund. Das Wetter meinte es heute gut mit uns, es war bewölkt und trocken und nicht zu heiß. So ging die Arbeit recht zügig um und wir konnten uns, selbstverständlich mit massenweise Melonen bepackt ins Auto setzten. Die Benzinanzeige zeigte uns eindeutig, dass unser Weg uns nicht direkt zum Hostel sondern erst einmal zur Tankstelle führen sollte. Und wo wir schon mal da waren, gingen wir zum Pak ‘n save. Endlich kauften wir uns die Zutaten für den aus Tauranga bekannten spinach pie. Sogar Feta gönnten wir uns.

Geschafft von der Arbeit brauchten wir jetzt erst mal unseren alltäglichen after-work-snack. Mit rockmelon, Eis und Toast setzten wir uns in die Lounge und legten di DVD „Extremely loud and incredibly close“  ein. Auch wenn der Film sehr berührend ist, wurden doch alle bis auf Chris von ihrer Müdigkeit übermannt und verpassten so leider einiges. So ausgeruht konnten wir nun die Wäsche von gestern abhängen. Dabei ließ uns Mike eine mysteriöse Botschaft zukommen, also eigentlich sprach er ganz normal zu uns, aber wir verstanden nicht alles. Was wir jedoch verstanden war, dass wir zur Rezeption kommen sollten aus irgendeinem seltsamen Grund. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir wieder mal einen Witz nicht richtig verstanden hatten, oder ob er es ernst meinte. Also gingen wir mal vorsichtshalber hin und merkten bald: er meint es ernst! Wir bekamen nämlich eine Standpauke, dass unser Zimmer so unordentlich ist und es so schwer ist, die Betten neu zu beziehen. Ojemine – hatten wir etwa Mikes Zorn auf uns gezogen? Doch wieso drückte er uns dann jetzt auf einmal 10$-Internetgutscheine in die Hand? Seine Erklärung dafür verstanden wir nicht und dann war er auch schon weg. Also fragten wir James, der hier für accomodation arbeitet, was Mike uns sagen wollte. Und schon hatten wir noch zwei weitere Gutscheine in der Hand. Was war den jetzt los?! Anscheinend hatte er nicht mitbekommen, dass Mike uns bereits einen gegeben hatte, denn er meinte, er tue dies im Auftrag von Mike. Wir sollten eine Belohnung dafür  bekommen, dass wir ihm angeboten hatten ihn nach der Arbeit mit zu nehmen, als er alleine noch dort auf Mike warten musste, dessen Auto bei der ersten Fuhre schon voll war. So haben wir drei Gutscheine mit einer Klappe geschlagen!

Nun war es Zeit fürs Kochen. Mengenmäßig improvisierten wir, doch mit den Zutaten hielten wir uns ans Rezept. So entstand langsam aber sicher unser erster eigener Spinach pie.  Als er schließlich fertig gebacken auf unseren Teller, staunten wir nicht schlecht. Das schmeckte ja richtig gut! Sogar Lukas warf uns einen anerkennenden Blick zu und Sebastian, der eigentlich schon wieder entnervt war, weil wir wie jeden Abend bis zur letzten Minute die Küche, die er schließen sollte, besetzten, gab zwei Daumen hoch! So schlechte Köche sind wir also doch nicht.

Und wieder gibt es ein Geburtstagkind, dem wir gratulieren: Elisabeth, alles Gute zu deinem 11. Geburtstag! Aber nicht zu viel Schnaps, auch wenn es eine Schnapszahl ist!

13Januar
2013

Klippenspringer

Nur mit dem Auto kommt man zum geheimen Wasserfall Moritz freut sich schon! Nicht nur gucken!! Springeeen! Jule mach mal wieder Fotos Zwinker, zwinker Auch kopfüber geht's hinein! So sieht es vom Straßenrand aus Harold chillt auf nem Felsen

Erstaunlicherweise erwachte anscheinend niemand mit einem ordentlichen Kater, sogar solche Rabauken, die in der vorherigen Nacht eine Bekanntschaft mit der Kloschüssel geschlossen hatten. Munter wie jeden Sonntag war wieder Skypen angesagt. Dieses Mal hatten wir schon eine Idee wie sich das Ganze nicht so ausdehnen würde. Denn wie sehr wir gerne mit euch tratschen liebe Leute, es wird irgendwann auch für uns anstrengend! Für heute hatten wir einen Skypeplan entworfen, bei dem jedem 30 Minuten zugeteilt wurden. So sollte es eine Sache von 2 ½ Stunden werden, doch am Ende waren es dann doch eher wieder 4. Nichts für ungut, wir freuen uns über Nachrichten aus der Heimat!

Was wir letzte Woche nicht geschafft hatten, wollten wir nachholen: Erkundung des Wasserfalls. Mit kundigen Mitfahrern (Michèl und Florian waren schon da gewesen) machten wir uns auf den Weg – den gleichen wie letztes Mal! Nein, wir hatten uns damals nicht verfahren, wir sind bloß vorbeigefahren! Nach 45 km kamen wir an. Der Wasserfall liegt ziemlich versteckt in Fahrtrichtung links unterhalb der Straße. Ja, unterhalb! Man muss am Straßenrand halten, aussteigen und sich über den Straßenrand beugen. Von dort blickt man auf einen 2 m hohen „Wasserfall“, in den man sich hineinstürzen kann, wenn man weiter links die Stufen zum Wasser hinabsteigt. Vom Wegrand jedoch kann man eine geschätzt 10 m hohe Klippe hinunterspringen. Dafür nimmt man einige Schritte Anlauf und macht einen großen Sprung. Das Gruselige ist, dass man nicht sieht, wo man hinspringt; das Wasser erscheint dann auf einmal während des Fluges. Dazu muss man darauf Acht geben, dass man weit genug wegkommt vom Fels, denn weiter unten ist noch ein Felsvorsprung, gegen den man lieber nicht knallen sollte. Wie man sieht, hatten wir genug Gründe, uns erst mal an die kleinen Höhen heranzutasten, selbst wenn die Jungs, von denen wir sieben mit an Bord hatten, natürlich gleich das Maximum erprobten.

Nach extatischen Sprüngen von den kleinen und mittel hohen Felsvorsprüngen blieb nur noch der große. Chris traute sich als Erste. Beine, die sich wie Wackelpudding anfühlten und ein wummerndes Herz machten die Sache nicht gerade leichter. Ein Adrenalinkick durchzog ihren Körper als sie auf den Abgrund zu rannte und sprang – aaaah, Felsen! Puuh, das war knapp. Das Wasser umschloss sie plötzlich und erfrischend. Juhuu, geschafft!! Jetzt fehlte nur noch Viola. Ermutigend wurde ihr von Lukas, Felix und Chris zugesprochen. Sie zögerte noch ein bisschen, bis jedoch der neuseeländische action spirit sie packte und sie somit auch den Sprung wagte. Leider schien sie es nicht so genossen zu haben im Wasser zu landen, denn sie kam irgendwie ungünstig auf, sodass sich die Wirbelsäule „wie zusammengestaucht“ anfühlte und ihr die Luft wegblieb. Lukas rettete sie zum Glück aus dem Schockzustand, nachdem wir alle erst einmal die Situation begriffen hatten. Sie hatte zwar Schmerzen im Rücken, ließ sich aber davon nicht einkriegen und so machten wir uns zu dritt (Felix war schon weg) auf den Weg Fluss aufwärts. Die anderen hatten schon früher die Flusswanderung begonnen, wir hingen also meilenweit hinterher. Bald nahm auch Lukas einen Pfad am Ufer entlang, weil er keine Schuhe fürs Wasser hatte und deshalb seine Füße schmerzten. Ihn verloren wir also auch irgendwann aus den Augen. Wir wateten durch den größeren Bach; über glitschige Wasserpflanzen, die zuhauf hier wuchsen, über Steine, Sand und alten versunkenen Schuhsohlen. Bald fanden wir Felix wieder und gingen mit ihm am Ufer entlang. Er war ebenfalls barfuß unterwegs. Wir schlichen uns an Kuhherden vorbei, kletterten erdige Abhänge hinab und hinauf, quetschten uns durch Zäune, suchten die anderen sechs. Als wir das Gefühl hatten schon sehr sehr weit gelaufen zu sein, packte uns eine Art von Niedergeschlagenheit und Unlust, dass wir nicht zu den anderen aufgeschlossen hatten und diese offensichtlich nicht auf uns gewartet hatten. Waren sie mittlerweile umgekehrt und auf dem Weg zum Auto? Wir wussten es nicht, aber kehrten unsererseits um. Dazu liefen wir einfach ein kurzes Stück zur Straße und dann am Fluss abwärts wieder zurück. Allerdings konnten wir nicht so schnell laufen, da Felix wie gesagt keine Schuhe anhatte und der Boden übelst unangenehm steinig war. Da Violas Rücken noch weh tat, nahm Chris ihn auf den Rücken und trug ihn einige Meter weit huckepack. An dieser Stelle sei bloß gesagt, dass ca.140 kg fortbewegt werden mussten…Auf einmal hörten wir, wie sich eilige Schritte annäherten. Es war Moritz, der die anderen verlassen hatte und schon mal vorgegangen war. So liefen wir alle zusammen zum Auto zurück.

Angekommen, ließen die anderen fünf auch nicht lange auf sich warten und erreichten uns bald. Es wurde noch einige Male von der Klippe gesprungen, dieses Mal auch professionell begleitet von Lukas‘ GoPro-Kamera, einer Action-Kamera, die einen großen Weitwinkel hat und auch unter Wasser funktioniert. Gestärkt mit Keksen, saßen dann auch schon wieder alle abgetrocknet im Auto und wir kehrten zurück zum Hostel.

12Januar
2013

Wellenreiter

Stefano und Jöran Manche können's ...und manche nicht Jordi!!! Was tust du da? I you're happy and you know it... Drei Engelchen EISKREM

Es ist endlich Samstag! Viola genoss es endlich mal wieder ausschlafen zu können und nutze diese Möglichkeit auch großzügig aus. Sie öffnete ebenso wie Michèl um 1Uhr mittags die verschlafenen Äuglein. Florian blieb noch etwas länger liegen. Chris war schon seit einiger Zeit auf den Beinen und bearbeitete Fotos in der Lounge. Auch Lukas hatte es etwas früher aus dem Bett geschafft. Es wurde nun also spät gefrühstückt und rumgegammelt.

Wir waren ja absolut nicht ausgeschlafen und treiben ja sowieso so viel Sport hier, also war es natürlich vertretbar, dass wir uns dazu entschieden mit dem Auto zum Pak ’n save zu fahren. Dort angekommen waren wir sehr froh uns in den uns sonst immer viel zu kalten Regionen der Kühlregale abzukühlen, es war unerträglich schwül draußen. Es sollte mal wieder ein BBQ stattfinden, da morgen Sören Geburtstag hat und uns Melina und Martin verlassen werden, also kauften wir endlich mal wieder Fleisch. Chris erfüllte sich sogar endlich mal ihren langgehegten Wunsch und kaufte sich Fisch. Zwar aus der Tiefkühle und nicht frisch, aber besser als nichts (falls man Fisch mag). Und noch einen Luxus gönnten wir uns: Eis! Das probierten wir dann direkt, als wir zurück im Hostel waren zusammen mit – was für eine Überraschung - rockmelon. Langsam kam Bewegung ins Hostel. Das Wetter erweckte bei allen das Verlangen nach einer Abkühlung im Meer, also wurde bald zum Aufbruch geblasen. Noch schnell eine Wassermelone geschnitten und in die Brotdose gepackt und los ging’s.

Dieses Mal meisterte unser liebes Auto den Strandabschnitt ohne auch nur einmal zu murren. Die ganze Fahrt lang hatten wir uns auf das kühle Nass gefreut, doch was war das? Auf einmal, mit den Füßen bereits im Wasser, schien es gar nicht mehr so warm zu sein. Nach einer halben Ewigkeit hatten wir es dann endlich ins Wasser geschafft und warfen uns in die Wellen. Mit dabei waren auch Felix und Florian, die sich beide Surfboards ausgeliehen hatten und ihre mehr oder weniger vorhandenen Vorkenntnisse nun unter Beweis stellten. Michèl, der noch nie vorher gesurft hatte, schaffte es sogar ein paar Mal zu stehen, noch richtig auf die Welle kam er noch nicht. Er schien aber definitiv seinen Spaß zu haben! Außerdem ist ja noch kein Meister vor Himmel gefallen.

Schließlich verließen wir wieder das Meer und Viola und Jule setzten sich zu den anderen auf die Strandtücher und aßen die mitgebrachte Melone, während sich Chris und Lina sich der Fotografie hingaben. Motive gab es genug: Ole und Julian beim Cricket spielen, die andern Jungs beim Fußball, eisessende Menschen und vieles anderes.  Irgendwann kam dann der Aufruf zur großen „Surferparty“. In Scharen strömten unsere Hosteljungs und Maria mit ihren Surfboards ins Meer und legten sich ins Zeug. Schließlich wurden sie von vier Kameras gleichzeitig beobachtet. Da will ja jeder eine gute Figur machen! Doch auch diverse Stürze geben spektakuläre Bilder! Nach vielen weiteren Fotos und sportlichen Betätigungen wie Frisbee spielen, machten wir uns dann auf den Rückweg. Wie es dazu kommen konnte, dass plötzlich unser Auto wieder zum randvoll mit Menschen gefüllt war, haben wir nicht ganz nach vollziehen können, einen neuen Passagierrekord haben wir aber nicht aufgestellt.

Im Hostel wollten wir uns dann direkt ans kochen machen und bereiteten als erstes unseren Salat zu. Der sah schon mal gut aus. Dann mussten wir uns überlegen, was es als Hauptspeise zu dem Fleisch geben sollte… oder doch nicht? Tatsächlich, wir hatten mal wieder unglaubliches Glück. Eine kleine Gruppe von Neuseelandreisenden hatte ihr Essen nicht aufgegessen und wollte es loswerden. Da waren wir bei uns genau an der richtigen Adresse! Nudeln (nicht die von der billigsten Marke), eine vegetarische Tomatensoße, eine Hackfleischsoße und Baguette wechselten so den Besitzer. Was für eine Offenbarung!! Wir genossen diese Mahlzeit sehr und schafften nicht einmal alles davor. Sehr zufrieden setzten wir uns nun zu Lina, Jule und Michèl in die Lounge und schauten noch den Rest „Fame“, bevor wir uns wieder zu der Feiergemeinschaft gesellten. Eine sehr heitere Runde! Wir saßen draußen eine ganze Weile draußen und hatten viel Spaß. Punkt 12 Uhr wurde dann auf Sören angestoßen und Kuchen ausgeteilt. Fröhlich ging die Party weiter, bis sie plötzlich abrupt von Mike unterbrochen wurde. Mike, dem Hostelleiter wurde die ganze Sache zu bunt, er wollte nun endlich schlafen und schickte alle recht wütend in die Zimmer. „in die Zimmer“ bedeutete für uns: alle ab ins workerhouse! So saßen wir bei Ludwig, Ben, Moritz und Harold im Zimmer, aßen Eis, Ludwig als Münchener natürlich noch eine Weißwurst, die nicht mehr ganz nüchternen Menschen malten sich gegenseitig an, es wurde (selbstverständlich ganz leise!) Musik gehört und, und, und… Alles in allem ein sehr amüsanter Abend! Spät in der Nacht schlichen wir uns, um Mike nicht zu wecken dann endlich durch den Hof in unser Zimmer und gingen schlafen. Was für ein Glück, dass morgen immer noch Wochenende ist!

An Cecil noch einmal alles, alles Liebe zum 17. Geburtstag!! Happy Birthday, Bro. Sweet as

11Januar
2013

Schweißperlen

Ein Brot in Herzform! -Herz ergreifend

Ganz andächtig: die Krippe unter den Tannenzweigen

Weihnachtsschmuck aus der Heimat

Auch ohne Schnee kann Weihnachten sein

Es war die glühend heiße Sonne Schuld, dass dieser Arbeitstag eine Qual wurde. Der Schweiß tropfte in Sturzbächen an den Gesichtern aller herab und jeder sehnte sich durchgehend nach Schatten, einer frischen Brise und Wasser. Michèl und Harald sprangen in der Mittagspause kurz in den Pestizid-See, während der Großteil im Schatten unseres Lieblingsbaumes fläzte. In der zweiten Hälfte gab es sogar noch zwei extra Trinkpausen, wir bildeten uns die Hitze nicht ein! Ganz besonders große Erleichterung zeichnete sich in den Gemütern der Arbeiter ab, als die Worte „Mark your trees!“ erschallten. Endlich geschafft! Als kleines Trostpflaster durften wir uns dann noch alle Wassermelonen mit nach Hause nehmen. Juhuu!

Zu Hause setzten wir uns wie so oft nach draußen an den Holztisch und snackten rockmelon (wir wollten sie nicht den Fruchtfliegen überlassen) und unsere neue Schöpfung: ein Honig-Marmeladen-Bananen-Brot in Herzform! Wir hatten es gestern gebacken und probierten es nun genüsslich mit ungesalzener Butter. Gar nicht mal schlecht…sogar lecker! Cool, unser adventurous Backgeist kehrte also wieder in unsere Fingerspitzen und Gaumen zurück. Das Apfelbrot war ja schon Ewigkeiten her.

Danach trennten sich kurz unsere Wege: Viola hüpfte sehnsuchtsvoll unter eine erfrischende Dusche, Chris dagegen gesellte sich zu Jordi und seiner Taekwondo-Trainingstruppe, wo sie sich also noch dreckiger und verschwitzter machte, aber wenigstens halt ein bisschen Sport!

Nachdem also auch Chris geduscht war, die verlorenen Kalorien sofort durch Weihnachtsplätzchen aufgefüllt wurden und wir innere Ruhe gefunden hatten, sahen wir uns imstande, die weihnachtliche Dekoration aus unseren Päckchen zu benutzen. Wir huschten also in die Lounge, wo immer noch der künstliche Tannenbaum prangt und behangen ihn mit Engeln, einem Schneemann, bauten die Krippe auf, zündeten die Kerzen an und platzierten ein Stück Stollen auf einer Serviette.

Nun sitzen wir immer noch im Wohnzimmer und schreiben…

Um nicht zu vergessen: Niiiiico!! Bestes und Liebstes zum 19. Geburtstag, wir wünschen dir einen super tollen Tag, haben dich lieb!

10Januar
2013

Memmenalarm

Die Arbeit war wie immer, das Einzige, das heute anders war (außer der Tatsache, dass wir unsere Nudeln nicht aufgegessen, also Essen verschmäht hatten!), war ein Anruf nach Trier zu Claudi, um noch einmal persönlich – wie immer verspätet – zum Geburtstag zu gratulieren.

Auf dem Heimweg zählten wir wieder mal rockmelons als Gepäckzuwachs dazu, welche allerdings sofort in den Schatten gestellt wurden als wir im Hostel angekommen waren und Mike mit einem Paket im Arm auf uns zukam. Na nu? War das etwa - ? Ja! Tatsächlich, auch Violas Weihnachtspäckchen hatte Kaitaia erreicht! Obwohl wir ausnahmsweise vorgehabt hatten KEINEN Snack zu uns zu nehmen, war die Verlockung doch einfach zu groß und willenlos folgten wir unserer inneren Stimme, die sagte: Mach es auf und iss alles, was drin ist! Zum Glück durchkreuzten wir tapfer den fiesen Plan unseres Es und aßen nur ein petit peu der vorzüglich schmeckenden Weihnachtsplätzchen! Dankeschöööön!! Ach übrigens: wozu ist denn die Melonen-Minze-Seife? Wir sind doch die reinlichsten Wesen dieses Planeten, haben wir es nötig uns zu waschen? ...oh ja! Ihr solltet uns mal nach der Arbeit riechen…oder auch nicht, wenn ihr keine Pestizid-Schweißgeruch-Vergiftung erleiden wollt. Sorry, aber das ist exklusiv!

An diesem Tag stellten wir fest, was für anstrengende Kreaturen die mit XY-Chromosomen ausgestatteten Individuen der Art homo sapiens sapiens doch waren. Populärwissenschaftlich gesagt sind Jungs einfach mal sau schnell beleidigt (ohne Namen zu nennen), können sich nichts merken, suchen stets nach Anerkennung und ertragen keinerlei physischen „Schmerz“: Weicheier!! Waschlappen!! Warmduscher!! Tut uns Leid, falls das jetzt zu verallgemeinernd klingt, das soll auch so sein. Es gibt zwar immer wieder Ausnahmen, aber heute sind wir nicht in der Stimmung, dieses anzuerkennen.

Wenigstens hat uns ein Exemplar dieser Spezies dabei geholfen, Spätzle zu machen. Dieses Mal drückten wir den Teig durch ein Sieb, was echt exhausting war. Wo bleibt denn nur die Spätzle-Presse?! Doch die Mühe hatte sich ausgezahlt, wir wurden mit leckeren Käsespätzle belohnt.

09Januar
2013

Nur eine simple Tomatensoße?

Über die Arbeit schreiben wir heute nichts, kommen wir direkt zu unserem After-work-snack. Eine Delikatesse tischten wir uns heute auf: Nutella-Bananenbrote! Mjammjam…Und mit Brot ging es weiter, denn wir backten uns heute wieder einmal ein Brot. Die Besonderheit lag darin, dass es länglich war und nicht rund wie üblich! Krasse Sache. Während das Backwerk im Ofen erhitzt wurde, schauten wir kurz in der Lounge vorbei, wo einige Jungs den Film „Alien“ guckten. Der ist schon über 30 Jahre alt, was man ihm auch ansieht. Sterbenslangweilig fanden wir ihn, sodass wir uns auch bald vom Acker machten.

Zum Abendessen bereiteten wir eine wahrlich überraschend herkömmliche Mahlzeit zu: Nudeln mit Tomatensoße! Aber selbst, wenn wir so etwas vermeintlich Simples kochen, geht der Spaß niemals verloren. Die Chaos-Köchinnen berichten: Die Pfanne samt Öl war schon heiß, als die Zwiebel und der Knoblauch leider noch nicht fertig geschnitten waren, und als sie dann doch noch ihren Weg hinein gefunden hatten und ein paar Minuten später (sie waren schon mehr als glasig gebraten) die Soße dazukommen sollte, spritzte letzt genannte beim Eingießen hoch und löste eine Panikreaktion plus schrillen Schreckensschrei aus. Chris wollte dann schon mal ein bisschen aufräumen und wischte um die Herdplatte herum, legte den Lappen auf den Nachbartopf, in dem die Nudeln vor sich hin brodelten, welcher daraufhin auf Grund der Schwerkraft und der zu geringen Haftreibungskraft hinabschlitterte und mit einem Klatschen in der Tomatensoße landete! Oh, lecker, Wischlappenbakterien! Aber es kam noch besser: da wir von Florians Geburtstagstorte noch cream im Kühlschrank hatten, wollten wir sie als Verdickungsmittel in die Soße kippen. Das taten wir auch, aber bereuten es keine zwei Sekunden später wieder. Die cream war schon klumpig geworden und roch nicht mehr so appetitlich. Das hieß für uns, das weiße Zeug wieder herauszufischen.

Letztendlich war es dennoch ein zufrieden stellendes Essen, vergaß man all die Schusseligkeiten drum herum. Nur unseren guten Vorsatz, schon um 19 Uhr im Bett zu liegen, verfehlten wir mal wieder und waren doch erst drei Stunden später im Schlafgemach angelangt.

Zum Abschluss wollen wir hier nur noch kurz etwas anmerken, was unsere Freundin Claudi in Deutschland betrifft: Alles alles Gute zum 19. Geburtstag aus dem schönen Neuseeland! Wir denken an Dich!

08Januar
2013

Erbeerfleisch

Die Arbeit war okay an diesem x-ten Arbeitstag. So fuhren wir mit geschenkten rockmelons im Gepäck zum Warehouse, wo neben dem einzigen Einkauf (Viola hatte neue Flip-Flops gekauft, nachdem der eine Flip wahrscheinlich im Trounson Forest vor einigen Wochen zurückgeblieben war und der andere Flop im Müll gelandet war) wieder einmal eine Kindergartenparty in der Spielzeugabteilung veranstaltet wurde. Die Jungs schmückten (oder tarnten?) sich mit Darth Vader – Masken und Laserschwertern, auch Viola hatte ein hübsches Kampfgerät aus Schaumstoff in die Hand gedrückt bekommen. „Ich bin dein Vater.,.“, raunte es durch die Plastikhelme. Ach ja, wir wollen noch nicht erwachsen werden!

Bevor es dann zum Hostel ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher beim McDonald’s, wo wir Maria (ein Mitbewohnerin und Kollegin) einen McFlurry mit Oreo-Keksen und Karamelsoße mitbrachten und auch Michèl und Lukas sich nach reiflicher Überlegung ein Eis kauften. Höchst achtsam bugsierten wir unseren blauen Van durch den Gegenverkehr und fügten dem schmelzenden Eis fast keinen (jedenfalls keinen auffällig sichtbaren) Schaden zu.

Natürlich genehmigten wir uns noch einen kleinen Brot- und Melonensnack mit exklusiven fünf Erdbeeren. Wir empfanden sie unterschiedlich: Viola meinte, sie seien süß, wenn Chris sie fad fand und die letzte, ja die war grausam, sie schmeckte nach Fleisch! Kein gutes Zeichen…

Nach dem Duschen machten wir uns an Kochen. Heute würde es Kartoffeln mit einem versehentlich verunglückten Ei und als Beilage einen paprikanischen Salat geben! Ja, Paprika, von denen hier eine einzige normalerweise schon über 3$ kostet! Wir Schnäppchenjäger hatten jedoch 5 für 2$ bekommen! Wahnsinn. Und in die Kartoffeln füllten wir kreativ Käse, der darin schmolz und dabei Kartoffelecken verkuppelte.

Unseren Plan, heute schon um 21 Uhr schlafen zu gehen, setzten wir unglücklicherweise nicht in die Tat um, denn Lukas überspielte noch Musik auf Violas Handy, während Chris Michèl aus bekanntem Buch vorlas. So landeten wir also erst rund um Mitternacht im Bett. Menno, morgens auf der Arbeit waren wir immer so müde, das hatten wir ändern wollen! Nächstes Mal vielleicht.

07Januar
2013

Gutes Essen und guter Film

Nach der Arbeit, die heute sehr zäh begonnen hatte, dann aber doch recht schnell zu Ende ging, fuhren wir erst tanken und dann zur örtlichen Videothek, um „Shopgirl“ auf Wunsch von Michèl auszuleihen. Im Hostel aßen wir dann eine kleine Toastmahlzeit (ist es euch schon aufgefallen? Wir essen hier immer vier Mahlzeiten am Tag!). Es gab sogar einen neuen Brotaufstrich: Basilikum-Aioli, eine grandiose Abwechslung. Und nebenbei gesagt: unsere Brombeer-Marmelade ist auch sehr entzückend!

Nach dem Duschen und ein bissl chillaxen wollten wir unser heutiges Dinner kochen. Etwas Exotisches sollte es werden – Seetangsuppe! Chris hatte ein Rezept von zu Hause, den Seetang hatten wir beim free food gemopst. Chris machte sich voller Vorfreude, Viola mit etwas Skepsis an die Arbeit. Der Meergeruch, der alsbald aus dem Topf quoll und alle Menschen im Küchenraum verwirrt aufblicken ließ, verstärkte die Zweifel nur. Wenig später war klar, das schmeckte nicht gut! Chris war zwar weiterhin begeistert, doch außer ihr und Oli fand sich im gesamten Hostel kein einziger weiterer Anhänger dieser Nahrung, nur reihenweise verzogene Gesichter. Leider entsorgten wir den Rest in die Mülltonne. Mit dem übrigen Reis, der als Beilage gedient hatte, wurde noch fix eine Reispfanne für das Mittagessen am nächsten Tag zubereitet. Im Zimmer schauten wir uns zu fünft noch „Shopgirl“ an, allerdings schliefen wir alle vor dem Ende ein. Fazit: dieser Film ist absolut nicht zu empfehlen und sehr schnarchnasig.

 

06Januar
2013

Mission Impossible oder „Wo ist der Wasserfall?“

Team mission impossible Der Fisch liegt da noch seelenruhig...nichts ahnend Doch dann kam Sören....

Da wir unseren einzigen freien Tag opferten, um mit unseren Familien zu skypen, machten wir uns schon früh auf zum Te Ahu. Und naja, wie das halt so ist mit dem Skypen, lautet die am häufigsten gestellte Frage: „Könnt ihr uns hören?!“. Das Bild war schlecht und in der Öffentlichkeit rumschreien wollten wir auch nicht. Ganz besonders war heute, dass wir ein Doppeldate hatten. Chris‘ Familie war nämlich bei Violas zu Hause, sodass wir einen „Massenskype“ veranstalteten. Natürlich konnte man nie alle sehen, geschweige denn verstehen, aber ein bisschen lustig war es trotzdem. Wir konfrontierten sie mit ausgedachten Zahlen und Größen über unseren Mandarinenorchard, was sie nicht gleich checkten. That’s irony!

Mal wieder viel zu früh wurde es Mittag und Nachmittag und außer der Halle vor der Bücherei hatten wir noch nichts gesehen. Auf einmal kam Michèl herein und fragte uns, ob wir Lust hätten mit zum Wasserfall zu kommen, Mike würde sie hinfahren. Da wir jedoch hungrig waren, verneinten wir und kündigten an, später nachzukommen. So latschten wir müde zum Hostel, aßen unsere Butterbrote und machten uns fertig für einen Tag am Wasserfall. Sonnencreme, Bikini, Buch; alles dabei. Mit von der Partie waren noch Felix, Jule und Lina. Nachdem wir von Julian und Sebastian eine Wegbeschreibung bekommen hatten, machten wir uns auf den Weg. Nach einem kurzen Richtungswechsel (niemals ohne Umweg unterwegs!) fuhren wir Richtung Awanui gen Norden, bis nach Taipa an der Doubtless Bay und runter eine lange lange Straße entlang. Vor der one lane bridge sollten wir abbiegen und dann wieder an der folgenden Kreuzung. Selbstverständlich hielten wir uns an die Wegbeschreibung, aber ein Wasserfall wollte sich uns partout nicht auftun. Unterwegs waren wir schon Mike in seinem Van begegnet. Wir waren auf dem richtigen Weg gewesen, definitiv! Nur, dass die anderen schon auf dem Heimweg waren. Trotzdem gaben wir noch nicht auf. Schon ziemlich lange kurvten wir auf dieser holprigen Straße herum und immer noch keine Spur. Außerdem war auch noch der Fluss weg, dem wir folgen sollten. Irgendwann machten wir halt und zückten unsere Smartphones. Ja, tatsächlich hatten wir hier in der Einöde Netz! Google maps verschaffte uns einen Einlick auf unseren Standort. Wir hatten alles richtig gemacht. Wo also war jetzt dieser verflixte Wasserfall? Es war schon 17.30 Uhr und den Badeort hatten wir noch nicht gefunden. So folgten wir stur unserer Route. Er musste hier sein oder gar nirgends! Weiter ging es, doch zwecklos. Nix da. A propos nix: in unserem Tank gab es ziemlich viel davon. Die ansteigende Fahrt hatte einiges an Sprit verbraucht, sodass wir dringend wieder tanken mussten. Wir füllten ihn so weit auf, dass wir sicher nach Hause kommen würden (nicht  viel, denn es war ungeheuerlich teuer hier) und machten noch Fotos von unserem spannenden Ausflugsziel – eine Tankstelle! Unsere heldenhafte Story verbreiteten wir direkt im Hostel, wir machten uns gar nicht die Mühe vorzutäuschen nicht da gewesen zu sein. Hahaha…

Kurz nach unserer Ankunft kamen auch die Fischer wieder. Craig hatte einen unglaublichen Fang gemacht. Einen prachtvollen Snapper hatte er geangelt und trug ihn lässig von den Fingern baumelnd zum Grillplatz, wo er auf der Arbeitsfläche landete. Sören und Ludwig nahmen sich seiner an und machten es sich zur Aufgabe, den Fisch liebevoll aufzuschneiden und auszunehmen wie wir es schon einmal gesehen hatten. Alle standen mit ekelerregenden, erstaunten und/oder bewundernden  Blicken darum herum, während der Fischer ganz wo anders war. Er hatte sich nämlich verletzt, sodass sich unser Zimmer in eine Krankenstation verwandelte und Lukas, Michèl und Chris ihm gekonnt und mit vereintem Wissen und Geschick die Wunde verarzteten. Viola las derweil eine Verbrecher-Geschichte aus dem Buch, das Michèl besorgt hatte.

Als sich der Trubel um den Fisch gelegt hatte, da jener mittlerweile zerlegt war, wurde Chris‘ Stimmung urplötzlich ausgelassen und hyperaktiv, sodass sie durch die Gegend turnte, tanzte, sich verbog und komische Taekwondo-Übungen mit Jordi machte. Ach ja, ein bisschen Fußball kicken, Volley- und Basketball waren auch noch dabei. Höhepunkt natürlich die Spagatübung, die zuletzt leider eine kleine Scheuerwunde verursachte. Vorsicht beim Rutschen auf Teppichboden!

Statt einem Abendessen aßen wir Kekse aus dem Weihnachtspäckchen von Chris. Sehr lecker! Sofort verfielen wir wieder in wehmütige Weihnachtsstimmung als wir die Kerze und die Engel betrachteten und Weihnachtslieder sangen. Michèl lauschte uns andächtig. Später war er es, dem wir zuhörten, denn er las uns aus dem Verbrechen-Buch vor.

So ging der Sonntag zu Ende und wir gingen mal wieder zu spät ins Bett. Freude, morgen begann wieder eine Woche Arbeit!

05Januar
2013

Kaitaia City Sound im Einsatz

Auch heute mussten wir arbeiten. So verbrachten wir neun Stunden auf dem orchard. Dabei erfuhren wir, dass es heute wieder mal  einen BBQ geben sollte. Wir fuhren also zum Hostel um Geld zu holen und luden noch Felix und einen Freund von Florian, der heute im Hostel angekommen ist, ins Auto. Ab ging es zum Pak ‘n Save. Mit dabei hatten wir außerdem noch gefühlte zehn Einkaufszettel von anderen Hostelbewohnern . Als wir alles gekauft und alles und alle im Auto verstaut hatten, wollten wir eigentlich losfahren. Doch plötzlich hielt uns Michèl mit ruhiger Stimme,  jedoch warnender Stimme, davon ab. Sein wachsamer Blick war auf ein Polizeiauto uns direkt gegenüber gerichtet. Eine Polizistin saß darin und schien nur darauf zu warten, dass wir mit der illegalen Menschenfracht in unserem Wagen losfuhren. Um die gefährliche und durchaus dramatische Stimmung zu untermalen, hörten wir schweigsam und zugleich kichernd den Kaitaia City Sound (erinnert ihr euch an das Gespenst im Maori-Tempel und mit dem unheimlichen Sound?) mit Polizeisirenen und haste nicht gesehn. Nun hieß es für die anderen: aussteigen und laufen. Das Polizeiauto folgte unserem Van vom Parkplatz aus eine Weile, ließ bald ab. Glück gehabt.

Im Hostel stellten wir uns in die Küche und begannen Nudelsalat und Brot vorzubereiten. Das Brot entstand dieses Mal aus einem aus Versehen etwas reduzierten Rezept, doch der Teig sah trotzdem gut aus, so schoben wir es magisch in den Ofen. Zawuuuusch! Auch der Nudelsalat war schnell fertig zubereitet, nur etwas zu trocken, da wir noch etwas zu sparsam mit Essig und Öl umgegangen waren. So sind wir halt.

Alle zusammen saßen wir wenig später im Hof und plauderten fröhlich beim Essen. Die Nacht brach hinein, es begann sich langsam zu leeren, also holten wir den Laptop um den letzten noch fehlenden Blogeintrag zu schreiben, doch das erwies sich als nicht so einfach, da das Interesse an unserem Blog zu groß war und wir ihn allen zeigen sollten. Schließlich zogen wir ins workerhouse um und zeigten bis spät in die Nacht Fotos und hörten Ludwig dabei zu, wie er uns seine bereits sehr genauen Vorstellungen seiner zukünftigen Familie darlegte. Um 2 Uhr fanden auch wir endlich den Weg ins Bett.

04Januar
2013

Geburtstag

Oh là, là!! Florian et le ballon Petit-déjeuner

Kurz nach Mitternacht erhoben wir uns kurzzeitig aus unseren gemütlichen Stockbetten, und zwar aus dem Grund, dass wir Florian mit einem „Bon anniversaire!“ in sein 22. Lebensjahr schicken wollten. Ja, genau, heute, am 04.01.13 war Florians Geburtstag.

Die wirklich überraschenden Besonderheiten ereigneten sich jedoch erst am Morgen. Dazu wachten wir, die restlichen vier, mehr oder weniger leichtfertig um 6 Uhr morgens auf, um in der Küche das Frühstück zuzubereiten und den Geburtstagstisch zu decken. Wir machten Rührei, dazu das selbstgebackenen Brot von Michèl und ausnahmsweise mal Tee statt Leitungswasser. Mit einem begeisterten „Nooooo!!!“ entdeckte das Geburtstagskind seine Geschenke: neue Flip-Flops im Reggae-Style, ein Energiedrink, Wonka-Süßikeiten, eine frische Mandarine , grüne Luftballons mit Grüßen, Sprüchen, Wünschen und Bildern drauf und nicht zu vergessen: unsere sagenumwobenen Joghurttorte, die jedoch vorerst nur angeschaut wurde. „Bon anniversaire, bon anniversaire…“, sangen wir und leiteten wir und leiteten damit einen sonnig-wolkigen Geburtstag ein.

Nach dem Frühstück brausten wir dann mit unserem reparierten blauen Gefährt zur Arbeit, wo die Stunden wie immer zäh vergingen und nur durch haufenweise „rockmelon“ in den Pausen versüßt wurden. Chris futterte so viel sie konnte. Hey, Freiobst! Um 17 Uhr das erlösende „Mark your trees!“ und bald ging es auch schon (warum sind wir immer die Letzten die losfahren?) zum Hostel. Dort erwartete uns schon sehnsüchtig eine sechslagige Torte. Mjamjam.  Erwartungsvoll nahmen wir alle einen ersten Bissen zu uns, aber schon verzogen sich die Gesichter. Was war das denn für ein Geschmack und überhaupt, die se Konsistenz erinnerte mehr an Panna Cotta oder dergleichen Schwabbeliges. Iiiiih. Menno, unsere schöne Torte! Keinem schien sie wirklich zu schmecken, auch wenn Florian beteuerte, dass sie „perfect“ sei  und Lukas sogar darauf aufmerksam machte, dass wir eine positive Rückmeldung bekommen hatten. Es war Isi gewesen, indem sie gesagt hatte, dass sie schon Schlimmeres gegessen hatte. An Pi und Claudi: den Möhrenkuchen toppt die Torte noch nicht. Wir luden noch diverse Leute dazu ein, den Kuchen zu kosten. Wir fingen sie wie die Fliegen, die von Zeit zu Zeit auf der Kuchenoberfläche landeten.  Angelockt von einem herrlichen Design, wie es bei unseren Speisen so üblich ist schwirrten sie um uns herum. Und fielen dem Kuchen zum Opfer.  Was lernen wir aus dem Versuch? Zu viel Gelatine ist nicht gut für die Jogurt-Schlagsahnen-Mischung, denn sie produziert einen ekeligen Fleischnachgeschmack und eine seltsame Konsistenz. Der Boden und die Früchte haben übrigens toll geschmeckt, ehrlich! Als Krönung brachten wir Mike das letzte Stück Torte. Eigentlich war es James, der den Kuchen wie einen Trojaner einschmuggelte. Durchs Fenster beobachteten wir Mikes Gesichtsausdruck während des essen s. Erst war er genießerisch, als er Boden und Kiwi aß, dann wechselte er zu einem angewiderten Zusammenkeifen der Augen, Zusammenkneifen des Mundes und Runzeln der Stirn. Nicht gut? Wir hatten ihn davor gewarnt. Auch Oli gesellte sich zu diesem Spektakel und wollte unbedingt vom letzte Tortenstück essen. Wir hätten es niemals erwartet: Er fand ihn lecker! „Not so terrible!. Vollgestopft von Kuchen, zogen wir uns ins Zimmer zurück, duschten schrieben den Blog und bereiteten uns selig auf unser nächstes Wunderwerk vor: eine Pizza als Geburtstag essen.  Mit dem Teigrezept von Jörans Vater bereiteten wir Teig vor, den wir ausrollten und belegten. Michèl wollte daraus eine pizza-competition machen, sodass er einen Boden selber gestaltete. Peanutbutter, Currypulver und sour cream wanderten drauf, die Baked Beans konnten wir gerade noch abwehren. Außerdem hatten wir einen neuen Kumpanen an der Seite: Felix aus Berlin. Er war gestern angekommen und würde morgen wieder fahren, sodass er seinen letzten Abend mit unserer feinen Gesellschaft genoss. Klaro, er bekam auch ein Stück Pizza, an der übrigens noch Backpapier klebte. Mal wieder waren wir zu spät dran gewesen mit dem Kochen, sodass wir von James aus der Küche geworfen wurden, um Punkt 23 Uhr. Nicht mal ein Cracker im T-Shirt nach einer Verfolgungsjagd durch die Küche konnte ihn umstimmen. Das Brot mussten wir einsam im Ofen zurücklassen, weil es noch nicht fertig gewesen war. Ach ja, wir haben an dem Abend auch ein Brot gemacht! Hoffentlich konnten wir mit der Pizza die Geburtstagstorte wieder wett machen!   Leckere (?) Joghurttorte Das macht Appetit, non?

03Januar
2013

Der magische Kiosk

Zur Arbeit fuhren wir nicht mit unserem Auto, sondern zusammen mit Ben und Harald. Wir waren zwar ein bisschen wehmütig, aber es war trotzdem die Erfahrung wert, denn wie so oft machten wir neue Entdeckungen aus dieser neuen tiefer gelegten Perspektive. Zum Beispiel entdeckten wir den Ort, an dem wir bestattet würden, falls die Mandarinenarbeit für uns psychisch und physisch nicht mehr tragbar sein sollte.

Heute sind wir sind wir dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, denn wir ertranken fast in Verzweiflung und Regen. Wenigstens konnten wir zwei Minütchen oder so unter den Bambusstämmen verweilen um den heftigsten Regenfällen zu entgehen, was jedoch nicht so angenehm war, da der kalte Wind uns um die nackten Beine wehte. Wie froh wir waren, als wir endlich klatschnass in die Mittagspause gehen konnten. Zum Glück heiterte uns ein lustiger Anblick auf, Florian drückte es in etwa so aus: “Quand il mange…son nez et la bouche sont déformés! Noooo!!!“ Soll heißen: Wenn er kaut, verändert sich sein komplettes Gesicht, unter anderem wird die Nase vom Mund verschlossen, sobald die vom Unterbiss geprägten Zähne aufeinander treffen. Gut gelaunt ging es in die zweite Hälfte und wir beendeten unsere Arbeit gewissenhaft und konzentriert. Zurück fuhren wir wieder mit dem fremden Auto, und wer hätte es gedacht? Auch hier benahmen sich die Menschen, allerdings die auf den Vordersitzen, wie im Kindergarten. Zuerst machten sie waghalsige Überholmanöver, bei denen uns fast das Herz stehen blieb, wir ließen Jil und Leo mit ihrem Auto hinter uns, genauso wie die Italiener. Ohne Hupkonzert ging natürlich nichts! Wir erinnerten uns so wieder an das Gefühl, wenn man beim Beschleunigen in seinen Sitz gedrückt wird, weil das in unserem Auto nicht möglich war. Als wir schließlich doch noch irgendwie am Hostel ankamen, die Überraschung: Ungläubig starten wir auf den Parkplatz vor dem Hostel. Erst nach einem zweiten Blick trauten wir unseren Augen. Da stand tatsächlich unser blaues Dummerchen! Was bedeutete das? Wieso war das so schnell wieder da? Mike hatte erst heute Morgen den Schlüssel in die Werkstatt gebracht und jetzt war es schon wieder hier. Entweder ist es wieder ganz, oder es war einfach schrottreif und der Mechaniker wollte so etwas nicht länger vor seinen Toren stehen haben.“ Das macht dann 350$“, eröffnete uns der liebe Mike. Gut, dass das irony war. Seinen gewöhnungsbedürftigen englischen Humor werden wir wohl nie verstehen! 95$ legten wir auf den Tisch für neue Kontakte um die tolle Second-hand-Batterie herum, welche nämlich total verrostet waren. Wie auch immer, Hauptsache, der Van war wieder fahrtüchtig!

Euphorisch machten wir uns zunächst mit Michèl auf den Weg, um noch die letzten Besorgungen für Florians Geburtstag  zu machen. Die Gelatine gab`s natürlich nicht beim Four Square trotz Ankündigung, also kauften wir zuerst die Flip-Flops und andere Kleinigkeiten beim Warehouse. Auf dem Rückweg schlug Michèl noch vor beim kleinen Kiosk auf der anderen Straßenseite nach der Gelatine zu fragen. In so einem klitzekleinen Laden? Aber warum nicht? In down-under ist doch alles anders. So fanden wir dann überraschenderweise doch noch Gelatine in Pulverform.

Die Geburtstags-Joghurttorte schien ein Erfolg zu werden. Mit einem vielversprechenden Rezept aus dem Internet machten wir uns ans Werk. Erst buken wir den Boden, schnitten ihn nachher in zwei Teile und belegten den ersten mit Kiwi. Darüber kam die erste riesige Schicht an Joghurt-Schlagsahne-Gelatine-Masse. Hmmm…schon ein bisschen fester. Egal. Zweiten Boden drauf, wieder weiße Schicht und zu guter Letzt die Erdbeeren. Die Form mussten wir notgedrungen mit Alu-Folie erweitern, sodass sie doppelt so hoch wie zugelassen war. So eine wunderschöne Torte kann doch nur gut schmecken! Warum mussten wir nur noch bis morgen mit dem Probieren warten?

Zum Abendessen sollte endlich mal wieder unsere Lust auf Fleisch gestillt werden. Im üblichen Stress wegen der Schließung der Küche, bereiteten wir uns zu fünft Cordon bleu und Kartoffelecken zu. Es schmeckt immer so gut, wenn wir nicht alleine kochen. Wie kommt das?

Den Abend verbrachten wir damit Blogeinträge zu schreiben und gingen mal wieder viel zu spät ins Bett.

02Januar
2013

Ein Schub zur Werkstatt

Wir hatten auch heute frei, also schliefen wir alle aus. Irgendwann begab Chris sich dann zur Bücherei, um dort zu skypen und Lukas folgte ihr. Florian, Michèl und Viola gönnten sich stattdessen erst einmal ein gutes Frühstück mit Rührei und Toast. Da sie Unordnung im Zimmer langsam nicht mehr ertragbar war und dann auch noch eine Chipstüte umfiel, wurde zum Neujahrsputz gerufen und dabei nicht nur aufgeräumt, sondern auch gesaugt!

Es war inzwischen Mittag und Chris kehrte immer noch nicht aus der Bücherei zurück. Die im Hostel Gebliebenen beschlossen, sich nun dem armen kaputten Auto anzunehmen. Harald hatte vorgeschlagen, einen Jumpstart mit seinem Auto auszuprobieren, oder auch mal seine Batterie einzubauen, um zu sehen, was das Problem ist. Die traurige Erkenntnis: Das Auto geht gar nicht mehr an. Der Jumpstart trug immerhin dazu bei, dass das Auto ein paar angestrengte Tönchen von sich gab, doch auch die verstummten bald. Eine bedrückte Stimmung kam auf, in der immer größer werdenden Menschenschar, die sich um unser Dummerchen versammelte. Um das Auto in eine Werkstatt zu bringen, blieb uns aber ja immer noch der Anschiebestart. Oder auch nicht. Nach ungefähr 10 vergeblichen und schweißtreibenden Versuchen, den Van so zum Laufen zu bringen, war klar: es geht gar nichts mehr. Sollte auch unser Auto sich in die Liste der „broken cars“ einreihen? Und was tun wir jetzt? Wie gut, dass es so viele hilfsbereite Menschen hier im Hostel gibt und die Werkstatt auch nicht allzu weit vom Hostel entfernt ist! Viele, viele starke Jungs schoben alsbald unsern blauen Toyota mit Viola am Steuer über den Seitenstreifen von Kaitaias Hauptstraße auf den Parkplatz der Werkstatt. Das sorgte für einige Lacher bei den übrigen Verkehrsteilnehmern. Schnell wurde jedoch klar, dass man uns hier nicht helfen würde können. Nein, das Auto ist nicht schrottreif – hoffen wir- , die Werkstatt hat nur geschlossen. Also wurde alles aus dem Auto geräumt und wir ließen das arme, fahruntüchtige Gefährt einsam auf dem großen Parkplatz zurück. Ein trauriger Anblick. Chris bekam von dem ganzen nichts mit, sie hielt sich immer noch in der free-wifi-zone auf und pflegte den Kontakt nach Deutschland.

Da wir jedoch noch nicht ganz aufgeben wollten, gingen Florian, Michèl und Viola noch zu einem nicht ganz so nahe wie erwartet gelegenen Schrottplatz, um dort hoffentlich auf Fachkundige zu treffen. Viola war unklugerweise barfuß unterwegs, was hier eigentlich relativ normal ist, aber für diese Strecke doch ungeeignet war. Am Schrottplatz angekommen schmerzten nicht nur die Füße, es schmerzte auch der Gedanke, dass der Weg unnötig war, da auch der Schrottplatz geschlossen hatte. Also wieder zurück, diesmal war Michèl barfuß und Violas Füße steckten in viel zu großen Schuhen. Ein Abstecher zum Pack ‘n save später machten wir uns zurück zum Hostel, mit insgesamt sechsmal 200gr Schinken im Gepäck. Der war nämlich im Angebot. Was für einen Festschmaus das die nächsten Tage geben würde!

Chris war wieder zurück und so backten wir endlich unseren Marmorkuchen, der eigentlicb ein New Year‘s Eve und dann ein New Year’s day Kuchen werden sollte. Alles klappte hervorragend und so konnten wir den Kuchen sorglos im Ofen unter der Aufsicht von Lina und Jule lassen. Wir beide gingen noch einmal mit den Fahrrädern einkaufen, um Zutaten zum Kuchen, den wir morgen für Florians Geburtstag am Freitag backen wollen, zu kaufen. Das war nicht ganz einfach, aber schließlich hatten wir alles beisammen, bis auf die Gelatine, die erst morgen wieder im four square, auch eine Supermarktkette wieder erhältlich ist.

Zum Abendessen kochten wir uns dann mit unseren Freunden Reis mit Hühnchen und einer Peanutbuttersauce. Das Fleisch sah wirklich nicht gerade appetitlich aus als wir es vom Knochen abzulösen versuchten (O-Ton Lukas: „I wouldn’t eat that!“), doch letztendlich schmeckte es doch sehr lecker! Unser Marmorkuchen zum Nachtisch ebenfalls, allerdings bestand er aus einer Außenhülle und einem Innenteig, da irgendwie nur der innere Teil zusammengefallen war, aber der Geschmack zählt, nicht wahr?

Mit den Gedanken ganz fest bei unserem einsamen, ungeschützten Auto, schliefen wir schließlich ein.

01Januar
2013

Neujahr

 Happy 2013 to everyone! Langsam erwachten Chris, Viola und Michèl gegen kurz nach neun im Van, während draußen schon alle im Aufbruch waren. Lukas drängte zum Aufbruch und so wurde alles zusammen geräumt, die Menschen auf die Autos aufgeteilt und los ging’s – oder doch nicht? Was war das? Kein Laut drang aus dem Auto, als der Schlüssel umgedreht wurde. Na toll. Das Auto sprang nicht an, obwohl kein Licht oder sonst etwas angewesen war. Also versuchten wir, bzw. alle starken Männer aus dem Hostel, es mit einem push-start. Und siehe da, das Auto sprang an. Was auch immer kaputt war, wir kamen immerhin weg vom Campingplatz. In mehr oder weniger guter Verfassung, Lukas und Florian zum Bespiel, hatten keine Sekunde geschlafen, machten wir uns also auf den Weg. Wir hatten gerade den Burgerladen in Pukenui passiert, wo wir vor langer Zeit mal unbeschreiblich gute Steakburger gegessen hatten, da sahen wir auf einmal ein uns bekanntes Auto am Straßenrand. Der Van von Sebastian und Julian, zwei Deutschen, die immer Englisch reden aus dem Hostel, war anscheinend nicht mehr fahrtüchtig. Hilfsbereit hielten wir an, konnten aber auch nicht richtig helfen und wollten so wieder weiter fahren, was allerdings wieder nicht ohne die Anschiebekraft der männlichen Mitfahrer möglich war. Langsam wurde uns beiden schon mulmig zu mute, was war nur mit unserem Auto los? Kaitaia ist schon als „city of broken cars“ bekannt, anscheinend gaben ja alleine heute zwei stück den Geist auf. Wir erreichten aber das Hostel ohne weitere Zwischenfälle und luden das Auto aus. Michèl zischte darauf hin noch ein paar weitere Bierchen, Viola gab sich wie Lukas wieder dem Schlaf hin und Chris machte sich an die Fotobearbeitung.

Michèl war trotz der allgemeinen Müdigkeit felsenfest davon überzeigt, heute noch einen Berg besteigen zu wollen, erst mussten jedoch auch er und Florian noch Schlaf nachholen.  In der Zeit kochte Lukas eine Suppe und wir beide saßen zusammen mit Jule, Lina, Jordi und Ludwig in der Küche und schauten ihnen beim Kartenspielen zu.

Es wurde immer später und nachdem wir uns mit der superleckeren Suppe gestärkt hatten, fuhren wir fünf und Oli nach einer weiteren Anschiebepartie (würde das jetzt unser neuer Morgensport werden?) zu unserem Orchard, um vom gegenüberliegenden Hügel aus den Sonnenuntergang über Ahipara anzuschauen. Da es keinen offiziellen Weg nach oben ging, liefen wir zum nächst besten Haus, dem einzigen in dieser Gegend, und klopften an die Türe. Uns wurde geöffnet und bald wurde uns ausführlich der Weg über die privaten Weideflächen beschrieben. Wir beide mussten beim nicht allzu langen Aufstieg mal wieder unsere mangelnde Fitness  feststellen, wurden aber oben mit einem schönen, idyllischen Ausblick auf Ahipara, das Meer, unser Orchard und das weite Land belohnt. Michèl und Lukas hatten noch nicht genug und bestiegen noch einen weiteren, höheren Hügel. Als es bereits dunkel war, machten wir uns wieder an den Abstieg und verabschiedeten uns von dem netten Ehepaar und schoben unser Auto ein letztes Mal für den heutigen Tag an. Ein weiteres Mal fuhren wir noch bei McDonalds vorbei, wo sich die Jungs noch mit einigen Kommunikationsschwierigkeiten einen Mitternachtssnack holten und fuhren dann nach Hause. Das hatte sich gelohnt, ein Glück, dass wir Michèls unerschöpfliche Motivation haben!

 Sonnenuntergang auf dem Berg, Blick aufs Meer in Ahipara Bells orchard Gipfelkreuz Blümelein Surrealismus auf der Wiese