Viola und Chris unter Kiwis

8 Monate Work & Travel in Neuseeland

Berichte von 12/2012

31Dezember
2012

Sylvester-Silvester

Den letzten Tag des Jahres wollten wir gebührend ausnutzen, sodass wir schon um 10 Uhr aufstanden. Früh genug für uns… Wir wussten immer noch nicht, wo wir Sylvester feiern würden. Ein junger Mann von der Arbeit hatte uns alle eingeladen den Abend in einer Ferienwohnung am Strand mit anderen Arbeitern zu feiern. Allerdings wollten auch die Leute vom Hostel, dass wir mit ihnen zum Strand fahren. Schließlich entschlossen wir uns für letzteres, denn so konnten wir auch mit Lina, Jule, Ludwig, Oli und den anderen den Abend verbringen. Nicht zu vernachlässigen war die Tatsachen, dass man unser Auto mit den beliebig nutzbaren „Sitzplätzen“ benötigte, um die 27 Leute zu transportieren. Nein, natürlich waren nicht alle bei uns, nur insgesamt 10 Personen…

Für das Abendessen machten sich alle was zu essen, wir beide probierten uns erneut an den Kumara- Reibekuchen. Dieses Mal frittierten wir sie quasi mit viel Öl in der Pfanne. Vom Zusammenhalt waren sie weitaus besser als letztes Mal, jedoch war der Geschmack irgendwie weg, dabei hatten wir doch extra viel Zucker drauf gemacht statt Salz.

Wie immer waren wir mal nicht in der Zeit. Ben und Michèl waren als Kundschafter zu möglichen DOC-Campingplätzen und hatten nur noch einen freien in Rarawa gefunden. Um 16:30 sollte es losgehen. Um 16:20 Uhr waren wir jedoch noch beim Pak ‘n save um Kekse, Cracker mit Pickle und nicht zu vergessen einen leckeren günstigen Sekt zu kaufen. Schnell wie geölte Blitze radelten wir zurück zum Hostel. Aber zum Glück war noch keiner fertig zur Abfahrt. Wir packten also unsern Kram zusammen und Lukas sortierte alles in den Stauraum in unserem Auto ein. Wie auch immer, wir endeten zum Schuss alleine auf dem Parkplatz. Nur Johann, der chaotische Belgier war noch da und stürzte sich auch noch gleich in unser Auto. Na dann weg. Irgendwann – wir waren schon 30km gefahren, erwähnte Johann, dass die anderen auf dem Parkplatz vom Pak ‘n save auf uns warteten. Oh wunderbar! Da waren wir doch schon lange vorbei. Anrufe zu Personen in den zurückgebliebenen Autos schlugen fehl: kein Netz. Nach 65km erreichten wir Rarawa beach, wo wir schnell merkten, dass uns etwas scheinbar Essentielles fehlte: lange Hosen für den Abend. Die Hitze hatte schon nachgelassen, nur die untergehende Sonne wärmte noch sanft unsere Leiber. Nach und nach kamen auch noch die anderen 17 Leute an und wir belegten unseren abgesperrten Bereich auf der Campingwiese. Bald packten alle ihr Abendessen aus, u.a. Kartoffelpizza, Burger, Instantnudeln, Käse, Reibekuchen…

Schon zogen die ersten Karawanen zum Strand runter. Dort war wunderschönes Licht zum Fotografieren, das Chris natürlich nutze, zum Beispiel um Violas dramatischen und unfreiwilligen Ins-Wasser-Wurf  festzuhalten. Lukas hatte sie nämlich mitsamt Klamotten ins Meer geworfen. Oli probierte derweil seinen neuen Neoprenanzug auf, Leo und andere Jung spielten Rugby, manche saßen auch einfach nur im Sand und chillten. Irgendwann wurden Fuhren an Getränken herbei geschafft und ein Lagerfeuer errichtet, um das sich alle versammelten. Die Nacht brach herein und wir rutschen enger zusammen, erzählten Geschichten, lachten und aßen Cracker und Popcorn. Die Stunden gingen vorbei und endlich begann Sebastian damit den Countdown herunter zu zählen: 10,9,8,7,6,5,4,3,2,1,0! Happy New Year!! Wir köpften unseren Sekt und stießen auf das neue Jahr an. 2013 – was wird uns das Jahr bringen? Dann gingen wir schlafen. Nenene. Feucht-fröhlich und ausgelassen umarmten sich alle und wünschten sich ein frohes neues Jahr. Sogar ein kleines Feuerwerk ließ unsere Feier erstrahlen. Als einige der ersten Menschen feierten wir also den Jahresbeginn und waren sehr stolz darauf. Wer kann schonsagen, Sylvester in Neuseeland am Strand unter einem Sternenhimmel gefeiert zu haben?! Ach ja – eine Mitternachtsüberraschung sollte es auch geben. Naja, es war eigentlich keine Überraschung, aber trotzdem. Einige Jungs hatten sich vorgenommen um Punkt Mitternacht nackt im Ozean zu schwimmen. Fröstelnd stiegen sie aus dem Wasser, umwickelten sich mit Handtüchern und wärmten sich am Feuer. Hihihi… Wir feierten noch ein bisschen weiter bis in die frühen Morgenstunden. Während einige eine eisige Nacht am Strand verbrachten, schliefen wir einigermaßen gemütlich zwischen allerhand Rucksäcken usw. im Auto. Neus Jahr, wir kommen!

Nicht nur Jungs spielen Rugby ;) Neptuns Sohn Lukas' Bild mit Namen Chris und Viola Viola und Chris Lauft!! Florian und MichèlGemütliches Lagerfeuer In der Ferne sieht man Sterne Mondaufgang überm Meer - seht ihr Pierrot Lunaire?

 

30Dezember
2012

Hobbit

Frisch und munter, erweckt durch das Tageslicht, das durch unser Oberlicht fällt, durch eine laufende Nase und dem Nachholdrang des Duschens, stand Chris um 7.45 Uhr auf und ließ die anderen selig weiterschlafen. Sie bereite den Obstsalat vor und fing an „The Hobbit“ von J.R.R Tolkien zu lesen. Heute Abend würden wir nämlich ins Kino gehen und uns die Verfilmung dazu anschauen. Irgendwann gesellte sich Lukas in die Lounge und las auch sein Buch. Um kurz vor 11 Uhr stand dann auch mal Viola auf und es konnte gefrühstückt werden. Der Tag ging so gemütlich weiter, wie er begonnen hatte. Viola schrieb für den Blog und Chris lies weiter in ihrem Buch. Irgendwann ging auch Viola zum Lesen über und legte sich dazu ins Bett, im Zimmer lag auch Michèl, der immer noch nicht aufgestanden war. So schlief auch Viola wieder ein, Michèl wachte irgendwann auf und backte ein Brot, Chris und Lukas lasen und Florian nutzte das Internet in der Bücherei. So verlief der Tag, wie ein typischer Kaitaia-Tag - unspektakulär. Während wir beide dann noch das Brot von Michèl fertig stellten, es wurde ein Riesen-Bagel, kauften die drei noch Verpflegung für den abendlichen Kinobesuch ein.

Kurz nach halb acht saßen wir dann fast pünktlich in dem kleinen Kinosaal von Kaitaia und erwarteten gespannt den Film. Die Begeisterung danach hielt sich in Grenzen, Chris war verwirrt von den ziemlich starken Abweichungen von der Buchvorlage und Viola war auch insgesamt nicht ganz überzeugt. Trotzdem war es mal eine Abwechslung im sonst immer gleichen Kaitaia-Alltag.

Da die Küche hier ja schon um 11pm geschlossen wird, konnten wir nicht mehr im Hostel zu Abend essen, so machten wir einen Abstecher zu McDonalds, wo wir Kiwiburger mit Beetroot (Rote Beete) und Ei bestellten.

Im Hostel aßen wir dann und lernten dabei Julia und Justin kennen, sie kommt aus Deutschland und er aus San Francisco. Hinter dem Maorihaus machten wir noch ein kleines Lagerfeuer  in einer Tonne und saßen zusammen mit den beiden und unseren vier Zimmernachbarn Tim, Tom, Ruben und Markus noch lange dort. Pünktlich um Mitternacht sangen wir, begleitet von Justin auf der Ukulele, ein Happy Birthday für Tom, der 20 wurde. Ein sehr entspannter Ausklang eines sehr entspannten Tages!

29Dezember
2012

Wir auf dem Ninety-Mile-Beach

Heute, wieder mit Musik im Ohr, verlief die Arbeit deutlich schneller als gestern, auch wenn wir wieder mit großer Hitze zu kämpfen hatten. Direkt im Anschluss fuhren wir mit dem Bier in der Kühltasche zum Strand, um uns dort mit den anderen aus dem Hostel zu treffen. Heute hatten sie sich einen neuen Ort ausgesucht, da auch die Angler dabei waren. Um diesen Ort, den absoluten Anfang des Ninety-Mile-Beach zu erreichen, muss man allerdings mit dem Auto auf den Strand. Michèl saß am Steuer und versuchte unsere angespannten Nerven zu beruhigen. Wir fuhren also los und alles klappte hervorragend; stark, heroisch und kraftvoll glitt unser Auto über den Sand – und blieb stecken. Na toll, das war ja irgendwie klar gewesen. Unter großem Gelächter schoben wir also an und erreichten bald den festen Sand am Wasser und fuhren die paar letzten Meter zum „Parkplatz“. Nun hatten wir also auch diese must-do von Neuseeland erledigt. Wir besuchten nun die Angler, an deren Leinen bald schon ein erster Fisch zappelte. Zwei kräftige Schläge auf den Kopf und tot war er. Auch das Ausnehmen war überaus interessant. Ein Fisch hatte eine kleine Hai-Flosse in seinem Magen! Vor allem Michèl hatte seinen Spaß mit den großen Fischen – Kindergartenfischalarm! Er sprach zu dem Fisch, ließ ihn antworten, erschreckte andere Menschen, das Übliche halt. Schließlich gingen wir wieder zu unseren Autos zurück und machten uns dann erst einmal auf die Suche nach einem Klo auf dem angrenzenden Camping ground, die allerdings scheiterte. Es hatte inzwischen abgekühlt und so gingen nur die Härtesten ins Wasser, also nur wir zwei. Das Umziehen danach gestaltete sich allerdings mehr als schwierig, denn man konnte sich niemals unbeobachtet fühlen. Da waren der alte Mann, der von seiner Terrasse aus angelte (was genau das sollte haben wir nicht durchschaut, die Angelschnur reichte nämlich nur in das Gras vor seinem Haus) und außerdem noch die ganzen Jungs aus dem Hostel. Obenrum waren wir schon wieder vollständig bekleidet, untenrum schütze uns nur ein Handtuch, als sie plötzlich alle auftauchten. Als sie erkannt hatten, in welcher Situation wir uns befanden, gingen sie nicht etwa wieder außer Sichtweite, nein der Platz vor unserem Auto schien auf einmal ungeheuer interessant zu sein. Unser Problem war, dass wir sandige Füße hatten und nicht die zweite Regel in unserem Auto, nämlich es niemals mit dreckigen Füßen zu betreten, brechen wollten. Schließlich sahen wir allerdings keinen anderen Ausweg mehr und nutzen unser Auto als Umkleidekabine, während draußen der Kindergarten weiter ging, worunter wir und unser Auto zu leiden hatten. Immerhin ist von dem ganzen Geschüttel des Autos nicht wieder eine Lampe herausgefallen.

Als es Abend wurde, brachen wir langsam auf, diesmal fuhr Viola (sie hatte dieses Mal als Fahrerin den Kürzeren gezogen und bekam kein Bier, bei der Weihnachtsfeier war es Chris, es gleicht sich also alles aus!) und wir konnten den Strand ohne weitere Zwischenfälle wieder verlassen.

Zu Hause wurden noch Reste verspeist und Obst für morgen vom free food abgestaubt und schon Mal in unseren Essenskisten gebunkert.

28Dezember
2012

Wir sind bekannt!

Unser Morgen war ziemlich hektisch, denn Mike kündigte uns 10 Minuten bevor wir losfahren mussten an,  dass noch den Maoritempel einigermaßen ordentlich machen mussten, damit er ihn für die nächsten Bewohner vorbereiten konnte. Gerade noch pünktlich schafften wir es noch zur Arbeit. Heute zog sie sich besonders lang. Sehr erleichtert gingen wir nach einer gefühlten Ewigkeit in die Pause und legten uns zu ein paar maorischen Mitarbeitern unter den Baum in den Schatten. Prompt wurden wir auch schon auf gestern Abend angesprochen. Hier scheint jeder zu wissen, dass und was wir gestern gesungen haben! Besonders viel Interessantes passiert hier anscheinend nicht, wenn wir zu einer solchen Sensation werden. Unsere Jungs spielten dann noch eine Runde Rugby mit ihnen und dann war auch schon die schöne Pause wieder vorbei. Ab jetzt schien die Zeit gar nicht mehr  vorbei zu gehen, was auch an der großen Hitze und der knallenden Sonne lag. Außerdem hatten wir beide heute keine Musik dabei, so wird die Arbeit noch eintöniger.

Wir fuhren direkt nach Hause, da es noch einiges zu erledigen gab. Erst Mal mussten wir in unser neues Zimmer einziehen, Zimmer 8, genau das, wo wir vor ein paar Wochen schon einmal drin gewohnt hatten. Damals zu zweit, jetzt zu fünft. Wir trugen endlich mal unser Kassenbuch nach, dieses Mal konnten wir auch endlich mal etwas auf die Einnahmespalte schreiben, wir haben jetzt ja schon zwei Mal Geld von der Arbeit bekommen. Da morgen ein allgemeiner Strandtag geplant ist, beauftragten wir noch Ludwig uns Bier zu kaufen, das zweite Mal in Neuseeland, hoffentlich haben wir dieses Mal mehr Glück als in Auckland und uns wir nicht wieder die Hälfte geklaut!

Unser Abendessen bestand aus Nudeln und Tomatensoße. Wir mussten ja noch das zweite Glas der süßen Soße aufbrauchen, schließlich war es ja bezahlt! Mit einem Ei, Zwiebel, etwas Speck und Käse schmeckte sie aber erstaunlich gut. Dazu gab es einen unserer leckeren Salate mit einer Avocado, die beim free food lag und direkt zu unseren Vorräten gewandert war, denn Avocados sind hier leider ziemlich teuer. Mehr oder weniger begeistert schauten wir beim Essen das Ende des ersten Teils von „Herr der Ringe“ und gingen dann  schlafen.

 

27Dezember
2012

Karaoke Abend

Nach einer weiteren gemütlichen Nacht, sie wurde nur einmal durch einen Maori-Geist und den Kaitaia-City Sound gestört, erwachten wir früh morgens, frühstückten und liefen mal wieder recht spät zu unserem Auto, als uns plötzlich fünf hektische Gestalten entgegen kamen. Jule, Lisa, Jöran und die zwei Italiener brauchten unsere Hilfe, denn ihr Auto sprang nicht an. Also erweiterte sich unsere Passagieranzahl auf zehn Menschen. Besonders vorsichtig fuhren wir also zur Arbeit und pflückten acht lange Stunden Mandarinen. Was für ein Spaß!

Nach der Arbeit gingen wir Einkaufen, wir kauften uns zusammen mit Jule und Lina Waschpulver, sogar nicht das aller günstigste sondern eines, was gut riecht, um wenigstens einmal in der Woche gut zu riechen. Nun war es Zeit für einen kleinen Zwischensnack, also wurde auch Rest des zweiten Brotes noch verputzt. Zwei Brote in zwei Tagen, guter Schnitt, oder?

Während wir dann unsere Einkäufe neu in unsere Kisten einsortierten, gesellte sich plötzlich eine alte Bekannte zu uns. Isi, die damals in Auckland mit uns in einem Zimmer war. Auch sie versucht hier einen Job zu finden und wird die nächsten Wochen hier bleiben. Zusammen mit ihr bereiteten wir unser Abendessen vor. Da es von der Arbeit massenweise freie Kumaras (Süßkartoffeln) gab, mussten wir diese natürlich in Anspruch nehmen und mit einem Rezept, das wir im Pak ‘n save in einem Kochbuch  gesehen und abfotografiert hatten, machten wir uns Reibekuchen mit Spiegelei und Tomaten. Letztendlich wurden es weniger zusammenhängende Kuchen, sondern viel mehr kleine Bratkartoffeln und auch der süßliche Geschmack der Kartoffeln zusammen mit Salz war etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir hatten definitiv mal wieder was Neues ausprobiert. Und auch mit Zucker drauf schmeckte es ganz gut!

Der Tag war noch lange nicht vorbei, denn wir wollten uns ein weiteres Mal in Kaitaias Nachtleben stürzen. Nachdem Michèl gestern niemanden mehr dazu überreden konnte, ihn zum Billard und Bier in die Taverne zu begleiten, wurde das heute nachgeholt. Wir fünf, Oli der Engländer, Harald, ein Belgier und Martin zogen also gegen halb elf los die Straße runter zu unserer Lieblingsbar, der einzigen in Kaitaia. Wir hatten inzwischen erfahren, dass dort heute ein Karaokeabend war und machten uns schon auf die schiefsten Töne gefasst, doch wir mussten bald feststellen, dass hier nur echt gute Sänger am Start waren. Die Maoris haben’s echt drauf! Wir trafen auch wieder Eddi, den Maori, der uns letztes Mal die Drinks spendiert hatte und bekamen wieder direkt was ausgegeben. Schließlich wollten auch wir beide auf die Bühne und unser Programm, also viva la vida und Titanium zum Besten geben, allerdings standen die beiden Songs nicht zur Auswahl. Also entschieden wir uns für das auch schon reichlich erprobte Hallelujah von Leonard Cohen und warfen unseren Zettel in die Schüssel. Etwas nervös warteten wir also auf unseren Auftritt und als unsere Namen aufgerufen wurden traten wir mit der lautstarken Unterstützung unserer Freunde auf die Bühne. Auch wenn es ein paar Stellen gab, wo zwar Text auf dem Bildschirm war, aber von uns kein Laut kam, da es sich um eine uns unbekannte Version handelte, kamen wir doch ganz gut beim Publikum an. Während bei den anderen Sängern die Menschen weiter ihre Unterhaltung führten, drehten sich bei uns doch neugierig die Gesichter zur Bühne, um heraus zu finden, wem da die Massen (unsere Hostel- und Maorifreunde) so zu jubelten. Wir hatten definitiv Spaß! Nach unserer Darbietung wurden wir noch zu einem zweiten Song aufgefordert und ein zögernd entschieden wir uns für Mamma Mia von Abba. Das brachte Schwung in die Bude! Nach unserem Auftritt blieben wir noch eine Weile, da es sich um einen Wettbewerb handelte und wir hofften, dass der Fremden-Bonus die Fehlerchen ausgleichen würde, aber schließlich waren wir doch zu müde und wir verließen die Taverne. Vorher jedoch hatten wir uns noch mit einem Kollegen von der Arbeit unterhalten, der auch zu unseren Fans gehörte. Dieser erklärte uns noch die Regel „one beer- one kiss“, die wir bei Eddi eigentlich befolgen müssten, doch wir haben diese einfach mal ignoriert haben uns ganz normal nett bedankt. So fielen wir viel zu spät in unsere Betten, ein letztes Mal in dem Maori-Tempel.

26Dezember
2012

Boxing Day

Wir frühstückten schon um 13 Uhr und schauten einen Film bis 16 Uhr. Wir mussten noch nicht den Maoritempel räumen, da wir noch zwei Nächte hier drin schlafen werden. Juchu!

Lukas hatte heute Lust auf Veränderung und rasierte sich die Haare ab. Sieht gut aus! Dann war wieder mal Suchen angesagt. Die Hülle von Ludwigs Zelt war und ist nicht mehr auffindbar. Als Entschädigung schenkte Chris ihm einen Maiskolben, den sie gekocht hatte (Lina und sie hatten Lust auf Mais gehabt). Nja, dann müssen wir ihm halt eine neue Zelthülle kaufen – und nein, es wird nicht nur eine Tüte vom Pak’n Safe! Während Viola mit den Jungs in der Unterkunft chillte, backte Chris mit Lina und Jule Anzach-Kekse. Die macht man aus Haferflocken, Mehl, in Margarineaufgelöstem Sirup, in Wasser gelöstem Baking-Soda und Kokosraspeln. Kleine Klumpen formen und das Ganze für einige Minuten in den Backofen schieben. Fertig zum Verzehr!

Wir backten noch zwei neue Brote (Focaccia) nach dem Rezept von Jordi und werden gleich noch zum Billiardspielen in die Taverne gehen. So endet unser Boxing Day! Ach ja, Oli ist wieder aus Ahipara zurück, wisst ihr noch? Der Engländer, der uns damals mit dem Kürbis geholfen hat. Er schaut sich übrigens gemeinsam mit anderen aus dem Hostel den Hobbit im Kino an. Vielleicht gehen wir da auch noch rein.

25Dezember
2012

Christmas Day

Auf dem Autodach!!!

Um zehn Uhr erwachten wir in einem viel zu heißen Auto und mussten erst mal an die frische Luft. Dort tätigten wir dann einige Anrufe nach Hause zum deutschen heiligen Abend. Dann frühstückten wir zusammen den restlichen Kürbis und Kartoffelpizza von gestern, sowie unseren köstlichen und schon allbekannten gedeckten Apfelkuchen. Wir hingen noch ne Weile am Strand herum, machten noch Fotos (endlich kletterten wir beide auf das Dach von unserem blauen Gefährten!) und starteten bald die Rückfahrt zum Hostel. Wir hatten nämlich beschlossen, die zweite Nacht lieber im Maori-Tempel zu verbringen, als wieder in einem nassen dreckigen Auto. Angekommen, erwartete uns erst einmal ein vielfältiges Weihnachtsmittagsbuffet,    dem wir noch zwei Quiches beisteuerten. Wir platzten bereits aus allen Nähten, als Mike noch mit seiner Erdbeer-Pudding-Nachspeise ankam. Egal, wir langten trotzdem zu. Es ist doch Weihnachten! Da darf man sich auch mal proppenvoll fühlen.

Wir räumten als nächstes das Auto auf, brachten alles in unsere vorübergehende Unterkunft zum Trocknen und duschten. Und ja, tatsächlich zogen wir mal nach langer Zeit ein komplettes Set an frischen Klamotten an - von Kopf bis Fuß (bis auf die Socken, die wir nicht anzogen). Wir unterhielten uns mit James, der hier arbeitet, während er die Matratzen herrichtete, und kamen unter anderem auch auf den neuseeländischen Akzent und die englische Grammatik zu sprechen. Nein, hier wird man nicht dumm, im Gegenteil, jeden Tag lernt man was Neues.

Leider legten sich die Jungs schon früh schlafen, sodass wir nicht wissen, wie sie heute Abend zur Ruhe kommen sollen und wie WIR dann Schlaf finden sollen! Aber es ist ja Weihnachten, keine Panik! Alles wird gut. Und zur Not lesen wir ihnen eben eine Gute-Nacht-Geschichte vor!

Mit Kartenspielen, kochen und essen verbrachten wir den weiteren Abend. Gemütlich saßen wir in unserem Maoritempel herum, bis Chris‘ Bewegungsdrang irgendwann zu einer Kissenschlacht führte, der Jule und Michèl beiwohnten. Glücklicherweise brachte Michèl die Brille von Chris in Sicherheit. Das fatale daran war, dass er danach nicht mehr wusste, wo sich dieser sichere Ort befand. So tigerten wir ruhelos durch den Raum und durchforsteten Kissen, Betten, Rucksäcke, Wandverkleidungsspalten, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack, Florians Rucksack und Florians Rucksack. Wir waren schon mit den Nerven am Ende, da schaute Michèl noch ein x-tes Mal in Florians Rucksack. Was war denn das? Ganz unten unter dem gesamten Rucksackinhalt lag die einsame Brille. Oh Mann, endlich hatte die Sucherei noch ein glückliches Ende gefunden!

Nach dem Zähne putzen ging es dann auch schon um 2:45 Uhr ins Bett.

Merry Christmas at the beachWeihnachtsschmuck auf uns drauf!

24Dezember
2012

Heilig Abend am Strand

Bis tief in die Nacht schrieben wir an unserer Weihnachtspost, dann war das Werk endlich vollendet und wir konnten mit einem erleichterten „Frohe Weihnachten!“ (wir sind und nicht ganz sicher, ob man sich das schon am Morgen des 24.12 wünschen kann) ins Bett fallen. Am nächsten Morgen führte uns unser Weg erst mal in di   e Küche, wo wir Jule und Lina trafen, die bereits fleißig dabei waren unser Weihnachtsmahl fertig zu stellen. Wir konnten ihnen dabei nicht mehr behilflich sein, also gingen wir noch mit leeren Mägen mal wieder in die Bücherei, um mit den Familien zu skypen. Einige Stunden später fuhren wir (ja, wir waren mit dem Auto gefahren, da das Wetter nicht gerade absolutes Strandwetter war – es regnete) zur Post und versandten endlich unser Paket.

Im Hostel war indes alles fertig gemacht zum Aufbruch, aber nein, wir sprangen nicht sogleich in unseren Van, wir setzten uns erst einmal gemütlich vor den Fernseher und schauten Bridget Jones. So zog sich alles noch ein bisschen hin, es wurde noch eine Kartoffelpizza verspeist und schließlich, nach einigen Diskussionen, den Zielort betreffend, machten wir uns halb fünf endlich auf den Weg gen Nord-Osten nach Karikari Peninsula.

Wir fanden schließlich einen schönen Platz am Strand, wo campen zwar verboten war, aber wir setzten mal auf Nachsicht am Heiligen Abend. Die Wetterfront hatte sich weiter zugezogen, doch die Jungs und Nicole trotzten dem Sturm und dem Regen und gingen im Meer schwimmen. Als alle genug hatten verzogen wir uns ins Innere unseres Vans und quetschten uns zu acht auf die Matratze, wo wir eine Runde Mau-Mau spielten und die ersten Plätzchen aßen. Wir zischten ein warmes Bier, während wir überlegten, wie wir den heutigen Abend gestalten sollten. Aufgrund des schlechten Wetters erschienen unsere Möglichkeiten einen besinnlichen Abend zu verbringen und die Nacht einigermaßen trocken zu überstehen beschränkt, was dazu führte, das eine Diskussion darüber ob wir überhaupt bleiben sollten, oder das Angebot von Mike, dem Hostelleiter, anzunehmen, dass wir zurück kommen könnten, wenn das Wetter zu schlecht würde. Schließlich setzten wir beide uns aber durch, dass es schon schöner ist, hier gemeinsam den Abend zu verbringen. Die Stimmung stieg auch gleich wieder, denn nun wurde erst einmal gegessen. Wir begannen mit den Knödeln und dem Kürbis und gingen dann zur Gemüsequiche über. Lecker!! Satt ergo glücklich stimmten wir die ersten Weihnachtslieder an. Das Grölen unterbrachen wir dann bald mit einer trilingualen und musikalisch wie szenisch begleiteten Erzählung der Weihnachtsgeschichte. Die langersehnte Bescherung folgte. Geschenke türmten sich unter unserem Tannenbaum auf. Ein Glück, dass er direkt unter der Decke an der Deckenlampe hin und nur 10cm groß ist, sonst hätten wir bei den Geschenkemassen doch ein Platzproblem bekommen.  Nun konnten wir endlich unsere Neugier  stillen uns unsere Geschenke überreichen. Huch, warum hatten wir uns denn das gleiche geschenkt? Ein hübscher, kleiner Kiwianhänger aus in Silber gefassten grün-bläulich schimmernden Diamanten an einem schwarzen Lederband ziert von nun an Violas rechtes Handgelenk und Chris‘ Hals. Michèl hatte auch besondere Geschenke für uns alle vorbereitet: persönlich gewidmete Mandarinen und Mega-Marshmallows. Doch wie isst man Marshmallows, wenn man kein Feuer wegen des Regens machen kann? Na klar, man nimmt die kleinere Version: eine Kerze. Nach der erfolgreichen Abschließung der Röstung, welcher eine langwierige Prozedur voraus ging, sangen wir noch einige Lieder, was den Regen verstummen ließ. So konnten wir endlich unseren Mitternachtsspaziergang am Strand entlang machen. Wir waren sehr ausgelassen und glücklich alle zusammen zu sein! Nach einer ganzen Weile kehrten wir zurück und wollten uns für die Nacht bereit machen. Der Plan war, dass zwei Personen im Auto von Nicole schlafen, zwei in einem Zelt und vier in unserem Auto. Dass dieser Plan nicht aufgehen würde zeigte sich, als wir versuchten das Zelt von Ludwig, ein Freund aus dem Hostel, aufzubauen. Sollte das so sein, dass eine hälfte platt-schlaff-flach auf dem Boden lag und die andere im Wind rumwabbelte? Wir bezweifelten das und gaben schließlich den Kampf gegen den Wind auf. Naja, eigentlich führten wir ihn sogleich an anderer Stelle weiter, denn wir wollten noch unbedingt ein Lagerfeuer machen, Michèl hatte dafür sogar extra Brennholz mitgenommen. Mit den störenden Windzügen um uns herum gestaltete sich dies aber schwerer, sodass wir erst einmal eine Windburg mit unserem Auto bauten, der uns ein bisschen schützen sollte. Das Klopapier sollte der Beginn eines schönen Feuerchens werden, in dem wir viele Marshmallows rösteten. Allerdings machte der Rauch uns zu schaffen, unsere Augen brannten fast unablässig. Zu guter Letzt wärmten und verglühten wir noch unsere Füße im Sand, den Lukas auf die Glut geschüttet hatte. Ach, wie wohlig warm! Zum Schlafen quetschten wir uns in die Autos; zwei im Kombi von Nicole, sechs Leute bei uns im Van. Alles in allem war es ein wunderbares Weihnachtsfest gewesen, danke Leute! Und obwohl es weder geschneit hatte und die stimmungsvolle Weihnachtsmusik und Deko nur provisorisch waren, hatten wir eine schöne Zeit zusammen! Feliz navidad!

Erbeerkerze mit Linas HandMarshmallow über der ErdbeerkerzeMarshmallowrösten übern Lagerfeuer

23Dezember
2012

Vorbereitungen auf Heilig Abend

Nach der langen Nacht ruhten wir uns aus und schliefen etwas länger als sonst. Nach einem Müsli-Frühstück mit Toast machten wir uns auf zur Bibliothek, welche geschlossen hatte. In dem Gebäude befindet sich allerdings auch noch das i-site, ein Kino und ein Theater und ist somit immer noch zugänglich. In der Lounge hat man auch sonntags bis 17 Uhr freies W-Lan, sodass Chris mit ihren Eltern und Tom skypen konnte, während Viola etwas Geheimes anfertigte, dass nicht verraten wird…Nach 2 ½ Stunden fuhren wir mit den Fahrrädern zurück ins Hostel, wo es (mittlerweile fast 15 Uhr) Mittagessen gab. Zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass Violas Extra-Brot und die letzten vier selbstgebackenen Brötchen angeschimmelt waren. Traurig warfen wir das gut gewesene Essen in den pig bin. Vetragen Schweine verschimmeltes Brot? Hoffentlich… So griffen wir zu drei Eiern und machten uns versalzenes Rührei. Heute war aber echt der Wurm drin. Wenigstens bekamen wir Toast von Michèl und Co.

Nach einem kleinen Nachmittags-Durchhänger packte uns mal wieder die Lust am Backen und so suchten wir unseren liebsten Ort auf: die Küche. Heute stand auf dem Programm (mit Sicht auf die morgen beginnenden Weihnachtstage –ja, tatsächlich ist morgen Heilig Abend, selbst im schweißwarmen Neuseeland):

  • ·         Gedeckter Apfelkuchen
  • ·         Vanillekipferl
  • ·         Ausgedachte Schoko-Orangen-Kekse mit Zuckerglasur

Doch, insgesamt waren wir zufrieden mit unserem Werk. Über Nacht kommen sie noch in eine Metallbox, wo sie eine Metamorphose zu ihrem allerletzten geschmacksgöttlichen Endstadium entfalten sollen. Tipp von Jordi.

Während wir in der Küche zu Gange waren, hingen die drei Jungs am Strand herum und Lina und Jule erledigten die Einkäufe für unser Weihnachtsmahl. Ach ja, unsere Truppe hatte Zuwachs bekommen. Lukas hatte in der Lounge ein Mädel aus Bayern kennen gelernt. Nicole wird uns also morgen zum Strand begleiten. Mal sehen wie es morgen wird. Drückt uns die Daumen!

Kuchen, Plätzchen und nochmal PlätzchenIst das lecker! - Florian und unser Gebäck

22Dezember
2012

Weihnachtsfeier mit -?

Cola statt Bier! - mit Jule und Lina Im Pausenraum

 Hier in Neuseeland ist Heilig Abend kein Feiertag, aber damit wir da trotzdem nicht arbeiten müssen, arbeiteten heute alle den ganzen Tag. Das Wetter war eigentlich ganz gut, es war trocken aber trotzdem nicht zu warm. Die Arbeit lief ganz gut, irgendwann hörten wir zum dritten Mal an diesem Tag den Satz „Mark your trees!“. Die zweite Smoko-Pause stand an, also markierten alle ihre Bäume, an denen sie gerade arbeiteten (heute übrigens besonders große) und strömten zum Traktoranhänger. Warum Michèl eine rote Kiste mit Mandarinen mit sich trug, war noch ein Geheimnis. Jetzt hieß es sich erst mal von den beiden Schweden verabschieden, die heute nach Auckland aufbrechen würden. Also alle hinsetzen zum Abschiedsfoto! Lina und Jöran standen mit Digitalkameras ausgestattet fotografierbereit vor uns und grinsten sich schon einen ab bevor sie den Auslöser drückten, denn Michèl kippte unseren beiden Lieblingsblondies einen Berg von Mandarinen über die Köpfe! Heißa hoppsssaßa! „That moved me…“, sagte Adam wehmütig und nahm darauf hin eine Hand voll Erde –ach quatsch: Mandarinen – und warf sie in die Luft, was zu weiteren Fotoideen anregte. Selten war die Stimmung so ausgelassen in der Pause. Nach einem letzten Abschiedsgruß verschwanden die beiden irgendwann auf den Anhänger zwischen den Plantagen und wir kehrten zur Arbeit zurück um die letzten ein dreiviertel Stunden in Angriff zu nehmen.  1 ¼ Stunden später : „Mark your trees!“. Verwirrung in aller Manns Gesichtern. Es war doch noch eine halbe Stunde bis zum Feierabend. So aber nicht heute.  Heute war nämlich noch eine Weihnachtsfeier geplant. Nein, nicht mit Glühwein, Plätzchen und stimmungsvoller Weihnachtsmusik, hier wird Weihnachten mit Freibier für alle gefeiert! So kamen wir in Kontakt mit den anderen meist maorischen Mitarbeitern und blieben noch eine ganze Weile.

Anstatt nach Hause zu fahren ging es dann weiter nach Ahipara zum Strand. Während Lina und Jule einen Strandspaziergang machten, gingen wir restlichen fünf direkt ins Wasser uns abkühlen. Die Jungs schlossen danach Freundschaft mit ein paar halbstarken Maoris, die sie daraufhin auf ihren Quad eine Runde über den ninety-mile-beach mitnahmen. Die Freundschaft war allerdings nur einseitig, zeigte sich später, denn die teenager gingen zum Geschäft über. Sie forderten Geld! Das wird doch nicht bezahlt, wenn es vorher nicht abgemacht war, das ist doch klar! Nichts da, denn nun wurde gedroht: „I‘ve got five friends, five criminals!“. Ok, die Lage wurde angespannt. Wie gefährlich waren diese Kinder wirklich? So wurde lieber mal das Portmonnaie gezückt und bezahlt. Dann machten wir uns schnell aus dem Staub.

Im Hostel bemerkten wir, dass wir gar kein Fleisch hatten für das BBQ am heutigen Abend anlässlich des Geburtstags von Jöran. Da der Pak ‘n save bereits geschlossen hatte, war daran auch nichts mehr zu ändern. So machten wir uns eine Avocadocreme und Kartoffeln, außerdem wanderten bei Chris noch zwei Maiskolben samt Blättern  (wir hatten von der Farm einen ganzen Sack voll Maiskolben, Kürbis und Kumara bekommen) auf den Grill. Sehr lecker!

Zu vorangeschrittener Stunde machten wir und Lina einen kurzen Mitternachtsspaziergang zum Warehouse, da Lina noch einen Kamm und Schuhe kaufen wollte. Neben besagtem Geschäft befindet sich ein süßer kleiner McDonald’s mit so nem roten schrägen Dach, wie man sich halt vorstellt wie ein klassischer Mc’s aussieht. Und natürlich hat so ein veraltetes Design auch seine kaitaiatypischen Öffnungszeiten, um 22 Uhr war Schicht im Schacht. Nicht jedoch für fahrende Gäste; also marschierten wir zu Fuß zum Drive Thru und ordneten uns hinter der Autoschlange ein. Mit drei warmen Apfeltaschen für je 1$ liefen wir glücklich wieder zurück ins Hostel.

Die Party entwickelte sich zu einem gemütlichen Beisammensein, das sich ab 0.30 Uhr ins Haus verlagerte, wo wir noch mit ein paar Leuten rumsaßen und quatschten bis wir um 3 Uhr schließlich den Weg in unsere Betten fanden.

Früher Feierabend!Weihnachtsfeier

21Dezember
2012

Immer noch genug Bärsteppen

Weltuntergangstag? Bei weitem nicht, und schon gar nicht, wenn man in Neuseeland der Zeitverschiebung zu Mexico in einem hohen Maße ausgesetzt ist. Während der Arbeit scherzten wir, dass es  ja sinnlos sei, noch Mandarinen zu pflücken, wenn wir doch gleich sterben würden. Aber naja, wir leben noch, nicht wahr? Dann ist ja noch mal alles gut gegangen. Der Regen wechselte mit kurzen Sonnenscheinminuten oder angenehmen Schattenstunden. Aber auch ein Wetterwechsel erheiterte uns nicht, noch begeisterte er uns in Neuseeland (denkt an die vier Jahreszeiten an einem Tag!). Auf der Rückfahrt vom orchard waren wir vielleicht umso erleichterter, dass der Arbeitstag zu Ende gegangen war, dass die Jungs im Auto zu einer Horde Kindergartenkinder mutierten und die ganze Fahrt über herumalberten. Von Füßen aus dem Fenster, bis zu geöffneten Türen und Nutzung des Rückspiegels als Schminkspiegel war alles dabei. Trotz allem kamen wir sicher beim Pak’n Safe an, obwohl wir da eigentlich nicht hingewollt hatten und kauften, da wir schon da waren, einige Lebensmittel ein. Dort trafen wir auch noch zwei Maori, die mit uns auf der Farm arbeiten und die uns zu einer Party bei ihnen heute Abend eingeladen hatten.

Im Hostel lungerten wir beide noch ne Weile in und um unser unserem Auto herum, hingen kopfüber aus dem Kofferraum und bekamen belustigte Blicke zugeworfen. Ach ja, wir vermissen dich, kleines Dummerchen! Im Laufe des Abends merkten wir, dass wir zu müde für eine weitere Party waren und entschuldigten uns dankend für diesen Abend. Hoffentlich vermiesen wir den Jungs jetzt nicht den Abend, denn sie benötigen „nightlife“. Im Hostel steppt der Bär doch schon genug, was wollt ihr denn!?

20Dezember
2012

Da steppt der Bär

Vormittag und Mittag liefen unspektakulär ab, es war mal wieder gut warm gewesen, aber zum Glück partiell auch bewölkt. Abends stand jedoch endlich einmal was Besonderes an: Wir würden zu einer Party gehen! Im Kauri Arms Tavern, ein Stück weiter die Straße hinauf (wo auch sonst)) befand sich die Bar mit den zwei Billiardtischen und dem extra eingeflogenen DJ. Der Eintritt war frei, doch die Getränke mussten natürlich bezahlt werden. Da der Raum nicht sehr groß war und fast nur Maori da waren, fielen wir wahrscheinlich ziemlich auf…aber wir hatten teilweise auf jeden Fall unseren Spaß. Florian, Michèl und Lukas hatten wahrscheinlich gehofft dort Mädels zu treffen, doch sie wurden enttäuscht. Keine geeigneten Zielobjekte, obwohl wir beide uns sogar als Wingmen angeboten hatten! Wir unterhielten uns also, während die Jungs höchstes Spaßniveau erreichten, mit einem Maori, der seine Familie zu Weihnachten in Kaitaia besuchte. Natürlich bekamen wir auch einen Drink spendiert! Das Highlight des Abends war jedoch was anderes. Violas Lebenstraum kam in Erfüllung: einmal als DJ die Platten scratchen! Jo, wir wurden DJs!! War eine lustige Erfahrung, auch wenn es noch etwas mehr Übung gebraucht, um die Massen zu begeistern und in Hysterie zu versetzen. Zu angemessener Zeit kehrten wir ins Hostel zurück, nicht ohne noch vorher enttäuscht beim KFC vorbeigeschaut zu haben, der natürlich schon um 22.30 Uhr die Türen geschlossen hatte. Das war also Kaitaias Nachleben gewesen!

19Dezember
2012

Abkühlung in Ahipara

Es war unser erster vollständiger Arbeitstag heute, an dem wir von Anfang bis Ende durchgearbeitet hatten. Und nein, es war trotzdem nichts Spannendes passiert, außer dass die Sonne uns so heiß auf den Pelz geschienen hatte, dass wir kurzerhand beschlossen, nach Feierabend zum Strand zu fahren. Gesagt, getan; so befanden wir uns ein paar Minuten später in Ahipara, wo die Jungs recht flott im Meer waren, während wir beide uns noch umziehen, eincremen, was auch immer machen mussten und daher mit einigen Minuten Verspätung in den Wellen tobten. Dieses waren übrigens nicht von schlechten Eltern! In einer konnten wir außerdem einen Fisch sehen, als die sie sich vor uns auftürmte und dann einbrach. Echt cool! Als wir genug vom Element Wasser hatten ging es mit der Erde weiter. Lukas, Florian und Michèl buddelten sich abwechselnd gegenseitig im Sand ein, während wir daneben saßen und  andere Leute, die am Strand herumfläzten, beobachteten. Wir spielten danach noch mit riesigen Spielfeldern Tic Tac Toe im Sand, tanzten durch die Gegend, während Michèl und Lukas mit anderen Typen aus dem Hostel, welche mittlerweile auch angekommen waren, Rugby spielten.

Erschöpft erledigten wir rasch noch unsere Einkäufe und kehrten dann ins Hostel zurück. Wir beide kochten Nudeln mit Tomatensoße. Diese war leider unglaublich süß und schmeckte uns nicht so gut, sodass wir mit Lukas‘ Erlaubnis noch deren Rest der Chili con carne – Soße vom Vortag hinzugaben, was eine scharfe Note erzeugte. Viel schafften wir aber nicht von unseren 500 g Spiralnudeln, denn dazu gab es noch einen exklusiven Thunfischsalat. Wir würden noch Donnerstag und Freitag davon zehren können!

18Dezember
2012

We're breaking free

Regen so weit das Auge reichte, darum mussten wir also zuhause bleiben. Statt zu arbeiten schauten wir uns mit einigen Leuten einen Film an: Highschool Musical sollte es sein, um der alten Teenagerzeiten willen, sehr zum Leidwesen von Lukas, der nicht sehr lange durchhielt, weil er es, wie wir vermuten für totalen Schwachsinn hält. „Wie kann man sich so was angucken….?“ Naja, gut, so toll wie damals war es nicht, aber der harte Kern blieb bis zum Schluss bestehen und schaute sich das tosende Finale in der Sporthalle an, bei dem die ganze Schule anfängt zu tanzen. Crème brûlée und so… Dann spielten wir noch diverse Kartenspiele, bei denen Lukas dadurch auffiel, dass er immer anderer Regeln spielen wollte und zudem nicht Uno kannte! Mau Mau, Canasta und Schwimmen/r zogen an uns vorbei bis Mike zu uns stieß und verkündete, dass wir doch arbeiten würden, aber erst um 13 Uhr. So löste sich die Gesellschaft auf und jeder erledigte noch schnell das, was so anstand.

Nach der Arbeit waren wir einkaufen. Im Hostel bereiteten wir mit Olis Hilfe (Oli ist aus England) leckeren Kürbis mit Zimt und Butter sowie Ofenkartoffeln zu. Absolut lecker! Ohne ihn hätten wir den Kürbis bestimmt  nicht so toll hinbekommen, weil wir ganz sicher zu anderen Gewürzen gegriffen hätten. Man sollte dem Vorurteil der schlechten englischen Küche also nicht immer Glauben schenken!

17Dezember
2012

Brötchen verdienen

6:30Uhr: ein lautes Klingeln reißt alle aus dem Schlaf. Eine gefühlte Ewigkeit später klingelt es immer noch. Hektische Geräusche kommen aus einem Bett, dann rennt Chris mit dem Handy in der Hand aus dem Zimmer. So gut kommen wir immer noch nicht mit der neuen Technik zurecht. Aber so standen wir wenigstens einigermaßen pünktlich zu unserem zweiten Arbeitstag auf der Mandarinenfarm auf. Wir zogen uns also an, liefen in die Küche und bereiteten unser Frühstück, da kam die Nachricht. Aufgrund des Regens würden wir heute nicht arbeiten können. Na toll. Doch wir gingen nicht etwa wieder ins Bett, wie man es eigentlich zu dieser Uhrzeit tun sollte, sondern setzten uns an den Tisch und schrieben Briefe. Eine Stunde später sollte sich das als sehr weise herausstellen, denn es wurde plötzlich hektisch. Wer doch arbeiten wollte, sollte sich in einer viertel Stunde auf der Farm einfinden. Also ab ins Auto und los zur Farm. In Regenjacken gehüllt standen wir nun also sieben Stunden vor Mandarinenbäumen und befreiten sie von ihrer Last. Im Regen ist es echt nicht besonders spaßig sich durch Äste zu wühlen. Aber wir brachten die Arbeit hinter uns und so ging es kurz nach fünf wieder zurück nach Kaitaia.

Dort erweiterten wir unser Backrepertoire. Ausnahmsweise mal nach Rezept backten wir Sonnenblumenbrötchen zusammen mit Esther, einer aus Italien stammenden Deutschen, die mal in einer Bäckerei gearbeitet hatte. Dem entsprechend schön und professionell sahen dann die Brötchen dann auch aus.

Wir fünf und Levy, ein Ami aus Seattle saßen noch ne Weile zusammen rum und gingen dann auch ins Bett, um am nächsten Tag mit viel Elan wieder zur Arbeit gehen zu können!!

BrötchenUnsere Superbäckerin

16Dezember
2012

krebseregende Pancakes

Heute wollten wir uns das erste Mal eigene Pancakes zum Frühstück machen. Ein improvisierter Teig und ein paar Äpfel flossen bald in die Pfanne. Doch anstatt goldgelber sammelten sich schwarz gefleckte Pfannekuchen auf unserem Teller an. Es ist nicht ganz einfach mit Hostelpfannen zu backen! Letztendlich schmeckten sie aber doch ganz gut.

Zusammen mit Michèl, Florian uns Lukas machten wir einen kurzen Spaziergang. Michèl traf dabei zufällig jemanden aus seiner Schule, der sich daraufhin auch in die Mainstreet lodge einbuchte. Gemeinsam verbrachten wir den restlichen Nachmittag. Abends versuchten wir uns an einer Reispfanne, doch mit Reis haben wir immer noch nicht richtiges Glück. Es wurde alles ein bisschen matschig. Das wir Mengen nicht abschätzen können bestätigte sich auch wieder einmal, wir schafften circa ein Drittel des Essens.

15Dezember
2012

Backe, backe Apfelbrot

Heute konnten wir nicht arbeiten, da sich nur zu wenige Menschen freiwillig gemeldet hatten, also schliefen wir aus, also eine Hälfte von uns tat das und frühstückten dann gemeinsam spät. Lukas, Michèl, Florian, sowie Julian und Caro, zwei Freunde aus Auckland von Lukas und Michèl brachen bald auf, um hoch zu Cape Reinga zu fahren. Das war der Beginn eines sehr langweiligen und einsamen Tages für uns beide. Wir gingen zur Bücherei, um die nun wegen der Arbeit seltene Chance auf Internet zu nutzen und aktualisierten unseren Blog. Nach einem kurzen Walk durch Kaitaia kamen wir zurück zum Hostel, wo wir uns mal wieder unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Backen, hingaben. Zwei Brote sollten es heute werden, und da wir ja kreativ sind und auch immer gerne Neues ausprobieren, kippten wir in einen Teig gekochte Äpfel. Wie das wohl schmecken würde? Alle Menschen, denen wir davon erzählten warfen uns auf jeden Fall sehr kritische Blicke zu. Neben den zwei Brotteigen machten wir noch einen Pizzateig. Nun war warten angesagt, bis der Teig gegangen war. Also setzten wir uns ganz fleißig an einen Tisch und Chris sortierte Fotos aus und Viola machte sich an die Weihnachtspost.

So verging die Zeit, Brote wurden in den Ofen geschoben, Pizza wurde belegt,  Briefe wurden vollendet, Brote aus dem Ofen rausgeholt-alles in allem: es passierte nicht viel. Unsere Freunde ließen sich auch Zeit mit dem zurückkommen und da sie ja so an unserem Kochvermögen zweifeln und wir gerade eine wunderschöne Pizza gestaltet hatten, warteten wir sehr lange mit hungrigen Mägen damit sie in den Ofen zu schieben. Irgendwann begannen wir aber doch mit dem Abendessen, die Pizza schmeckte zwar nicht wie richtige Pizza, war aber trotzdem lecker. Nach einem gemütlichen restlichen Abend mit den von Cape Reinga zurückgekehrten war dieser Tag vorbei, ein weiterer langweiliger Tag in Kaitaia. Brot, Apfelbrot und Pizza - ein Stillleben Sonnenuntergang über den Dächern des Hostels

15Dezember
2012

Kommentare!

Kommentare erwünscht! Minzi stirbt sonst!

14Dezember
2012

Mandarinen

BBQ

Um 6.30am standen wir mit den anderen Mädchen aus unserem Zimmer auf und machten uns fertig für die Arbeit. Die Brote hatten wir schon am Abend zuvor gemacht, sodass wir uns nur um unser Frühstück kümmern mussten. Um 7.30am fuhren wir mit Lukas, Michèl und Florian zur Arbeit, ca. 10 km außerhalb von Kaitaia. Wir trafen dort auf unseren neuen employer. Wir erhielten Sicherheitseinweisungen und gingen zusammen den Vertrag durch, welchen wir daraufhin begierig unterschrieben. Dann gab es noch eine theoretische Einführung ins thinning der Mandarinenbäume. Unsere Aufgabe besteht darin, die noch grünen, kleinen Früchte von den Bäumen zu entfernen, die die anderen beim wachsen hindern würden, wenn sie später groß und orange werden. Es muss also genug Platz zur nächsten Mandarine sein und der Ast muss das Gewicht tragen.

Auf der Ladefläche des Trucks ging es rasant zu unserem ersten Einsatzort. Dort wurden wir noch einmal praktisch eingeführt und schon konnten wir loslegen, immer zu zweit an einen Baum. Man darf dabei auch reden, wenn man keinen Blickkontakt zum anderen hat, der einen am Arbeiten hindert. Es war noch kühl, der Tau lag noch auf den Blättern, die erste Stunde ging super schnell vorbei, da machten wir auch schon 15 Minuten Pause, hier smoko genannt. Dann machten wir weiter bis zur einstündigen Mittagspause, wo wir von unserem ersten selbstgebackenen Brot kosteten. Nicht schlecht, Herr Specht! Die letzten drei Stunden wurden daraufhin sehr sehr heiß, die neuseeländische Sonne lässt nichts anbrennen...oder doch? Naja, jedenfalls kleisterten wir uns mit Sonnencreme ein und verteilten weiter den Dreck auf unserem Körper, denn ja, man wird schmutzig vom zwischen-den-Blättern-rumkriechen! Wir haben erfolgreich einen Sonnenbrand abgewehrt! Nur Sonnenhüte fehlen uns noch...

Nach der Arbeit fuhren wir zum Supermarkt und kauften uns - ihr werdet es nicht glauben- Grillfleisch für den abendlichen BBQ (zwei Leute hatten Geburtstag gehabt, außerdem war es eine Abschiedsfeier für zwei Jungs, die länger dort gewohnt hatten). Fröhlich also zurück zum Hostel und ran an den Grill! Wir machten dazu noch leckere Guacamole und steuerten noch den Rest des Brotlaibes bei. Wir verbrachten einen schönen Abend zusammen und es wurde viel geplappert, gelacht, zum iPod gesungen, in Teelichtern rumgematscht, Bohnen mit Thunfisch oder Chili gegessen und Fotos gemacht. Noch lange oder auch weniger lange saßen wir im Arbeiterhaus und unterhielten uns noch mit anderen Mitbewohnern.

13Dezember
2012

Ein Joooob?? -!!!!

 springenIndi2

Wir wachten deutlich besser gelaunt als sonst auf, da wir für heute einen Plan hatten. Die Schweden Adam und Theo hatten uns gestern geraten bei der Jobsuche die Initiative zu ergreifen und direkt zum orchard zu fahren und dort nach einem Job zu fragen. So fuhren wir mit den Michèl, Lukas und Florian zu der Mandarinenplantage, wo auch viele aus dem Hostel arbeiten. Dort angekommen, suchten wir den Boss, der gerade dabei war Kumaras zu sortieren. Auf unsere Anfrage hin, ob er Arbeit für uns hätte, tätigte ein paar Anrufe und sagte uns, dass er Mike heute Abend Bescheid geben würde, ob wir bei ihm arbeiten könnten.

Die drei Jungs hatten noch nicht den ninety-mile-beach gesehen, deshalb fuhren wir weiter nach Ahipara (14 km weiter süd-westlich von Kaitaia), wo jener beginnt. Während Michèl und Lukas sich direkt in die kalten Wellen stürzten, quatschten wir mit Florian, bien sûre en français! Lukas entdeckte seine Leidenschaft für Fotografie, sodass er sich Chris‘ Kamera schnappte und Fotos von springenden Menschen, toten, ausgefressenen Fischen, fliegenden Möwen und lachenden Gesichtern machte. In der Ferne hatten wir Sanddünen entdeckt, die wir von Nahem sehen wollten. Also machten wir uns auf den Weg-immer der Nase nach, denn Hinweisschilder fanden wir nicht. Irgendwann kamen wir an eine Gabelung. Rechts oder links? Rechts oder links? Einfach mal da entlang, wo es bergauf geht. So entschieden wir uns für einen Schotterweg, eine endlos lange, einsame Straße in die Einöde. Unterwegs hielten wir an, um die schöne Aussicht auf die unterhalb von uns liegende Bucht zu genießen.  Doch just in dem Moment, als wir stoppten, wehte uns der Fahrtwind keine sanfte Brise mehr ums Näschen, sondern einen übelst widerlichen Gestank!! Jesses, was war denn das? Wieder ein verfaulter Fisch wie damals beim Parkplatz bei den Abbey Caves? Uääääh, ein Hundekadaver lag im Gebüsch. Lange hielten wir uns nicht dort auf, schnell ein paar Fotos von der idyllischen Aussicht, dann ab ins Auto und weiter! Irgendwann – die Straße wollte schon gar kein Ende mehr nehmen und führte auch unvorteilhafter Weise immer weiter weg von den Dünen – hielt ein Warnschild uns davon ab, weiter zu fahren. Ein schäbiges Haus und ein Auto parkten etwas weiter hinter dem Schild. Privateigentum oder  Mafia-Zentrum? Wir beschlossen, nicht länger hier zu verweilen, wendeten und fuhren wieder zurück zur Gabelung. Da wir nicht überzeugt waren, dass die andere (asphaltierte!) Straße zu den Dünen führen würde, fuhren wir weiter und probierten einen anderen Weg, der uns leider     in einem Kreis führte und wir bei der Schule rauskamen, bei der wir schon einmal gewesen waren. Wir hielten an der Straße und fragten eine Frau und einen Mann nach dem Weg zu den Sanddünen. „Sanddunes?....!“ Es dauerte ein Weilchen bis ihnen das Licht aufging, dann wiesen sie uns an, die Straße bis zum Ende zu fahren. Gemeint war die zweite Abzweigung, die wir nicht ausprobiert hatten. So kurvten wir den ganzen Weg wieder zurück und mussten am Ende des besagten Weges feststellen, dass an diesem Strandende ein privates Stück Maoriland ist. Drehten wir also wieder um und machten uns geschlagen auf den Weg zurück nach Kaitaia. Die Stimmung war nicht schlecht, obwohl wir so viele Umwege gemacht hatten, aber mit anderen Leuten zusammen ist geteiltes Leid ja bekanntlich nur halbes Leid!

Beim Mittagessen kam Mike vorbei um uns mitzuteilen, dass wir am nächsten Tag mit dem Job anfangen würden! Hip Hip Hurra! Wir erledigten noch den Form-Kram und machten uns danach auf den Weg zur Bücherei, um die letzten Blogeinträge nachzureichen, was uns aber nicht mehr ganz gelungen ist, da um 5pm schon „Good night!“ gewünscht wird. Alles klar…

Im Hostel fertigten wir den Brotteig an und den Plätzchenteig. Alles frei Schnauze. Leider hat Mike keine biscuit cutter da, sodass unsere künstlerische Hand gefragt ist. Das kriegen wir schon hin! Zum Abendessen wird es Penne, Salat und ööh…. mal schauen geben. Gute Nacht alle miteinander!!!! Wir sind wieder gut gelaunt!!!! Wir freuen uns, dass wir morgen um 6.30am aufstehen dürfen.en francaisBrot und Plätzchen

12Dezember
2012

Neue Freunde

Babynahrung

So einigermaßen früh standen wir auf, um mal wieder in die Bücherei zu gehen und nach Hause zu skypen. Nach drei Stunden und zwanzig Minuten machten wir uns wieder auf den Rückweg. Im Hostel frühstückten wir dann, während wir unser Mittagessen kochten, was es direkt im Anschluss gab. Babynahrung war angesagt, Kartoffelbrei ohne Milch mit Möhrengemüse.

Als Vorbereitung auf unseren professionellen Backnachmittag, schauten wir uns Brotbackvideos von und mit einem berühmten französischen Sternebäcker Richard Bertinet an, die wir uns in der Bücherei ausgeliehen hatten. Wir schrieben unsere Einkaufsliste und fuhren zum Pak 'n save. Mehl, Hefe, Kakao-Pulver, Puderzucker, Sonnenblumenkerne und co. wanderten in unseren Einkaufskorb. Ab zur Kasse und zum Hostel, wo es geradewegs in die Küche ging.

Natürlich warfen wir alle neuen Brotbackerkenntnisse in den Wind und folgten dem Rat einer deutschen Backpackerin, die hier seit einem Jahr für sich selber Brot backt. Stolz stellten wir unseren Sauerteig mit Bläschen ins Auto, wo er die nächsten Tage verbringen würde. Um unsere Backlust zu stillen folgte ein weiterer delikater Apfelkuchen. Während wir so in der Küche herumwuselten und unsere Äpfel im Kochtopf vergaßen, machten wir die Bekanntschaft von Michèl und Lukas, letzterer ist endlich mal aus der Nähe von Bonn, nämlich Köln!!

So saßen wir zusammen am Tisch, gemeinsam mit ihren Mitbewohnern, den beiden Schweden und Florian, einem Franzosen. Wir lachten viel zusammen und teilten unsere Speisen. Unser Apfelkuchen fand sehr viel Zuspruch, auch von Typen aus Seattle, Washington.

Nach dem Spülen chillten wir in ihrem Zimmer rum und redeten über allerlei. In der Tat stellte sich heraus, dass Schweden in ihrem Volvo jeden Tag zu IKEA fahren, während sie ABBA hören und ihre H&M Klamotten tragen. Außerdem lesen sie weniger Astrid Lindgren-Bücher als wir. Wir sangen noch von den Schweden selbstkomponierte Lieder, wobei uns Adam auf der Gitarre begleitete. Cowboys are cool-and so am I!

So gefällt uns Kaitaia schon besser!

PS.: Heute ist der 12.12.12. Heiratet alle, wenn ihr es noch nicht gemacht habt!

11Dezember
2012

Nachtrag!

Verzweifelt und deprimiert liefen wir nach Hause...wurden überaus herzlich in überschwänglicher Freude und in vierdimensionaler Art von unseren Zimmergenossinnen aufgenommen...wir mussten hier weg. "Was nehmen wir mit?" - "Die Kamera und das Messer!". Ganz schön gefährlich....was hatten wir vor? Nein, heute mal nicht auf der Jagd nach Möwenfleisch, sondern nur mal wieder auf der Suche nach einem Flachsabenteuer. Vor einem Bestattungsinstitut fanden wir die passenden Blätter für uns. Wir achteten auch darauf, ja keine Familie zu zerstören. Wir wissen, dass ihr das nicht versteht. Pech gehabt. Wir wollten so weit wie möglich aus der Stadt heraus, da sahen wir über den Dächern eine kleine langweilige Hügelkette. Wenigstens die wollten wir erklimmen und endlich wieder adventurous sein. Unglücklicherweise erwies sich der Aufstieg als nicht ganz so einfach. Wir gingen einen Weg entlang bis wir plötzlich direkt vor einer Haustür in einer Sackgasse ankamen. Na toll, man konnte Kaitaia einfacj nicht verlassen. Also machten wir kehrt. Na, wen hatten wir denn da? Waren das nicht die fabelhaften Köche, die gestern ein Steak auf dem Teller liegen hatten, dass wir gierig aus der Ferne betrachteten und denen wir fast den Salat weggegessen hätten, da wir dachten, es handelte sich um free food? In der Tat! So klein in die Welt. Sportlich joggten sie uns entgegen. Wir mussten ihnen die traurige Nachricht überbringen, dass dieser Weg nicht in die Freiheit führte. So liefen wir eine Weile nebeneinander her, wobei wir erfuhren, dass sie wussten, wie man Hüte aus Flachs webt und dass sie aus Schweden kamen. Auch sie waren so erpicht darauf den Berg zu erklimmen, dass sie, da es keinen regulären Weg gab, über Zäune und Gatter sprangen. Während sie schon am den Hügelkamm erreicht hattn, standen wir noch, vom Hundegebell eingeschüchtert vor dem Tor. Wir fassten uns ein Herz, weckte unseren Spirit und folgten ihnen schnurstracks, nur im halben Tempo und ließen dabei zu unserer Linken die Wachhunde und zu unserer Rechten die Kühe zurück. Die Schweden hatten wir inzwischen aus den Augen verloren.Wir mussten einige weitere Zäune überwinden und uns durch das hohe Gras mit unserem ungeeigneten Schuhwerk kämpfen, bis wir ein schönes Platzchen mit nicht allzu hohem Gras fanden, wo wir uns niederließen, Flachs und Messer zur Hand nahmen und dem Sonnenuntergang entgegen flachsten. Die frische Luft und die Weite ohne Häuser und Menschen, stimmte uns direkt positiv und ließ uns all unseren Frust vergessen. Wunderschöne Blumen und Sterne entstanden so. Es war einfach nur schön! Die Sonne ließ in ihrer Kraft bald nach und so wollten wir uns an den Abstieg machen. Um nicht doch noch in die Klauen der Wachhunde zu gelangen, entschlossen wir uns einen anderen "Weg" zu nehmen. Doch so leicht sollte das nicht werden. Bereits der erste Zaun stellte sich, nach einem Test durch Viola, als elektrisch geladener Zaun heraus. Kein Tor weit und breit. Also mussten wir unten durch. Als das geschafft war, tat sich vor unseren Füßen plötzlich eine Schlucht auf. Also den Berg wieder hinauf, bis zum Ende der Schlucht. Wir hatten jedoch nicht bedacht, dass man in den Schlamm einsinken kann. Auch schnelles Hüpfen konnte nicht verhindern, dass Chris mit einem Fuß bis zum Knöchel versank. Unsere juckenden Beine trieben uns jedoch weiter über bzw.unter weitere elektrische Zäune -weitere eletrische Schläge folgten- direkt in die Mitte einer Kuhherde! Panisch kehrten wir um und dann doch durchzulaufen. Die Kühe schienen sich nicht so sehr für uns zu interessieren, als wir uns an ihnen vorbei schlichen. Letzlich fanden wir den Weg auf die Straße und mussten mit Entsetzen feststellen, dass wir schon recht spät für unsere Verabredung dran waren. Um 9pm erreichten wir unser Lieblingshostel und holten Pia und Deborah zum Canasta spielen ab. Chris unterlag einem fürchterlichen Heuschnupfen und nur daran lag es, dass sie das erste Mal in ihrem Leben nicht bei Canasta gewann. Da die beiden am nächsten Tag früh das Hostel verlassen würden, gingen sie irgendwann weiter packen und wir unseren Hunger stillen. Endlich mal schöne Erlebnisse in Kaitaia!

11Dezember
2012

Langweiliger Tag 2

Wow, heute sind wir schon früh aufgestanden. Wir haben Porridge gemacht, Toast gegessen, das Zimmer gewechselt (leider, wir wären lieber bei den Mädels aus Freiburg, Pia und Deborah, geblieben, aber jetzt sind wir im Bereich für die workers untergebracht). Nun sitzen wir wieder einmal in der Bücherei. Wir haben uns zwei Bücher übers Brotbacken ausgeliehen. Heute Abend spielen wir Canasta mit Pia und Deborah. Jetzt sind wir schon so verzweifelt, dass Chris Techno hört und es gar nicht mal so schlimm findet!

So, damit ihr zu Hause wenigstens was zu tun habt, schreibt uns doch mal Analysen zu den schwarzen Flecken, die unsere Minzi auf den Blättern hat. Wir haben zwei kleine Läuse auf ihr gefunden. Wird sie krank? Wir pflücken nicht nur die Blätter ab, sondern schneiden die Stängel ab, sodass sie sich an den Bruchstellen neue Verzweigungen bilden. Ist das gut so? Alle Leser, die einen grünen Daumen haben, sollen uns bitte einen Kommentar schreiben!

 Dunkler Fleck auf Minzis Blatt  Aus Versehen abgebrochener Stängel Abgeschnittener Stängel

10Dezember
2012

Langweiliger Tag 1

 Minzi, unser Haustier

Heute schliefen wir mal aus, unser "Frühstück" war folglich erst um 12 Uhr beendet. Wir versuchten unsere erlernten cooking-skills anzuwenden, um das erste Mal alleine Porridge zuzubereiten. Leider wurde dieses Vorhaben kurzzeitig von Ameisen in unserer Essenskiste unterbrochen, die wir alle in die Freiheit entließen. Wir hatten sogar alle Zutaten da, den Zimt hatten wir uns gestern noch gekauft. So perfekt wie bei Kathy sah unser Essen nicht aus, es schmeckte auch nicht ganz so gut, aber es war dennoch ein Fortschritt was unsere Kochkunst anging, schließlich hatte das Ganze ja mal bei Haferflocken mit kaltem Wasser und sonst nichts angefangen! Die beiden Mädchen aus unserem Zimmer, die aus Freiburg kommen, haben auch mit uns gefrühstückt und auch ihr Weg führte in die Bücherei, in der wir momentan sitzen und am Blog schreiben. Viel wird heute wahrscheinlich nicht mehr passieren, es sei denn, jemand klaut Minzi von ihrem Platz auf dem Fensterbrett in unserem Zimmer.Wir sollten ihr einen Sensor einbauen und sie verwanzen. Vielleicht sollten wir ihr Karate beibringen...

Tjaaa, an diesem Abend machten wir nur noch unsere Avocadosuppe mit zwei weichen und einer harten Avocado, die leider nicht so schmeckte wie bei Kathy. Wir reicherten sie also noch mit Karotten und einer ordentlichen Portion Reis an. Beim Essen lernten wir zwei weitere einsame Seelen kennen, ohne Auto, ohne Job. Wenigstens konnten wir uns so gegenseitig bemitleiden und Viola fand zudem noch einen seelenverwandten Katzenhasser. Später haben wir zu zweit noch einen Film auf dem Laptop geguckt. Tädää. Unser spannender Tag.

09Dezember
2012

Minzi, unser neues Haustier

Das Frühstück gefiel uns heute auch mal wieder, denn es gab Müsli, welches sehr lecker war, denn es schien nicht aus Haferflocken mit Rosinen und so weiter zu bestehen, sondern etwas ungesünder, trotzdem sommerlich erfrischend mit dehydriertem Obst, also wir meinen so vorgekauftes, und Milch. Das muss was seltsam für euch Leser daheim klingen, aber lasst euch gesagt sein, dass man immer über eine Abwechslung im Speiseplan erfreut ist. In der Küche/Lounge ist übrigens ein großes Fernseher, auf dem parallel zum Frühstück ein Spielfilm über ein amerikanisches Muskelpaket in Asien lief, der eine Palme mit seinem Schienbein fällen konnte, mega peinlich tanzte und selbst im betrunkenen Zustand alle seine Widersacher zu Boden warf. Ach ja, unser Auto spielte auch eine herausragende Rolle!

Wir packten also mal wieder unsere Sachen (um eine Pfanne und zwei Tassen reicher) und verabschiedeten uns von allen mit einer Einladung an Weihnachten wiederzukommen. So trennten wir uns von dieser unglaublich netten, witzigen, herzlichen und wundervollen Familie und machten uns ein weiteres Mal auf den langen Weg gen Norden.

300 km und 4 Stunden später waren wir also wieder in Kaitaia, um uns im Hostel für den Job zu melden. Tja, Kaitaia brachte uns einfach kein Glück, denn natürlich hatte jemand anderes den Job geklaut. Toll. Nun waren wir also hier, hatten 11 Tage auf diesen Job gewartet und mussten feststellen, dass uns mal wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde. So eine verflixt harte Arbeitswelt! Da aber weitere Jobs im Laufe der Woche, spätestens nächsten Montag in Aussicht stehen, bleiben wir noch und hoffen das Beste. So sind wir gefangen in Kaitaia. Wir fuhren mit dem Rad zum Pak 'n Safe und kauften ein paar Nahrungsmittel ein. Und unseren neuen Mitbewohner, unser Haustier Minzi. Es ist eine Sie und noch dazu kein Säuger, sondern eine Minzpflanze, die uns mit ihren Blättern versorgen wird. Mal sehen, wo wir sie später in unserem Auto einpflanzen werden. Vielleicht im Loch, wo das Radio sein sollte? Man weiß es nicht.

08Dezember
2012

Kraftstrotzendes Klacksen ohne Kölner Karneval

 Herkulisch und sportiv Selbstgemachtes Brot

Frühstück im Stehcaféstyle und Ankunft neuer Familienmitglieder erwarteten uns heute morgen. Der Vater und ein kleiner Bruder von der Nichte waren aus Tahiti eingetroffen. Ein lockeres Frühstück mit Pancakes und Toast mit Marmelade bzw. Peanutbutter aus Amerika, dazu Kirschen eröffnete uns einen sonnigen Samstag. Die Kinder hatten heute ihren ersten Sommerferientag, was sie sichtlich positiv stimmte. Eigentlich wollten wir nach dem Essen weiter gen Norden fahren, aber die Familie bot uns an noch eine Nacht zu bleiben, die Nichte bat uns sogar darum, sodass wir schließlich nachgaben und blieben. Die Mutter ließ zudem verheißen, dass es heute ein lustiger Abend werden sollte.

Als die Erwachsenen alle müde wurden und ein Vormittagsschläfchen einlegten, spielten wir so lange mit der Nichte und ihrem Bruder Karten oder machten Armdrücken, wobei wir wieder einmal ernüchternd feststellen mussten, dass unsere Muskelkraft nachgelassen hatte. Sportiv, aktiv, herkulisch, kraftstrotzend, muskulös, sportlich, stark, stramm, athletisch - ja, so würden wir uns in ehrlichen Worten beschreiben. Im Garten turnten wir noch ne Weile herum bis wir im Vorgarten dem Bagger zuschauten, der ein Stück Wiese wegwalzte.

Eigentlich war der Tag recht unspektakulär. Später halfen wir dabei Brot zu machen. Danach machten wir einen Spaziergang - parallel dazu spielten wir Basketball - durch den Ort und zu einem kleinen versteckten Stück Strand, zu dem uns die Nichte hinführte. Dort kletterten wir auf einen alten Baum, dessen Äste über dem Meer hingen.

Nachdem wir den aufgrund der Hitze beschwerlichen Rückweg bestritten hatten, spielten wir zu Hause Mensch-ärgere-dich-nicht, mit seltsamen Regeln, die das Spiel so in die Länge zogen, dass wir irgendwann abbrachen.

Bald zog dann auch schon der Duft von Essen durchs Haus, und da es bereits viele helfende Hände gab, wurden wir, um auch etwas zum Gemeischaftsleben beizutragen, dazu aufgefordert doch die Köche zu entertainen. Darum gaben wir unser übliches Gesangsrepertoire zum Besten. Schließlich holte Kayin, der Sohn des Sohnes, seine Gitarre und wir sangen gemeinsam, während wir in der Lounge, die im gleichen Raum wie die Küche ist, saßen. Die Küche füllte sich derweil immer weiter mit Menschen, denn es kamen noch die Cousine der Frau des Sohnes mit ihrer Familie (dem Kolumbianischen Mann und den beiden drei-sprachigen Kindern) und ein ehemaliger Klassenkamerad der Frau des Sohnes. Zusammen mit den Großeltern aus Tahiti waren nun also 15 Personen in diesem Haus, die nun alle Hunger hatten. So wurde also das Mahl aufgetischt: Reis, Kartoffeln, Rindsragoût, mit Weißweinreis gefüllte Fischköpfe, Champignons und Salat. Doch das war nicht alles, denn es kam noch der Nachtisch: Schokoladentorte mit Diät-Vanilleeis uns von den Söhnen der Cousine der Frau des Sohnes selbstgebackene Cookies. Es lebe der Genitiv!

Durch den Wein erfreut, schloss sich an das herrliche Abendessen eine ausgelassene musikalische Soirée an. Zuerst begann der Klassenkamerad damit auf der Gitarre tahitianische Lieder anzustimmen, in welche Kayin dann auch bald mit der Ukulele einstieg. Wir wurden auch integriert, in dem wir die Rhythmusgruppe vertraten. Mit Löffeln lernten wir auf tahitianische Weise zu trommeln, klackern und scheppern. Klingt komisch, ist aber so. Und so unbegabt sind wir darin auch nicht gewesen. Der Clou besteht darin, wie man die Löffel richtig hält. Man nimmt zwei und dreht sie beide mit der gewölbten Seite zueinander. Dann klemmt man einen zwischen Daumen und Zeigefinger und den anderen zwischen Zeige- und Mittelfinger einer Hand (Handfläche nach unten). Man darf die Löffel nicht zu locker und auch nicht zu fest halten. Das Geräusch entsteht dabei, wenn die beiden Löffelunterseiten gegen einander schlagen. Man kann zum Beispiel die Finger der freien Hand spreizen und die Löffel daran entlang gleiten lassen, was zu schnell aufeinander folgenden "Klacksen" führt. Als wir deutsche Lieder singen sollten, ist uns passend zu der vorherrschenden Stimmung nur "Marmor, Stein und Eisen bricht" eingefallen, was auch kein Problem für den Gitarristen war, denn das Lied besteht nur aus zwei Akkorden. Kölsche Karnevalslieder konnten wir leider nicht präsentieren, da wir kein Kölsch sprechen!! Sorry. Irgendwann löste sich die Hörerschaft auf und die Liedauswahl wurde ruhiger; Yesterday, Hey Jude, Imagine, Let it be uvm.

Zum Abschluss schauten wir mit dem Klassenkamerad, Kayin und seiner Cousine noch Rush hour 3, von dem wir beide aber nicht mehr so viel mitbekamen, da wir schon früh im Land der Träume waren.

SchattensternLöffelmusik

07Dezember
2012

Unsere ulkige Ukulele

Martha PitTruckNicht ohne noch etwas gelernt zu haben, wollten wir dieses Haus verlassen! Also bereiteten wir zusammen mit Kathy Porridge aus oats (Haferflocken) zu. Man neh    me:

  • eine Portion Haferflocken pro Person
  • Rosinen nach Belieben
  • Salz
  • Zimt
  • ein indisches gelbes Pulver, das Krebs vorbeugt
  • Wasser

Alles in der Mikrowelle erhitzen, umrühren, Zucker, Milch und Joghurt drauf - fertig ist das Frühstück! (Bzw. noch zwei Scheiben Toast für zwei nimmersatte Mädels aus Deutschland)

Nach dem Essen packten wir unsere Sachen zusammen und drehten noch ein Abschiedsvideo in der Garage, wo Louisa Mandeln knackte und Roger und Kathy stolz unsere gewebten Sternchen präsentierten. Danke für diese schöne Zeit!!

Bevor wir nach Auckland fuhren, machten wir noch einen Abstecher nach Geerton, wo wir unseren Tank mit Benzin füllten; ein Liter kostete nur 2,039 $. Jetzt wissen wir auch endlich mit unseren Kreditkarten umzugehen, denn bei vielen Tankstellen muss man den self-service nutzen und mit leblosen Maschinen kommunizieren.

Da wir so gute navigators sind, haben wir denn Weg zum Highway doch irgendwann gefunden; noch 202 km bis nach Auckland. Nach ca. 55 km machten wir einen Zwischenstopp in Waihi, wo wir die große Goldmine Martha open pit bestaunten. Früher bestand sie aus 15 unterirdischen Ebenen, in denen ein 175 km langes Tunnelsystem bis zu 600 m in die Tiefe führte. In den 1950er wurde die Mine geschlossen, man hatte in den vergangenen 74 Jahren 174.160 Kilogramm Gold und 1.193.180 Kilogramm Silber aus dem Erz herausgeholt. In den 1970er Jahren wurde die Martha Mine als große Grube wiedereröffnet. Für die Fahrt nahmen wir noch ein paar Flachsblätter mit und Chris webte Gastgeschenke (einen Stern und eine Blume), während Viola sicher das Auto fuhr. Als wir müde waren, machten wir vorbildlich eine Paue von einer Zeitstunde.

Ausgeruht nahmen wir die Fahrt wieder auf und erreichten die Metropole in anderthalb Stunden. Wir machten noch einen Abstecher zum Auckland International - der seit Beginn unseren Blog verfolgende Leser wird sich erinnern - wo wir unsere Post abholten, eine Bestätigung der Autoregistrierung. Wir entluden noch unseren Müll in einer peinlichen Müll-aus-dem-Autofenster-in-die-Mülltonne-neben-dem-Hostel-rauswerf-Aktion, die uns einige verwundert groteske Blicke einbrachte. Ach Leute, versteht doch Spaß!!

Fast ohne Umwege ging es auf die Autobahn und auf nach Greenhithe, zu dem Sohn und seiner Familie von Roger und Kathy. Natürlich fuhren wir ein Stück zu weit und mussten wieder umdrehen, aber eigentlich fanden wir den Weg recht schnell. Wir wurden inn einem unglaublich coolen Haus mit Pool freundlich mit "Bonjour" begrüßt - ja, die Familie spricht Französisch, da sie halb tahitianisch ist. Mon dieu! So fix, wie die Familienmitglieder hier zwischen Französisch und Englisch wechseln, mal Japanisch und Chinesisch einfließen lassen, sind wir ganz schön confused gewesen.

Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir damit das Spiel der Ukulele zu erlernen. Die Nichte des Sohnes, die in Neuseeland wohnt, um hier zur Schule zu gehen, hat uns ein paar Akkorde beigebracht, sodass wir jetzt theoretisch "Somewhere over the rainbow" begleiten könnten. C-C7-Am-F-C. Da wir so gute Schüler waren, wurden wir mit einem super leckeren BBQ belohnt. Fleisch!!! Das war soooo lecker!!!! Später saßen wir mit der Nichte und ihrem Cousin, also dem Sohn des Sohnes, im Wohnzimmer und trällerten Songs, mal begleitet auf der Gitarre oder auf dem Klavier. Very nice.

Zu guter Letzt schauten wir zusammen noch den Walt Disney Film "Pocahontas", was unseren Musical-Popsong-Disney-Abend abrundete. Übrigens waren wir noch in den Genuss eines frisch gebackenen französischen Soufflés gekommen, très délicieux!Iwik und das Nilpferd mit der Flachsblume und dem Flachsstern

06Dezember
2012

Weihnachtsbäckerei

Nussknacker almonds   

Heute standen einige Dinge an, deshalb gab es bereits recht früh Frühstück. Zuerst wollten wir unseren Toyota in eine Werkstatt bringen, um die Zündkerzen, die wir in Auckland gekauft hatten, endlich mal einsetzen zu lassen. Ein Anruf sagte uns aber, dass sich der Mechaniker erst um 2pm darum würde kümmern können. Trotzdem ging es bald los mit dem Auto zur Werkstatt, um es dort schon einmal abzugeben. Zusammen mit Kathy fuhren wir direkt in ihrem wunderschön sauber blitzenden Auto (wie es wohl dazu kam?) in die Stadt. Unser Ziel heute war es nämlich, unsere Ausrüstung durch einen Gaskocher und Zubehör zu erweitern. Da wir preislich etwas eingeschränkt sind, klapperten wir zunächst allerlei second-hand shops ab, jedoch ohne Erfolg. Nach vielen weiteren Geschäften und langer Diskussion hatten wir schließlich noch die Wahl zwischen drei Gaskochern. Da Kathy unsere Entscheidungsschwäche anscheinend irgendwann nicht mehr ertragen konnte, griff sie schließlich ins Regal und nahm den teuersten der drei und schenkte ihn uns als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Dankeschön!!! Wir kauften uns noch einen Kochtopf und eine kleine Pfanne und konnten dann endlich wieder nach Hause fahren. Dort bereiteten wir gemeinsam wieder eine Avocadosuppe zu, und aßen sie zum Lunch.

Der Versuch danach, ein Stück weiter die Straße hinunter Avocados zu sammeln, scheiterte wenig später; wir fanden keine einzige mehr.. Stattdessen zeigte uns Kathy ihren Garten, in dem es von Erdbeeren über Melonen, Kürbis, Kartoffeln, Avocados und Mais bis hin zu Zitronen wirklich alles gibt! So auch Spinat, den wir nun ernteten, um daraus später das Abendessen zu machen. Vorher wollten wir allerdings noch ein wenig arbeiten und so knackten wir massenweise Mandeln. In bester Teamarbeit und einem ausgeklügeltem System arbeiteten wir so schnell, das unsere Hosts ganz beeindruckt waren. Wir mussten die Arbeit nun allerdings unterbrechen, um unser Auto aus der Werkstatt abzuholen, wo uns eine Überraschung erwartete. Es war keine einzige Zündkerze ausgewechselt. Und nicht etwa, weil der Mechaniker seine Aufgabe falsch verstanden hatte, sondern weil die Zündkerzen in unserem Auto "brand new" sind. Na toll, mal wieder eine unnötige Investition. Der Mechaniker hatte aber netter Weise auch den Rest unseres Autos durchgecheckt und keine Mängel gefunden, wir können also weiterhin unbesorgt durchs Land cruisen. Was sonst einen Haufen Geld kostet, kostete uns nur 18,50 $. Also hat es sich ja doch ein wenig gelohnt.

Zum Dinner kochten die Damen des Hauses Spinat-Kuchen mit Ofenkartoffeln und Brokkoli, Blumenkohl und Möhren und als Nachtisch ein Kompott aus einer uns unbekannten Frucht mit crumbles oben drauf. Diese bestehen hier in diesem Haushalt allerdings nicht aus Mehl, Zucker und Butter, sondern aus Wheet bix, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, Sesam und Zitronensaft. Was anfangs sehr nach Vogelfutter aussah, war aber wirklich sehr lecker! Außerdem bereiteten wr noch Bananen vor, die in den dehydrater kommen und die wir dann mitnehmen können für unser Müsli auf Reisen. Wir beide konnten uns immer noch noch nicht von der Küche trennen, also backten wir noch Vanillekipferl. Einen frohen Nikolaustag wünschen wir allen. Wir haben leider vergessen unsere Stiefel rauszustellen...

fresh spinach

bananasVanillekipferl

05Dezember
2012

Die Vögel

Hungrige(r) Blick(e) Fütterung der Raubtiere DER BLICK

Dieser Tag nutzen wir um Tauranga kennen zu lernen. So fuhren wir also mit unserem Van in die Innenstadt, wo wir erst einmal einen Parkplatz suchend, ein paar Runden drehten. Schließlich landeten wir auf einem, direkt vor unserem ersten Ausflugspunkt. "The Elm's house" ist ein Missionshaus, das in den 1850er Jahren vom Missionar A. N. Brown gebaut wurde. Wir schauten uns den Garten an und lasen mit großen Interesse die ganzen Informationstafeln. An einer Stelle blickt man auf den Indrustrie-Hafen, wo damals die Schiffe der Siedler ankamen. Es war schwer sich vorzustellen, das das einmal fast nur Sand gewesen war! Das Haus selber betrachteten wir nur von außen durch die Fensterscheiben, so mussten wir keinen Eintritt bezahlen. Nur schwer konnten wir uns von diesem Ort trennen, doch ein Kriegskanu der Maori, Te Awanui, in der Nähe der Uferpromenade, stand nun auf unserem Plan. Es war nicht gerade spannend. Also schlenderten wir nun am strand entlang und schauten die Schaufenster an. Zufällig kamen wir an einem Kino vorbei uns warfen einen Blick au die Preisliste. Um nach fünf Uhr in Skyfall gehen zu können, hätten wir 18$ pro Person zahlen müssen. Da auf unserem Parkplatz nur für 120 Minuten parken erlaubt war, kehrten wir dorthin zurück, um es umzuparken. Außerdem war Lunchtime. WIr fuhren dafür zum Mount Maunganui, wo wir eigentlich noch die Umrundung des Fußes des Berges machen wollten. Zuerst mussten wir uns jedoch stärken. WIr wollten das Bananenbrot auf einer Bank mit Blick auf den Hafen essen. Nach dem ersten Löffel Brot, wurde uns jedoch schlagartig bewusst, dass dies keine gute Idee war. Eine Möwenattacke ließ uns aufschreien und schläunigst die Flucht ergreifen. In allerletzer Sekunde konnten wir uns in unserem Auto verbarrikadieren. Sämtliche Sicherheitsriegel unseres Autos wurden vorgeschoben, um uns auch vor der monströse Riesenmonstermöwe zu beschützen. Nur noch ein kleiner Spalt zum Atmen blieb uns. Vielleicht lag es an den bereits bitteren Avocados, die wir in unserem Bunker zu uns nahmen, auf jeden Fall wurden wir zunehmend sorgloser und risikobereiter und machten uns das Agressionspotential der Möwen zu Unterhaltungszwecken zu nutze. Wir warfen also aus unserer Deckung Brotkrumen nach draußen, auf die sich die Möwen unverzüglich stürzten. Eine stach dabei besonders heraus, wie "Die Agressive". Sie schaffte sich ihr eigenes Areal, indem sie die anderen in die Flügel und den Schwanz biss. Ganz unbetrübt konnten wir dem Schauspiel jedoch nicht folgen, denn es gab ja noch die supergruselige Horrormöwe. Sie hatte sich oben auf der Bank positioniert, um einen perfekten Blick in unseren Van zu haben. Mit ihren stechenden Blickaus ihren tiefscharzen Augen direkt auf uns gerichtet, ließ sie uns Kälteschauer über den Rücken laufen und uns regelmäßig panisch auf den Boden unseres Autos kriechen, um ihren bannenden Blick zu entfliehen. Da sagt mal einer, in Tauranga erlebt man keine Abenteuer!

Da wir so für längere Zeit im Van gefangen waren, fiel die Wanderung aus, da wir nun zurück in die Stadt mussten, um uns dort mit Roger und Kathy zu treffen. Die beiden nahmen uns zu einem besondern Event mit, nur für geladene Gäste. Es war die Zeremonie, in der Einwanderer in Neuseeland zu Kiwis werdenn, also ihre Staatsbürgerschaft erhalten. Es war schön, die gnazen Menschen aus den verschiedenen Ländern in ihrer unterschiedlichen Kleidung zu sehen. Alle mussten einen Eid sprechen und bekamen dann ihre Urkunde überreicht. Uns hat es sehr gefallen, das auch eine Rede auf Maori gehalten wurde. Im Anschluss an die Zeremonie gab es Essen für alle. Eigentlich wollten wir in touch mit den neuen Kiwis kommen, jedoch hielten uns die zahlreichen Sandwiches, der Kuchen und das Obst zunächst davon ab. Für ein kurzes Gepräch mit dem Bürgermeister von Tauranga konnten wir uns jedoch kurz von dem Buffet lösen. Während Kathy und Roger bald gingen, blieben wir beide noch, um uns noch mit einem Phillipino zu unterhalten, der auch gerade eingebürgert wurde. Schließlich waren wir als Letze noch übrig und sahnten so noch eine Doggybag ab, wir durften uns den Rest vom Buffet einpacken! Das würde später schönes Mitternachtsmahl geben!

Zu Hause angekommen, halfen wir Kathy bei den Vorbereitungen für das Dinner. Während dem Abendessen schenkten uns unsere Gasteltern noch Zahnbürsten und Gemüseschäler. Sehr praktisch! Den Abend verbrachten wir damit die Fotos im Blog zu aktualisieren, wir hoffen sie gefallen euch!

New citizens' ceremony

04Dezember
2012

Unverhofft kommt oft

Zum Frühstück gab es selbstgemachten Porridge mit Zucker und Milch und danach noch einen Toast mit Honig bzw. einem Gelee aus Äpfeln. Ziemlich lecker! Danach ging es an die Arbeit. Zuerst machten wir uns daran die verblühten Blümchen aus dem zarten pink bewachsenen Blümchenbeetchen zu pflückchen. Als wir damit fertig waren, zogen wir so sanft es ging die vertrockneten bluebells aus der Erde. Wenn die Zwiebel aus Versehen mit ausgerupft wurde, warfen wir sie zielstrebig in eine Box, da sie später an einer anderen Stelle eingepflanzt werden sollten. Nach ein bisschen Unkraut jäten, beendeten wir für's erste die Gartenarbeit und machten uns daran, das zweite Auto zu reinigen. Gestern noch beginners, heute professionals, kurz: das Auto wurde sichtlich sauberer und glänzte am Ende wundervoll! Da wir noch nichts geplant hatten, übernahmen wir noch weitere Aufgaben im Garten. Wir kehrten Laub zusammen und schnitten so Blumen zurück, die kreuz und quer durcheinander wuchsen. Naja, die "Hecke" sah nach dem Schnippeln etwas lichter aus und besaß plötzlich einen Durchgang zur anderen Seite, aber wie immer war man zufrieden mit dem, was wir gemacht hatten. Ehrlich gesagt, sah es gar nicht so schlimm aus, wir haben unser Bestes gegeben und die Löcher werden wieder zuwachsen. Zum Mittagessen aßen wir die Reste vom Vortag (Lauchsuppe und Käsespätzle), während die anderen Sandwiches, die mit Käse, Salat und Pickles (eingelegtes Gemüse) belegt waren, zu sich nahmen. Zum Nachtisch dann wieder unseren altdeutschen Apfelkuchen und ein Stück Melone aus dem Garten.

Nach dem Essen beendeten wir noch unsere Baustelle und räumten das abgeschnittene Zeug weg. Viola machte daraufhin ein Mittagsschläfchen, Chris "bearbeitete Fotos" (ganz genau eines...:)) und quatschte mit Roger, Kathy und Louisa, zeigte auch Fotos der bisherigen Reise. Als der Siebenschläfer Nr.1 wieder erwacht war, wurden wirklich mal Fotos aussortiert und ggf. mit Lightroom etwas nachbearbeitet.

Früh gab es schon Abendessen (6pm). Und ein Schock durchfuhr unsere Leiber!! Ja, wir waren Deutsch, wir mochten auch Würstchen, aber nicht DIE! Da waren also unsere aus Auckland altbekannten sausages. Ihr äußeres Erscheinungsbild hatte sich gewandelt, sie glimmerten unter der Deckenlampe in einem molligen Braunton, auf ihrer Oberfläche tummelten sich fein gehackte Kräuter. Eigentlich sahen sie den unseren gar nicht so ähnlich - und zum Glück schmeckten sie auch nicht ganz so! Man konnte ihre gemeinsame Herkunft dennoch erschmecken, was jedoch mit der hausgemachten plum sauce überdeckt werden konnte, jep, die war wirklich yummy. Die Beilagen waren eine Art Gratin aus Blumenkohl und Brokkoli aus dem Garten, Möhren und Kartoffelpürree. Alles wurde verzehrt, sodass wir morgen auf gutes Wetter hoffen können, auch wenn der Wettermann was anderes behauptet.

Als Kathy zu ihrem Meeting musste, hingen wir drei - Roger und wir beide im gemütlichen Wohnzimmer rum, welches zwei knutschtolle Sessel beherbergt, die sich drehen lassen, wie ein Schaukelstuhl wippen und eine ausklappbare Fußlehne (ohne Fußmatte!) besitzen. Chris skypte auch mit ihren Eltern, die auch mal ein Wörtchen mit Roger austauschten, welcher darüber sehr erfreut zu sein schien. Nach ner Weile, bereitete Roger schwarzen Tee mit/ohne Milch zu und wir spielten eine Runde Malefiz bis Kathy zurückkam und wir den Rest vom Kuchen genossen! Gerne würden wir noch einen backen, z.B. einen Schoko-Kirsch-Kuchen. Gibt es hier Kirschen?? Und am allerliebsten einen Frankfurter Kranz....>wehmütig<

03Dezember
2012

Unser erster "Arbeitstag"

Avocado-Pickers    Viola pfückt AvocadosUnser Frühstück war mal wieder Müsli, es war jedoch nicht zu vegleichen mit dem Haferschleim, den es sonst immer gab! Hier gab es köstlichen Rhabarber aus dem Garten mit selbstgemachtem Müsli, wheet-bix (Vollkornstangen, die man sich in das Müsli reinbröselt) und dazu Joghurt und Milch. Außerdem standen noch getoastetes (!) Toastbrot auf dem Tisch mit leckerem Honig und Limettenmarmelade. Das Vegemite, von dem wir nicht genau wissen was es war, es sah braun uns cremig aus, hat ziemlich ekelig geschmeckt. Gegen Ende des Frühstücks stieß Louisa zu uns, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, die hier die nächsten paar Wochen im Garten und dem Haushalt hilft. Während sie zusammen mit Kathy die Küche sauber machte, sollten wir mit Roger eines ihrer beiden Autos putzen. Unglücklicherweise war das Auto bereits sauber, sodass es nach dem Waschen und polieren eher schmutziger als vorher aussah, vor allem die Fensterscheiben. Wenigstens der Innenraum war jetzt, nach stundenlangem Saugen, komplett staubfrei, ganz besonders die Fußmatten schützenden Fußmatten. Die Fußmatten für die Räder des Autos in der Garage haben wir dann aber doch nicht reinigen müssen. Trotz des äußerlich nicht sichtbaren Unterschiedes (konnte man vorher nicht noch durch die Scheiben durchschauen??) war Roger begeistert von unserer Arbeit und lobte uns unentwegt. Damit wir uns nicht überanstrengten, gab es 10:30Uhr bereits Teabreak. Bei Fruchtsaft und Käsecrackern, wurde sich amüsiert, bevor es wieder an die Arbeit ging. Um die Mittagszeit waren wir fertig mit dem Auto und somit auch mit der Arbeit für den heutigen Tag. Nun kam das Vergnügen. Komisch, dass es mal wieder ums Essen geht! Ersteinmal bekamen wir gezeigt, wie man Avocados von den riesigen Bäumen pflückt. Man hat hierzu eine lange Stange, an deren einem Ende ein Netz befestigt ist. Man peilt die gewünschte Avocado an und mit einem kräftigen Zug an einer Leine, die eine Schere über dem Netz betätigt, schneidet man sie ab. Ganz schön anstrengend! Die geernteten Avocados wurden dann auch sogleich für das Mittagessen verwendet. Zusammen mit Kathy bereiteten wir eine kalte, superleckere und erfrischende Avocadosuppe vor. Selbstverständlich kamen auch hier sämtliche Zutaten aus dem eigenen Garten.

Nun war es Zeit, die Gegend ein wenig zu erkunden, weil wir um fünf wieder zu Hause sein wollten um das Abendessen, welches wir heute für unsere Gasteltern kochen wollten, vorzubereiten. Bei bestem Wetter fuhren wir zum Mount Maunganui, ein 232m hoher Berg direkt an der Küste. Ihn können wir von unserem Zimmer aus sehen. In sportlichem Tempo ging es direkt ohne Umwege hoch zum Gipfel. Wie man diesen steilen Berg jedoch hoch joggen kann, wie es einige bewundernswerte Kiwis taten, bleibt uns ein Rätsel. Auch beeindruckte uns, dass Kathy den Berg vor ein paar Jahren dreimal am Tag hoch und rutner lief, um sich für eine Reise in den Himalaya vorzubereiten. Uns genügte die einmalige, etwas langsamere Besteigung und wir genossen so recht entspannt die wirklich schöne Aussicht von da oben. Der Kontrast zwischen dem nicht gerade kleinen Tauranga und der wunderschönen Natur ist hier bemerkenswert. Um nicht zu spät nach Hause zu kommen, machten wir uns schon bald wieder an den Abstieg und kamen auf die Minute pünktlich zurück!

Zügig begannen wir mit den Vorbereitungen für unser Dinner, denn hier ist man es gewohnt bereits um sieben Uhr zu Abend zu essen. Der erste Gang sollte eine Lauchsuppe sein (das unser Lauch nicht mehr ganz so schön war, verschwiegen wir lieber mal), als Hauptgericht sollte es schwäbische selbstgemachte Käsespätzle mit Tomatensalat geben und den krönenden Abschluss bildete ein gedeckter Apfelkuchen. Drei Gerichte gleichzeitig zu kochen, war eine Herausforderung für uns, noch dazu in einer fremden Küche. Letzten Endes klappte jedoch alles (ok, ein bisschen Lauch war angebrannt und Kathy musste ihn retten) und wir konnten mit unseren Kochkünsten beeindrucken. Wenn sich die Kiwis eins zulegen sollten, dann waren das größere Mägen, denn die beiden mussten bei unserem deftigen Essen schon ganz schön kämpfen. So wurde der Kuchen auf später verschoben und ein kleiner Walk eingelegt. Wir besuchten Freunde in der Nachbarschaft, die aus Südafrika stammen und einen äußerst hyperaktiven Hund besitzen. Falls wir am Ende unseres work & travel Jahres doch noch nach Australien fahren sollten, hätten wir nun dort bereits einen Schlafplatz, denn die Töchter der Familie leben dort und würden uns Unterschlupf gewähren. Man sieht, wie wichtig es ist, in Kontakt mit den Menschen hier zu kommen! Bald ging es zurück durch die Straßen vorbei an den ganzen Häusern ("That one over there is 500,000$ and that one 1,000,000$") in unser Heim, wo der überaus leckere Apfelkuchen auf uns wartete. So hatten wir die Herzen unserer Gasteltern entgültig erobert. Joghurt schmeckt zu Kuchen übrigens sehr lecker! Nun liegen wir wieder in unserem King-size-Bett und freuen uns auf den morgigen Tag!Mount MaunganuiPohutukawaBlick auf ocean Beach und Tauranga

02Dezember
2012

Fernseher und Tischmanieren!

Gierige Vögel Surfer am Strand

Gitarrenmusik aus dem Nachbarauto weckte uns am heutigen Morgen. Langsam krochen wir aus den Federn und bereiteten uns unser Frühstück zu, was wir am Strand zu uns nahmen. Während wir noch schläfrig durch die Gegend taumelten, waren am Strand schon Surfer jeden Alters unterwegs. Wir nahmen uns an ihrer Sportlichkeit ein Beispiel und erklommen den Lion Rock bis zum Aussichtspunkt. Ehrlich gesagt war die Aussicht nicht so grandios, anstatt auf das Meer und die Bucht hinab zu schauen, sah man nur eine Straße und einige Häuser auf steilen Hügeln. Wieder zurück auf dem Parkplatz, trafen wir zwei Typen, die wir vor drei Wochen im Youth Hostel das erste Mal gesehen hatten. Damals hatten sie ihre Bratkartoffeln in ordentliche Pommesstreifen geschnitten. Bevor wir uns auf den langen, langen Weg (200km) nach Tauranga machten, webten wir aus Flachs Sterne, wie wir es damals von Daniel und Tobi gelernt hatten. Wir wollten sie unseren Gasteltern als Gastgeschenke mitbringen. Als wir stunden später bei ihnen ankamen wurden wir herzlich empfangen. Robert und Kathy haben ein schönes, großes Haus, in dem wir uns erst einmal wieder daran gewöhnen mussten Tischmanieren an den Tag zu legen. Plötzlich aßen wir wieder an einem Esstisch mit zwei Gabeln, einem Löffel und einem sauberen Messer plus Serviette! Es gab selbst gemachten Melissentee mit Kräutern aus dem Garten zum Essen. Hmmm....Den Nachtisch (Obstsalat mit Minze) nahmen wir vor einem FERNSEHER zu uns, während wir das Finale von New Zealand's got Talent anschauten. Interessant. Sowas bekommt man ja sonst nicht mit. Abends plauderten wir noch ein Weilchen und schauten uns die Fotos an, die im Flur und im Wohnzimmer hängen und bekamen einige Geschichten dazu erzählt. Die beiden waren früher auch viel gereist und hatten sogar einen VW Westfalia besessen!!

Wir duschten nach einiger Zeit wieder warm unter einer Dusche und sogar mit Shampoo!! Nun sind wir dabei den Blog auf den neuesten Stand zu bringen, während wir auf einem himmlisch weichen Kingsizebett sitzen. Wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man übrigens den Mount Maunganui, den es auch noch auf jeden Fall zu besichtigen gilt!

01Dezember
2012

Piha

  Lion Rock Klettern auf der Felseninsel

Hauptsächlich aus Autofahrerei bestand unser heutiger Tag. Jedenfalls kamen wir nach einem Stau (das erste Mal, dass wir so viele Autos gleichzeitig gesehen haben!) in Waitakere und eine Umwegsumleitung kamen wir Piha an (wir hatten dafür Berge bewältigt!). Berühmt ist hier der gold-schwarze Strand und der 101m hohe Lion-Rock, ein größer Felsen, der mit viel Fantasie wie ein Löwe aussieht, der aufs Meer hinausschaut. Auf ihm befand sich einst ein Wehrdorf der Maori. Mit großer Freude stürzten wir uns mal wieder in die wirklich monstergroßen Surferwellen. Das war schon recht kalt, aber sehr aufregend. Die Strömung ist hier sehr stark. Nachdem wir ein leckeres Abendessen verschlungen hatten, schauten wir uns den Sonnenuntergang an. Es gab sogar Leute, die Drachen am Himmel steigen ließen und sichtlich mühe hatten die Leine festzuhalten und sich gegen den Wind zu stellen. WIr kletterten jedenfalls, getrieben von unserem adventurous spirit, den Lion-rock ein Stück weit hinauf, wo wir Krebse, komische Unterwasserblumenund an Steinen klebende Mucheln entdeckten. EIn Fotograf mit einer 60D zeigte uns außerdem seine tollen Fotos von der untergehenden Sonne. Die Flut sättigte fürs erste unseren Hunger auf Nervenkitzel und wir machten uns auf den Weg zurück. Jetzt liegen wir im Bett und freuen uns über die schönen Adventskalender von daheim. Dankee!Piha